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Morbider Humor, hohe Intelligenz?
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Fischblog

Morbider Humor, hohe Intelligenz?

Manche Studien, die ich so auf der Suche nach spannenden Nachrichten lese, geben mir Rätsel auf. Das neueste Beispiel ist die Untersuchung über Intelligenz und  Humor, die im Moment in einigen Medien auftaucht: Schwarzer Humor deute auf eine überdurchschnittlich hohe Intelligenz hin, schließt man aus der Studie einer österreichischen Arbeitsgruppe.

Die will nämlich mit 156 Versuchspersonen und 12 Cartoons des Zeichners Uli Stein herausgefunden haben, dass es im Bezug auf schwarzen Humor genau drei Sorten von Menschen gibt. Eine dieser Gruppen, daher das Medieninteresse, mag ihre Cartoons gerne morbid und ist überdurchschnittlich intelligent. Gleichzeitig, und das ist das Bemerkenswerte, gibt es laut der Studie zwischen dieser Humor-Vorliebe und Intelligenz keinen signifikanten Zusammenhang. Zitat:

„Non-significant correlations were found between black humour preference and […] nonverbal intelligence (r(156) = −.035, p = .664) as well as verbal intelligence (r(156) = −.028, p = .729)“

Ein p-Wert von 0,664 wie bei der nonverbalen Intelligenz besagt schlicht, dass ein solches oder extremeres Ergebnis auch dann, wenn es den getesteten Effekt gar nicht gibt, durch puren Zufall mit einer Wahrscheinlichkeit von zwei Dritteln auftritt. Als einigermaßen Glaubwürdig gilt ein Ergebnis bei einem p-Wert unterhalb von 0,05 – also eine Wahrscheinlichkeit von unter fünf Prozent, dass so ein Ergebnis auftritt, wenn es keinen Effekt gibt.

Doch noch signifikant

Der angebliche Zusammenhang zwischen morbidem Humor und Intelligenz taucht erst in einer weiteren Analyse auf. Die Versuchspersonen werden dabei nach den Werten ihrer verschiedenen Parameter mathematisch nach Ähnlichkeit sortiert, und diese Cluster sind nach Angaben der Arbeitsgruppe diesmal hochsignifikant. Da gibt es entgegen dem oben zitierten Befund also doch eine Gruppe, deren Mitglieder tatsächlich besonders gerne schwarzen Humor mögen und bei verbaler und nonverbaler Intelligenz besser abschneiden als der Rest.

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http://www.laborwelt.de/menschen/blogs/blogs-2016/morbider-humor-hohe-intelligenz.html


Über den Autor auf Fischblog:

Lars Fischer ist studierter Chemiker und Chemielaborant. Nach dem Diplom wandte er sich dem Bloggen zu und arbeitete als freier Wissenschaftsautor für verschiedene Publikationen. Seine Spezialgebiete sind neben Chemie und Materialwissenschaft unter anderem scheußliche Tropenkrankheiten, chemische Evolution und Geowissenschaften. 

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BlooDNAcid

Dank einer der größten medizinischen Errungenschaften aller Zeiten, der Impfung, ist der Menschheit der ungeheure Erfolg gelungen, eine besonders gefährliche, grausige Krankheit, die Pocken, vollständig auszurotten. Und „dank“ einer der größten menschlichen Dummheiten aller Zeiten, dem Impfleugnertum, ist uns das bei Kinderlähmung und Masern immer noch nicht gelungen.

http://scienceblogs.de/bloodnacid

Dank einer der größten medizinischen Errungenschaften aller Zeiten, der Impfung, ist der Menschheit der ungeheure Erfolg gelungen, eine besonders gefährliche, grausige Krankheit, die Pocken, vollständig auszurotten. Und „dank“ einer der größten menschlichen Dummheiten aller Zeiten, dem Impfleugnertum, ist uns das bei Kinderlähmung und Masern immer noch nicht gelungen.

