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Warum die Kohlendioxid-Endlagerung wohl nicht funktionieren wird
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Warum die Kohlendioxid-Endlagerung wohl nicht funktionieren wird

Irgendwie wird das hier in Deutschland nicht so recht was mit der Kohlendioxid-Endlagerung. Eigentlich sollte dieses Jahr in der Lausitz ein Kohlekraftwerk starten, das Kohlendioxid abscheidet und in unterirdische Reservoire presst, aber Vattenfall hat das Ganze abgeblasen - angeblich weil das Gesetz zu dieser als CCS bekannten Technik monatelang im Bundesrat herumdümpelte. Jetzt gibt es seit Ende Juni immerhin einen Kompromiss im Vermittlungsausschuss, aber die Regierung, allen voran unser fleißig twitternder Umweltminister Peter Altmaier, sehen wenig Chancen für das Verfahren. 

Ehrlich gesagt stört mich das überhaupt nicht. Ich bin sehr skeptisch, was das ganze Konzept der Kohlendioxid-Endlagerung in tiefen Gesteinen angeht. Technisch funktioniert das Ganze im Prinzip, aber ich habe große Zweifel, dass man das eigentliche Ziel, nämlich eine Kohlendioxid-neutrale Energieversorgung, auf diesem Wege erreicht.

Meine These: Sobald die Technik einigermaßen serienreif und politisch abgesegnet ist, fließen als erstes Milliarden in neue fossile Kraftwerke, mit dem Resultat, dass die Emissionen steigen und die Sequestrierung nicht hinterherkommt. So ein Kohlekraftwerk nämlich ist schnell gebaut, eine Lagerstätte für das entstehende Kohlendioxid zu finden ist dagegen deutlich aufwendiger. Und nicht nur das, zwei Forscher haben unlängst sogar die These aufgestellt, dass der größte Teil der Erdkruste grundsätzlich ungeeignet ist, um überschüssiges Kohlendioxid für lange Zeiträume sicher einzulagern.

Kleine Beben - große Wirkung

Die Meinung von Zoback und Gorelick in PNAS muss man nicht teilen, aber auf jeden Fall verdeutlich die Argumentation der beiden einige ganz grundlegende Probleme, die es der CCS-Technik sehr schwer machen dürften, mit den Emissionen fossiler Kraftwerke Schritt zu halten.

Die Forscher rechnen zum einen vor, dass allein die USA jedes Jahr 17 Milliarden Barrel Kohlendioxid pro Jahr in den Untergrund pumpen müssten, um ihre Emissionen zu neutralisieren – etwa viermal so viel wie das Land zu Spitzenzeiten Erdöl förderte. Die Gasmengen, die im Untergrund verschwinden müssen, sind schlicht gigantisch, und man braucht die entsprechenden Speicher dafür. Die schiere Größe der Speicher ist aber nur ein Punkt. Damit CCS tatsächlich effektiv den Treibhauseffekt bekämpft, dürfen die anvisierten Speicher selbst über geologische Zeiträume nur einen winzigen Bruchteil des eingelagerten Gases verlieren.

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