Lone Frank: Mein wundervolles Genom
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Mein wundervolles Genom
Böse Zungen könnten behaupten, Lone Franks Buch „Mein wundervolles Genom“ sei einfach nur der Versuch, aus einer Krise Kapital zu schlagen. Die dänische Neurobiologin und Journalistin hatte eigentlich kein besonderes Interesse an ihrem „biologischen Erbe“. Doch dann starb Franks Vater, der unter Depressionen und Alkoholsucht litt.
„Ohne Quelle und ohne Nachkommen hängt man ziemlich in der Luft in der Unendlichkeit der Menschheit,“ erkennt Frank. Sie beschließt, mehr über ihre Vergangenheit, ihre Zukunft und sich selbst in Erfahrung zu bringen. Als Neurobiologin setzt sie jedoch nicht auf fernöstliche Meditationstechniken, sondern auf hochgerüstete Sequenziermaschinen. Gentests sollten alle ihre offenen Lebensfragen beantworten: Habe ich den Hang zu Depressionen von meinem Vater geerbt? Werde ich an Brustkrebs erkranken? Trage ich ein Risikogen für Alzheimer?
Lone Frank machte sich für ihr Buch selbst zum Versuchskaninchen. Sie ließ nicht nur ihr Genom analysieren, sprach mit Wissenschaftlern und Medizinern und nahm an einem Forschungsprojekt zur Verhaltensgenetik teil. Der Leser begleitet Frank auf ihrer Reise zu ihrem „genetischen Ich“. Frank ist dabei vor allem eins: brutal ehrlich. Über sie selbst erfährt der Leser beinahe alles, von den wiederkehrenden depressiven Phasen über ihren bedenklichen Weinkonsum bis hin zur Angst vor Brustkrebs. Auch die Gesprächspartner werden nicht geschont. Nobelpreisträger James Watson wirkt „wie eine alte Schildkröte“. Nicht zuletzt wegen dieser Offenheit hat Lone Frank ein lesenswertes Gegenbuch zur florierenden Genomskepsis geschrieben. Für Frank liegt die Antwort zum „Erkenne Dich selbst“ tatsächlich in der Doppelhelix.
Lone Frank
Carl Hanser Verlag
München,2011
336 Seiten, 19,90 Euro
ISBN: 978-3-4464-2687-0