Aber die Pocken sind weg, Jenner sei dank kann niemand mehr daran erkranken und niemand braucht mehr dagegen geimpft zu werden aber trotzdem interessieren sich Forscher noch für diese Krankheit und ihren Ursprung, den man bis vor Kurzem tausende Jahre in der Vergangenheit wähnte: man hatte Anzeichen von Pocken an ägyptischen Mumien gefunden und bereits in antiken chinesischen Texten wurden pockenartige Hautausschläge erwähnt.

Kürzlich hat nun jedoch eine Forschergruppe mehr oder weniger zufällig den Erreger der Pocken, das Variolavirus, in der DNA einer litauischen Mumie aus dem 17. Jahrhundert gefunden, die sie zuvor mittels NGS analysiert hatten. Nachdem sie das angebliche Alter der Mumie bestätigt hatten, rekonstruierten sie die virale DNA und verglichen ihr Degradationsmuster mit demjenigen eines rezenteren Stamms (sogenannte „molecular clock“). Die Muster ähnelten einander auffällig, was für ein ähnliches Alter der Stämme spricht.

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BlooDNAcid

Ich befinde mich derzeit noch im labilen Zustand der Meinungsbildung hinsichtlich der Genderforschung, ich tendiere aber momentan zu der Einschätzung, daß zumindest einige der in diesem Feld vertretenen Thesen einer wissenschaftlich haltbaren Grundlage entbehren und eher einen ideologiekonformen post-hoc-angepassten Charakter besitzen. Daß, beispielsweise, die bei (biologischen) Frauen und Männern unterschiedlichen chromosomalen Ausstattungen, entwicklungsbiologischen Verläufe, hormonellen Milieus und neurologischen Strukturen keinerlei Auswirkung auf Denken, Fühlen und Verhalten haben sollen und das Geschlecht einzig und allein ein soziales Konstrukt sei, halte ich für eine These, für die bislang keinerlei Belege existieren.

http://scienceblogs.de/bloodnacid

Ich befinde mich derzeit noch im labilen Zustand der Meinungsbildung hinsichtlich der Genderforschung, ich tendiere aber momentan zu der Einschätzung, daß zumindest einige der in diesem Feld vertretenen Thesen einer wissenschaftlich haltbaren Grundlage entbehren und eher einen ideologiekonformen post-hoc-angepassten Charakter besitzen. Daß, beispielsweise, die bei (biologischen) Frauen und Männern unterschiedlichen chromosomalen Ausstattungen, entwicklungsbiologischen Verläufe, hormonellen Milieus und neurologischen Strukturen keinerlei Auswirkung auf Denken, Fühlen und Verhalten haben sollen und das Geschlecht einzig und allein ein soziales Konstrukt sei, halte ich für eine These, für die bislang keinerlei Belege existieren.

Daß biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen eine Rolle spielen, finden übrigens auch einige Viren, die das Glück haben, keine „hot topic“ Genderdebatten in den sozialen Medien mitverfolgen zu müssen, sondern stattdessen lieber selber „viral gehen“ (und damit soll es mit den potthäßlichen Anglizismen hier auch sein Bewenden haben).

Es gibt Belege dafür, daß Männer stärkere Symptome durch Infektionskrankheiten aufweisen und auch häufiger daran sterben als Frauen, was man allgemein häufig auf das vergleichsweise bessere Immunsystem der Frauen zurückgeführt hatte. Eine Gruppe um V. Jansen an der Royal Holloway Uni in London haben kürzlich aber gezeigt, daß auch die Viren selbst eine Rolle bei diesem geschlechtsspezifischen Unterschied spielen und daß man immer beide Parteien einer Infektion, Wirt und Parasit, sowie deren Interaktion betrachten muß.

