Thema:

Einführung

Biotechnica

Mit einem neuen Konzept öffnet die Biotechnica (8. bis 10. Oktober 2013) zu ihrem 20. Jubiläum die Pforten. Zuletzt hatte die seit 2011 wieder im Zweijahresturnus veranstaltete Kongressmesse für die europäische Labor- und Biotechnologiebranche deutlich bei den Aussteller- und Besucherzahlen zulegen können. Um weiter zu wachsen, verbindet die Messe nun Bewährtes mit Neuem. Messeschwerpunkte sind weiter die Bio- und Labortechnik sowie Dienstleistungen und der Technologie-Transfer, begleitet von einem umfangreichen Kongressprogramm.

Neu dagegen ist eine thematisch stärkere Fokussierung auf Industrietrends. In diesem Jahr steht das Förderthema Nummer 1 in Europa und Deutschland im Fokus: die Bioökonomie. Neu sind auch drei direkt in die Ausstellung integrierte „Marktplätze“, Gemeinschaftsstände mit jeweils eigenem Vortragsprogramm. Erstmals gibt es auch ein offizielles Partnerland der Biotechnica: die traditionell in Hannover gut vertretene Biotech- und Pharmaschmiede Schweiz.

„Die Biotechnica hat 2011 ihre Bedeutung als wichtiges europäisches Branchenereignis eindrucksvoll bestätigt“, zeigt sich Dr. Jochen Köckler überzeugt. Der Nachfolger des bisher für die Biotechnica zuständigen Messevorstands Stephan Kühne glaubt, mit dem neuen Konzept auch gegen den Erzrivalen Analytica in München punkten zu können: „Diese Entwicklung werden wir 2013 ausbauen“, gibt sich der ehemalige Chef der Agritechnica optimistisch. Die Budgets sind indes knapp, zumindest in Europa. Neuen Zahlen zufolge, die der Spectaris-Fachverband Analysen-, Bio- und Labortechnik Ende September vorstellte, rechnen die Biotech-Hacke- und Schaufelfirmen hier nur mit einem Wachstum von knapp 1% in diesem Jahr. Auch der deutsche Markt stagniert. Ganz anders als in Osteuropa, den USA und Asien, wo die Umsätze um 5% steigen sollen.

Das Schwerpunktthema der diesjährigen Biotechnica, die Bioökonomie, ist derzeit gleichwohl in aller Munde – egal ob in Wirtschaft oder Forschung. Denn die Biologisierung der industriellen Produktion sowie nachhaltige Wege der Lebensmittel- und Energieerzeugung haben nicht nur deutsche Industriepolitiker auf den Plan gerufen. Weltweit ist der Trend erkannt. Zuletzt kündigte die Europäische Kommission eine gemeinsame Förderinitiative mit 48 Industrieunternehmen aus neun verschiedenen Bioökonomie-relevanten Branchen an: Das für das nächste Jahr geplante Public-Private Partnership JTI-BBI – in Branchenkreisen besser unter dem Namen BRIDGE bekannt – soll bis 2020 rund 1 Mrd. Euro aus der EU-Kasse und 2,8 Mrd. Euro von den beteiligten Unternehmen erhalten (vgl. |transkript 9/2013). 

Das neue Thema verspricht, sowohl für Enzym- und Fermentationsspezialisten als auch Analytiker und Anlagenbauer sowie die Agrar­rohstoffe verarbeitende Industrie eine wahre Goldgrube zu werden. Rund 200 Mrd. Euro soll die Branche nach Angaben des Bio-based Industry Consortiums (BIC) bereits 2020 erwirtschaften. Den Trend zur nachhaltigen Produktion aus Biomasse beleuchtet die Biotechnica gleich auf mehrfache Weise.

Schwerpunktthema Bioökonomie

Organisiert von der DECHEMA gibt es im Convention Center erstmals eine „BiobasedWorld“. Ganz im Zeichen der Geschäftsanbahnung steht am 8. und 9. Oktober das BiobasedWorld Partnering. Am 10. Oktober findet zudem ein Vortragstag statt, der einen der künftigen Förderschwerpunkte von BRIDGE alias JTI-BBI aufgreift: Verfahren zur Erzeugung von Wertstoffen aus Abfällen und Lebensmittelreststoffen. 

In weiteren Konferenzsträngen spannt die Biotechnica den Bogen zwischen der biobasierten Industrie und der Lebensmittelbiotechnologie und -wirtschaft. In der von den 140 Mitgliedsunternehmen des Deutschen Instituts für Lebensmitteltechnik und der von der europäischen Forscherallianz EEFoST veranstalteten iFood Conference am ersten Messetag (8. Oktober) geht es um neue Verfahren zur nachhaltigen Lebensmittelverarbeitung, -konservierung sowie um die Steigerung der Produktqualität. 

Das bereits zum dritten Mal im Rahmen der Messe ausgerichtete Symposium „Innovation in Food“ am 9. Oktober im Convention Center befasst sich damit, wie sich Innovation und Nachhaltigkeit vereinen lassen. Thematisch geht es unter anderem um Probiotika, um Nachhaltigkeit in der Lebensmittelkette, Innovationen in der Lebensmittelanalytik und Qualitätssicherung. Die Konferenzen schlagen thematisch den Bogen zu zwei der drei erstmals in Hannover aufgelegten „Marktplätze“, die direkt in die Ausstellung integriert sein werden.

