Thema: Laborautomation

Einführung

100.000 Proben, 400.000 Untersuchungen – täglich

Synthese und Analytik, Hardware und Software, Pharmaindustrie und Klinikdiagnostik – der Begriff Laborautomation weist vielerlei Facetten auf. Die deutschen Hersteller sind traditionsgemäß besonders an der Schnittstelle zum Maschinenbau erfolgreich. So hält Siemens Healthcare seit Sommer 2014 den Weltrekord für die längste Automationsstrecke in einem Life-Sciences-Labor. Im indischen Mumbai hat die Firma ihr Aptio-Automation-System bei Thyrocare Technologies installiert, die vor allem Schilddrüsenwerte ermitteln. Auf 93,5 Metern reihen sich 31 Instrumente – 7 für chemische Analysen, 24 für Immunoassays – sowie zusätzlich 10 Lade/Entlade-Roboter und 5 Deckelentferner („decapper“) aneinander. Mittlerweile ist die Strecke auf 158 Meter angewachsen. Thyrocare analysiert hier täglich bis zu 100.000 Proben, die insgesamt 400.000 Untersuchungen durchlaufen. In einer letzten Ausbaustufe soll die Strecke gar auf 187 Meter anwachsen.

Trotz der beeindruckenden Dimension des Auftrags ist die Robotik ein noch sehr kleiner Markt. Derzeit hat Siemens nur etwa eine Handvoll Aptio-Systeme installiert. Doch der Trend zeigt klar in eine Richtung: nach oben. Ein automatisierter Arbeitsfluss ist weniger fehleranfällig und schneller als ein Ablauf mit manuellen Teilschritten. Auch der Kostendruck seitens der Auftraggeber zwingt die Diagnostik-Spezialisten, ihre Prozesse hochzuskalieren. Analysten schätzen die jährlichen Wachstumsraten der Branche bis 2019 daher auf etwa 7% bis 8%. Für die Marktbeobachter von Micromarket Monitor bedeutet das für den europäischen Markt ein Wachstum von 1,59 Mrd. US-Dollar 2013 auf 2,35 Mrd. US-Dollar 2018. Innerhalb des Kontinents wird der deutsche Markt mit 494 Mio. US-Dollar am wichtigsten bleiben, an die Bedeutung der US-Käufer reicht er allerdings bei weitem nicht heran. 2018 sollen dort 5,23 Mrd. US-Dollar mit Laborautomationslösungen umgesetzt werden. 

Unter den wichtigsten Akteuren wie Hamilton Bonaduz, Roche, Beckman Coulter, Tecan, PerkinElmer, Siemens Healthcare oder Qiagen halten sich die angebotenen Lösungen von kompletten Automationsstraßen (TLA, Total Lab Automation) und von individuellen Varianten derzeit noch die Waage. Während Diagnostiklabore eher zum standardisierten TLA-System greifen düften, entscheiden sich Forschungslabore aufgrund der höheren Flexibilität hingegen oft für Nischenlösungen. Denn 100.000 Proben am Tag werden hier wohl eher selten bearbeitet.

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