Sowohl Frauen als auch Männer können Viren von Person zu Person (=horizontal) verbreiten, doch nur Frauen können ein Virus während der Schwangerschaft, Geburt oder durchs Stillen auch auf ihr Baby (=vertikal) übertragen. Es könnte also einen selektiven Vorteil für ein Virus bedeuten, diese Transmissionsroute, die ja eine noch weitere Verbreitung des Virus‘ ermöglicht, zu erhalten und Frauen daher nicht so stark erkranken zu lassen, daß sie sterben.

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BioInfoWelten

Am Computer sitzen, zocken und dabei noch die Wissenschaft unterstützen? Ja, das geht. Die Frage, wie das genau funktioniert, war eines der Wunschthemen bei meiner Umfrage im Juli. Welche wissenschaftlichen (bioinformatischen) Fragestellungen lassen sich spielerisch lösen? Wie kann ein Spiel überhaupt eine Wissenschaftliche Fragestellung beantworten? Und wieso können Spiele etwas, was reine Algorithmen nicht können?

http://scienceblogs.de/bioinfowelten

Am Computer sitzen, zocken und dabei noch die Wissenschaft unterstützen? Ja, das geht. Die Frage, wie das genau funktioniert, war eines der Wunschthemen bei meiner Umfrage im Juli. Welche wissenschaftlichen (bioinformatischen) Fragestellungen lassen sich spielerisch lösen? Wie kann ein Spiel überhaupt eine Wissenschaftliche Fragestellung beantworten? Und wieso können Spiele etwas, was reine Algorithmen nicht können?

Zeit euch diese Fragen zu beantworten und das ein oder andere Bioinformatik Spiel vorzustellen.

Foldit

Bei Foldit dreht sich alles um Proteinfaltung. Proteine sind die molekularen Maschinen in unserem Körper und haben sehr viele wichtige, und sehr unterschiedliche Funktionen. Sie sind zum Beispiel dafür verantwortlich, dass Nahrung von uns verdaut wird (Enzyme) oder dass Sauerstoff über unser Blut transportiert wird (Hämoglobin). Sie sind aber auch Teil unseres Immunsystems (Antikörper), sind für den Aufbau von Haut, Muskeln, Knochen und Haaren verantwortlich und sorgen dafür, dass wir uns verlieben (Hormone).

Den Aufbau eines Proteins kann man auf mehreren Ebenen beschreiben. Zunächst einmal bestehen Proteine aus einer Kette aus Aminosäuren. Die Reihenfolge der Aminosäuren eines Proteins ist in der DNA gespeichert und lässt sich daraus relativ leicht ablesen, wenn man den genetischen Code als Übersetzungshilfe zur Hand hat. Aber Proteine liegen in unseren Zellen nicht als bloße Aminosäureketten vor. Erst wenn sich die Kette zu einer kompakten 3D-Struktur zusammenfaltet, werden die Proteine funktionstüchtig.

Die Energie einer solchen Struktur wird durch Bindungen und Anziehungskräfte zwischen den Aminosäuren bestimmt. Für jedes Protein gibt es eine 3D-Struktur, in der sich das Protein im Energieminimum befindet. Man nennt diese Struktur native Form des Proteins und sie ist die Struktur, in der das Protein funktionstüchtig ist. Diese native 3D-Struktur aus der Aminosäurekette vorherzusagen ist extrem schwer, sogar für Computer. Die Energie einer 3D-Struktur lässt sich zwar berechnen, der Suchraum aller möglichen Strukturen die eine solche Kette annehmen könnte ist jedoch riesig. Stellt euch einfach einen Faden vor und die vielen verschiedenen Möglichkeiten, wie dieser zusammengeknüllt werden könnte. Jede kleine Änderung ändert auch die Energie des Knäuels.

Es gibt Algorithmen, die die Faltung einer Aminosäurekette zur nativen 3D-Struktur berechnen. Die Rechenzeit dieser Algorithmen ist jedoch oft enorm. Häufig können Falt-Algorithmen nur kleine Teilstrukturen (sogenannte Domänen) berechnen.


