Rupert Sheldrake: Das Gedächtnis der Natur
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Das Gedächtnis der Natur: Das Geheimnis der Entstehung der Formen
Was wäre, wenn …? Diese Frage steht häufig am Anfang neuer Konzepte und Ideen. Auch Rupert Sheldrake macht da keine Ausnahme. In seinem Buch „Das Gedächtnis der Natur“ fragt er: Was wäre, wenn „der Natur ein Gedächtnis innewohnt und die sogenannten Naturgesetze eher etwas von Gewohnheiten“ haben?
Auf eingängige Art und Weise schildert der promovierte Biologe dann, wie sein Konzept der „morphischen Felder“ geradezu im Vorbeigehen die großen Fragen der Wissenschaft beantworten könnte: Es gäbe keinen Grund mehr „von einer Fixierung aller Gesetze und Konstanten im Augenblick des Urknalls auszugehen“. Stattdessen könnten sich vermeintlich in Stein gemeißelte Konstanten an die jeweiligen Notwendigkeiten anpassen. Die Vererbung von Instinkten wäre ebenfalls kein Geheimnis mehr: Ein kollektives Gedächtnis führt nicht nur dazu, dass ein Spatz wie ein Spatz aussieht, sondern sorgt auch dafür, dass er sich so verhält, wie Spatzen sich nun einmal verhalten.
Zugegeben, ganz neu ist Sheldrakes Idee der morphischen Felder nicht. Er hatte sie bereits 1981 in „A new Science of Life“ dargestellt. Mit dem nun vorliegenden, vollständig überarbeiteten Werk greift er aber noch einmal die aktuelle Diskussion über seine Hypothese auf. Konsequent spinnt Sheldrake die Idee der morphischen Felder bis zum Ende und errichtet ein bestechendes, in sich geschlossenes Gedankengebäude. Dass sich dahinter nicht nur ungefähres Geraune, sondern eine Hypothese mit ernsthaftem wissenschaftlichem Anspruch verbirgt, dürfte spätestens dann deutlich werden, wenn Sheldrake mögliche Experimente zur Verifizierung der morphischen Felder vorschlägt. Auch wenn diesen Theorien in der Wissenschaft kaum Erfolg beschieden sein dürfte, unterhaltsam ist das Buch allemal. D
Rupert Sheldrake
Scherz Verlag
Frankfurt am Main, 2011
543 Seiten, 24,95 Euro
ISBN: 978-3-5021-5189-0











