Beim BIOTECH SUMMIT AUSTRIA in Innsbruck Mitte Oktober ging es um mehr als wissenschaftliche Exzellenz: Wie werden aus guten Forschungsergebnissen international wettbewerbsfähige Unternehmen? Und woher kommt das Kapital für den nächsten Wachstumsschritt? Der Zuspruch zur Veranstaltung war erneut rekordverdächtig.
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Die vermeintliche Sommerpause ist vorbei, auch da war Einiges los, im September aber trudelten viele weitere Meldungen aus der DACH-Region bei uns ein, die eine Beachtung mindestens in Kurzformm wert sind. Manches davon haben wir in den ausführlicheren Berichten auch von mehreren Seiten beleuchtet.
Novartis erwirbt von dem chinesischen Biotechunternehmen Abogen Biosciences die weltweiten Rechte an dem experimentellen mRNA-Wirkstoff ABO2203. Der Schweizer Pharmakonzern zahlt dafür 575 Mio. US-Dollar upfront. Einschließlich Entwicklungs-, Zulassungs- und kommerzieller Meilensteine sowie weiterer Programme aus Abogens RNA-Plattform kann das Abkommen einen Wert von bis zu 7,8 Mrd. US-Dollar erreichen. Hinzu kommen mögliche Lizenzgebühren. Novartis ist im laufenden Jahr wieder verstärkt auf Einkaufstour, verschiebt die Deals aber mehr in Richtung Plattformtechnologien – das gilt auch für die aktuelle Abogen-Vereinbarung, die mehr als nur ein Asset beinhaltet.
Während Novartis seine kleinvolumige Biologika-Produktion im Kleinbasel bis Ende 2027 aufgeben will, baut Roche seinen Basler Hauptsitz weiter aus. 790 Mio. Schweizer Franken fließen in eine neue Anlage für synthetische Wirkstoffe. Dahinter steht mehr als ein Bekenntnis zum Standort: Forschung, Entwicklung und Produktion sollen enger zusammenrücken.
1986 von den Brüdern Andreas und Thomas Strüngmann gegründet, gehört Hexal heute zu Sandoz. Zum 40. Firmenjubiläum verweist das Unternehmen auf seine deutschen Produktionsstandorte und die Bedeutung von Generika und Biosimilars für die Arzneimittelversorgung. Für Sandoz gibt es viele Gründe zum Feiern in diesem Jahr, doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Das Biosimilar-Geschäft wird global immer stärker umkämpft.
Novartis muss einen weiteren Rückschlag in seiner Pipeline verkraften: Der AOC-Kandidat del-desiran hat in der Phase III-Studie HARBOR bei Myotoner Dystrophie Typ 1 (DM1) den primären Endpunkt verfehlt. Eine statistisch signifikante Verbesserung der Handfunktion gegenüber Placebo wurde nicht erreicht.
Novartis hat nach drei Todesfällen acht klinische Studien mit seiner CAR-T-Therapie Rap-Cel bei Autoimmun- und neurologischen Erkrankungen vorübergehend gestoppt. Im Zentrum steht eine schwere Immunreaktion, die als bekanntes Risiko der CAR-T-Technologie gilt. Der Fall zeigt die Kehrseite eines Ansatzes, der gerade als möglicher Paradigmenwechsel bei schweren Autoimmunerkrankungen gilt.
Novartis kauft die britische Myricx Bio für bis zu 1,5 Mrd. US-Dollar als einen nächsten Baustein der ADC-Offensive. Eine hohe Upfrontzahlung von über 1 Mrd. US-Dollar für eine erst in der Präklinik stehende Technologieplattform erscheint bei aktuell gemischten ADC-Ergebnissen anderer Pharmafirmen aus der späteren Klinik jedoch als relativ gewagt.
Novartis baut die Partnerschaft mit Orionis aus bei einem Dealvolumen von bis zu 1,4 Mrd. US-Dollar. Die Molecular-Glue-Technologie von Orionis Biosciences scheint auch für andere Pharmafirmen hochinteressant zu sein. Novartis war erstmals 2020 an Orionis kleben geblieben.
Neue US-Zölle auf Medikamente erhöhen den Druck auf Europas Pharmakonzerne. Unternehmen wie Roche und Novartis reagierten mit milliardenschweren Investitionen in den USA. Der vfa fürchtet nun eine weitere Verlagerung von Produktion und Innovation und sieht Europa immer mehr ins Hintertreffen geraten, wenn nicht reagiert werde.

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Basel Area Business & Innovation; Jean Jaques Schaffner
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