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Fischblog

Es gibt kaum etwas frustrierenderes als die HIV-Forschung zu verfolgen. In den 80er Jahren haben sie noch gesagt, binnen zwei Jahren würde es einen Impfstoff geben. Das hat dann nicht ganz so toll funktioniert. Seither sind an AIDS etwa 32 Millionen Menschen gestorben und fast 40 Millionen weitere sind infiziert, und beim Thema HIV-Impfung sieht es nach wie vor ziemlich finster aus.

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Es gibt kaum etwas frustrierenderes als die HIV-Forschung zu verfolgen. In den 80er Jahren haben sie noch gesagt, binnen zwei Jahren würde es einen Impfstoff geben. Das hat dann nicht ganz so toll funktioniert. Seither sind an AIDS etwa 32 Millionen Menschen gestorben und fast 40 Millionen weitere sind infiziert, und beim Thema HIV-Impfung sieht es nach wie vor ziemlich finster aus.

Das einzige zählbare Ergebnis von 30 Jahren Forschung ist ein Präparat namens RV 144: Eine Kombination aus einem modifizierten Vogelpockenvirus von Sanofi-Pasteur und dem HIV-Oberflächenprotein gp120 zusammen mit Aluminiumhydroxid als Wirkverstärker. Die Impfung wurde zwischen 2003 und 2009 in Thailand getestet, und in der Versuchsgruppe gab es 31 Prozent weniger HIV-Infektionen als in der Placebogruppe. Es ist schon ganz cool, dass das Zeug überhaupt funktioniert, aber knapp ein Drittel ist bei weitem nicht gut genug.

Neuer Versuch in Südafrika

Jetzt läuft ein neuer Versuch mit einer sehr ähnlichen Kombination namens HVTN 702. Diesmal ist der Schauplatz Südafrika, wo etwa ein Fünftel der Bevölkerung im fortpflanzungsfähigen Alter infiziert ist. Die beiden Impfstoffe wurden überarbeitet: Das Vogelpockenvirus enthält jetzt DNA des in Südafrika am weitesten verbreiteten Virenstammes, und der Booster mit dem gp120 – das Protein war übrigens Thema meiner Diplomarbeit – enthält jetzt statt Aluminiumhydroxid als Wirkverstärker eine Squalen-Emulsion[1]. Zusätzlich zu der neuen Zusammensetzung spritzt man die beiden Präparate häufiger als im Thailand-Versuch, nämlich das Virus fünf mal über den Zeitraum eines Jahres und gp120 immerhin noch drei mal. Damit soll die Infektionsrate bis zum Ende des Versuchs im Jahr 2020 um mehr als 50 Prozent gesenkt werden - dann könnte das Produkt lizensiert werden, und man hätte die erste einsetzbare HIV-Schutzimpfung.

Ob die dann auch so viel bringt, ist die große Frage. Klar, wenn man eine Impfung hat, nimmt man die auch, zumal die Lage an der HIV-Front nicht so richtig rosig ist, mit den steigenden Infektionszahlen speziell in Osteuropa. Der jetzige Impfstoffkandidat ist aber alles andere als ideal. Zum einen ist der Schutz vor HIV eben nicht vollständig. Viele Geimpfte könnten sich in Sicherheit wiegen und die anderen – immer noch notwendigen – Präventionsstrategien weniger ernst nehmen. Den Effekt erzeugen schon die vorhandenen Medikamente: HIV gilt gerade in vielen Industrieländern fast schon als relativ harmlose Krankheit, die man gut im Griff hat, und das zeigt sich in den steigenden Infektionszahlen.

Verschärft wird das Problem noch dadurch, dass Impfkampagnen mit dem südafrikanischen Protokoll recht aufwendig wären: Für einen optimalen Schutz müssen die Patienten im Lauf eines Jahres (mindestens) fünf mal geimpft werden. Da wird es eine ganz erhebliche Abbrecherquote geben – sag ich mal als notorischer Auffrischungsmuffel. Und hierzulande ist sowas ja noch relativ einfach. In vielen Weltgegenden sieht das anders aus.