Publikumsmagneten? Drei Marktplätze plus Vortragsprogramm

Mit den drei Marktplätzen „Industrial Biotechnology“, „Innovation in Food“ und „Personalised Medicine Technologies“ soll den Besuchern die Orientierung in der Messehalle 9 erleichtert werden. Denn dort gibt es Einzel- und Gemeinschaftsstände zu den trendigen Teilmärkten der Biotechnologie: „Foren, Gemeinschaftsstände und Einzelaussteller dieser Sonderbereiche ermöglichen den Fachbesuchern, auf kurzen Wegen neue Geschäftskontakte anzubahnen“, meint Messevorstand Köckler. Auf jedem der drei Marktplätze gibt es zudem ein Forum mit Vortragsprogramm, Firmenpräsentationen und Podiumsdiskussionen. 

Der Marktplatz Industrielle Biotechnologie (Stand D55) konzentriert nicht nur die Aussteller zu Themen wie Bioraffinerien, Biokatalyse, Bioprozesstechnik und Biorenewables. Das Marktplatzforum „Industrial Biotechnology“ am 8. und 9. Oktober bietet ein industrierelevantes Vortragsprogramm, das an beiden Veranstaltungstagen von international besetzten Podiumsdiskussionen abgeschlossen wird. „Unusual alliances and new business models – is the chemical industry ready for change?“ heißt es am Dienstag, „What’s the economy in bioeconomy?“ am Mittwoch. Eingebettet in die von der BIOCOM AG organisierte Konferenz ist der Wettbewerb „Bioeconomy‘s Next Business Model“ – in dessen Rahmen sechs junge europäische Unternehmen einer dreiköpfigen Jury ihre Geschäftskonzepte vorstellen.

Auch das Thema Lebensmitteltechnologie wird im Rahmen eines Marktplatzes (Stand C66) auf der Biotechnica hervorgehoben. Das Programm der begleitenden Konferenz war indes Mitte September noch nicht verfügbar.

Einen wichtigen Trend, der sowohl die Hersteller von Arzneimitteln als auch Diagnostika umtreibt, greift die Biotechnica mit einem dritten Marktplatz auf: die Personalisierte Medizin (Stand C35). Im Rahmen des dreitägigen „Marktplatzforums Personalisierte Medizin“ wagen Pharma- und Diagnostikexperten am ersten Messetag eine Standortbestimmung des globalen 21 Mrd. Euro-Marktes, bevor in Vorträgen neue genetische oder zellbasierte Biomarker-Tests zur Patientenstratifizierung vorgestellt werden. Das klinische Next-Generation Sequencing und Biomarker stehen auch im Fokus des Vortragsprogrammes am 9. Oktober, während neue Verfahren der molekularen Bildgebung den letzten Messetag dominieren.

Konferenzprogramm

Ganz im Zeichen der medizinischen Bildgebung steht dagegen im Convention Center der Kongress AMI-4EUROPE am 9. Oktober.

Auch das eigentliche Herz der Messe, die ausstellenden Labortechnikanbieter und -dienstleister kommen mit eigenen Vortragsveranstaltungen daher. Im Zeichen der Personalisierten Medizin steht in diesem Jahr das zum fünften Mal von der Fachabteilung Life Science Research im VDGH organisierte Life Science Spotlight. Während sich am ersten Messetag an Stand F69 alles um PCR, Next Generation Sequencing und Genomics­techniken dreht, steht der 9. Oktober im Zeichen der Biomarkertechnologien. Um Qualitätssicherung in den LSR-Firmen geht es am Abschlusstag. 

Zusätzliche Informationen über Produktinnovationen und neue Technologien bietet das in die Ausstellung integrierte Innovation Forum in 20-minütigen Unternehmenspräsentationen. 

Zudem gibt es zahlreiche zielgruppenspezifische Veranstaltungen: Unternehmen, die auf Investorensuche sind, sollten nicht die Bio@Venture Conference am 8. Oktober verpassen. 

Studenten finden auf dem jobVector Career Day am letzten Messetag Kontakt zu potentiellen Arbeitgebern. Zusätzlich bietet die Biotechnica ihnen ein studentisches Exkursionsprogramm „TectoYou“. 

Partnerland Schweiz

Erstmals hat die Deutsche Messe AG ein Partnerland für die Biotechnica ausgewählt: die Schweiz. Der Biotech und Pharmastandort mit seinen vier Clustern in der Region Basel, im Großraum Zürich, rund um den Genfer See und im Tessin wird kurz vor der Messe zeigen, wie stark er wirklich ist. Am 4. Oktober präsentiert die Swiss Biotech Association (SBA) auf dem Swiss Biotech Day die erste weltweit vergleichbare Biotech-Industriestatistik auf Basis der OECD-Biotechnologie-Definition. SBA-Direktor Domenico Alexakis will die Messe nutzen, um die Innovationskraft der Schweizer Biotech-Industrie aufzuzeigen. Herzstück des SWISS Pavillons (Stand F21) wird eine „Innovation Wall“ sein, die den Schweizer Weg des Technologie-Transfers aufzeigt. Weiteres Highlight: das Swiss Business Lunch am 9. Oktober.

Mit Spannung darf auch ein weiteres Jubiläum erwartet werden. Zum zehnten Mal verleiht die Deutsche Messe AG den European Biotechnica Award. Überreichen wird den Preis Karsten Henco, HS LifeSciences GmbH, Düsseldorf, im Rahmen der feierlichen Eröffnungsfeier am 7. Oktober, zu der 500 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien erwartet werden. Ausgezeichnet werden dieses Mal unter dem Motto „Integration of Biotechnology into the Industry“ europäische Firmen, die biotechnologische Prozesse nutzen und Produkte erfolgreich in den Markt eingeführt haben.

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