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Detritus

Bei der Kommunikation der grünen Gentechnik ist etwas gründlich schief gelaufen. Die positive Aufbruchsstimmung ist irgendwann gekippt, heute ist Gentechnik in der Landwirtschaft überwiegend negativ besetzt. Mit den neuen, mächtigen Genome-Editing-Methoden wie CRISPR-Cas9 kündigt sich eine neue Revolution in den Laboren an. Können die Möglichkeiten des Internets verhindern, dass auch dieses Forschungsthema wieder so stark polarisiert wird?

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Bei der Kommunikation der grünen Gentechnik ist etwas gründlich schief gelaufen. Die positive Aufbruchsstimmung ist irgendwann gekippt, heute ist Gentechnik in der Landwirtschaft überwiegend negativ besetzt. Mit den neuen, mächtigen Genome-Editing-Methoden wie CRISPR-Cas9 kündigt sich eine neue Revolution in den Laboren an. Können die Möglichkeiten des Internets verhindern, dass auch dieses Forschungsthema wieder so stark polarisiert wird? 

Vor etwa 40 Jahren begann die Diskussion über die Risiken der Gentechnik und wie sie reguliert werden sollte. Inzwischen ist sie in Forschung, Industrie und Medizin fest etabliert und wird dort auch von der Bevölkerung akzeptiert. Die genetische Modifikation von Ackerpflanzen („grüne Gentechnik“) dagegen wird von den meisten Menschen abgelehnt, obwohl sie großes Potenzial hat. Aus verschiedenen Gründen lief die Kommunikation dieser Technologie „falsch“.

Neue Methoden wie das CRISPR-Cas9-System machen Veränderungen am Erbgut präzise, schnell, kostengünstig und einfach. Sie werden bereits breit in den Laboren genutzt und beginnt auch, in die Anwendung in Klinik und Produktion zu diffundieren. Wie kann man nun verhindern, dass die Kommunikation dieser Technologie auch gegen die Wand fährt?

Die Berichterstattung über Genomeditierung in den traditionellen Totholz-Medien ist noch positiv und differenziert. Aber wie relevant ist das überhaupt noch? Wird CRISPR-Cas9 bald in dieselbe schmutzige Ecke gestellt werden, wie die grüne Gentechnik?


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Von Menschen und Mäusen

Mein Mann hat eine Tendenz eigenartige Namen zu vergeben. Obwohl unser Kater vom Tierheim den Namen Olek bekommen hat, wird er bei uns eigentlich nur Kellner gerufen. Ich habe versucht dagegen anzukämpfen, aber der Name passt einfach zu gut. Wie viele andere Katzen sieht er so aus, als ob er einen kleinen schwarzen Anzug anhat.

Rama via Wikimedia Commons, Scilogs 

Mein Mann hat eine Tendenz eigenartige Namen zu vergeben. Obwohl unser Kater vom Tierheim den Namen Olek bekommen hat, wird er bei uns eigentlich nur Kellner gerufen. Ich habe versucht dagegen anzukämpfen, aber der Name passt einfach zu gut. Wie viele andere Katzen sieht er so aus, als ob er einen kleinen schwarzen Anzug anhat.

Die Pigmentierung des Fells bzw. der Haut wird bereits während der Embryonalentwicklung festgelegt. Während der Entwicklung kolonisieren Melanoblasten, die Vorläuferzellen aus denen die Melanozyten hervorgehen, die sich entwickelnde Epidermis, also die Oberhaut, die uns gegen die Umwelt abgrenzt. Je nachdem, wie sich diese Melanoblasten hier verteilen werden verschiedene Fellmuster gebildet. Dabei wurde bisher angenommen, dass Tiere mit einem hellen Bauchfleck, so wie mein kleiner Kellner, dadurch entstehen, dass sich die Melanoblasten nicht schnell genug bewegen. Sie starten nämlich am Rücken und der Bauch ist so weit entfernt, dass sie da einfach nicht rechtzeitig ankommen. Dadurch dass sich die Melanoblasten während ihrer Reise immer wieder teilen, hinterlassen sie Nachfolger, die so nach und nach die ganze Epidermis bevölkern. Oder eben nicht, wenn sie zu langsam wären. Ursächlich dafür ist das Gen Kit. Mutationen in diesem Gen verursachen den beim Menschen auftretenden Piebaldismus, der neben weißen Flecken auf der Haut auch eine ziemlich coole, charakteristische weiße Stirnlocke mit sich bringt.

Wie die Migration dieser Melanoblasten in der Bauchregion abläuft, kann man auf Grundlage von Migrationsexperimenten mathematisch modellieren. Genau das wurde in der hier vorgestellten Publikation gemacht, mit dem Ziel das Verhalten von Melanoblasten während der Kolonisierung besser zu verstehen. Dabei geht es allerdings nicht unbedingt nur um schicke Fellmuster, sondern vor allem auch um damit assoziierte Erkrankungen wie  Morbus Hirschsprung, eine sehr unangenehme Darmerkrankung. Zu diesem Zweck wurde zunächst in explantierten Mäuseembryonen untersucht, wie sich die Melanoblasten während der Entwicklung bewegen. Dazu wurden genetisch veränderte Mäuse verwendet, in denen die Melanoblasten angefärbt waren. Die erste Beobachtung dabei war, dass sich die Melanoblasten zwar ständig bewegten, dies aber nicht gerichtet, sondern zufällig erfolgte. Dafür wurden sogenannte time-lapse Aufnahmen gemacht, also eine Sequenz von Bildern von immer demselben Bildausschnitt. In der Abbildung unten sieht man wie der Melanoblast innerhalb von 140 min rumzappelt.

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Fischblog

Die Cholera ist eine der gefährlichsten Seuchen überhaupt. Wenn der Erreger Vibrio cholerae irgendwo in der Wasserversorgung auftaucht, kann er binnen extrem kurzer Zeit so viele Opfer anstecken wie kaum ein anderes Pathogen – und man kann innerhalb von 24 Stunden an Cholera sterben. Überall wo sauberes Trinkwasser nur begrenzt zur Verfügung steht und sanitäre Anlagen ebenfalls knapp sind, herrschen gute Bedingungen für die Cholera.

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Ein beträchtlicher Teil aller produzierter Nahrung landet nicht etwa im Magen, sondern ganz woanders – nicht selten im Abfall. Warum eigentlich, und muss das wirklich sein? 

Die verschiedenen Gründe für Lebensmittelverschwendung sind, etwa wie klebrige Nudeln, nur schlecht voneinander zu lösen. Man hat einen Haufen Fragen und möchte sie genussvoll wie Spaghetti eine nach der anderen aufwickeln. Tatsächlich aber hat bei jedem Happen erstmal den halben Teller an der Gabel hängen und verteilt Tomatensoße an den Wänden.

Das Thema hängt ebenso untrennbar mit Mode und Kultur zusammen wie mit Finanzmärkten und Verfahrenstechnik. Unser Essen kommt nicht direkt vom Feld in unsere Töpfe, sondern durchläuft eine Folge von Stationen, die Lebensmittel zu dem machen, was sie heute sind: Eine leicht zugängliche, billige, sichere und vielfältige Ware. Man kann das nicht hoch genug schätzen.

Der Verlust beträchtlicher Mengen Nahrung ist der Preis dafür. Das ist ein Teil der Antwort. Grundsätzlich brauchen wir einen gewissen Überschuss an Lebensmitteln, um Schwankungen abzupuffern. Dann besteht das System, das die Lebensmittel zu uns bringt – die Food Supply Chain – aus fünf Segmenten, die ein Lebensmittel vom Acker bis in den Magen durchlaufen kann: Ernte, Transport und Lagerung, Verarbeitung, Handel, Verbrauch. Auf jeder Stufe gibt es verschiedene Arten von Verlusten. Ein bisschen Schwund ist immer.

Du bist schuld!

In den Industrieländern sind Handel und Endverbraucher für den größten Teil der verlorenen Lebensmittel verantwortlich. Verluste auf diesen beiden letzten Stufen bezeichnet man im engeren Sinne als Lebensmittelverschwendung (food waste). In Deutschland erfasste eine große Untersuchung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus dem Jahr 2011 diesen Bereich – sehr lesenswert, wenn ihr mal Zeit für 500 Seiten habt. Demnach gehen hier pro Jahr 8,8 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll, davon entfallen auf Privathaushalte 71 Prozent (etwas über 80 Kilogramm pro Person) und den Einzelhandel etwa 9 Prozent. Der Rest fällt in der Gastronomie an.

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BlooDNAcid

Offenbar schickt sich die U.S.-amerikanische Sängerin Jennifer Muñiz, anscheinend besser bekannt als Jennifer Lopez, die sich dem Vernehmen nach auch als TV-Produzentin geriert, an, eine Krimiserie zu produzieren, die den Titel C.R.I.S.P.R. tragen soll und in der die Genom-Editierungstechnologie CRISPR/Cas eine zentrale Rolle als Werkzeug eines Bioterroristen spielen soll.

http://scienceblogs.de/bloodnacid

Offenbar schickt sich die U.S.-amerikanische Sängerin Jennifer Muñiz, anscheinend besser bekannt als Jennifer Lopez, die sich dem Vernehmen nach auch als TV-Produzentin geriert, an, eine Krimiserie zu produzieren, die den Titel C.R.I.S.P.R. tragen soll und in der die Genom-Editierungstechnologie CRISPR/Cas eine zentrale Rolle als Werkzeug eines Bioterroristen spielen soll.

In der Serie soll ein größenwahnsinniger Wissenschaftler CRISPR/Cas u.a. dazu mißbrauchen, um ein Attentat auf den Präsidenten zu verüben, oder ein ungeborenes Kind zur Mordwaffe umzufunktionieren (wie das gehen soll, weiß wohl kein Genetiker auf der Welt, aber glücklicherweise die Drehbuchschreiber aus Hollywood). Naja und natürlich wird der „verrückte Wissenschaftler“, der, da bin ich sicher, ’mal wieder ein Abklatsch des nicht tot zu kriegenden Frankenstein-Archetypen sein wird, wird gejagt von? Genau, einer FBI-Agentin und einem CDC-Wissenschaftler, die natürlich was? Ein Verhältnis miteinander anfangen. Etc. pp. ad nauseam.

Der „Hollywood-Reporter“ schreibt dazu:
„In der Art von Castle wird zwischen dem Wissenschaftler und der FBI-Agentin eine Romanze erblühen, während die beiden sich zusammentun, um das diabolische Genie mit dem Gotteskomplex zu Fall zu bringen, der früher der Chef der Agentin war. Das Drama wird uns Mentor und Protegé vorführen, die um die Kontrolle um das menschliche Genom ringen in einem Katz-und-Maus-Spiel, in dem es um die Zukunft unserer Spezies geht und um die mögliche Ausrottung aller Krankheiten.“ (Übersetzung CC)

Das klingt, mit Verlaub, grauslig. Genau diese Art sensationalistischer Ausschlachtung können wir in der empfindlichen Debatte um Genomeditierung im Speziellen und Gentechnologie im Allgemeinen nicht gebrauchen. 

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Fischblog

Die Cholera ist eine der gefährlichsten Seuchen überhaupt. Wenn der Erreger Vibrio cholerae irgendwo in der Wasserversorgung auftaucht, kann er binnen extrem kurzer Zeit so viele Opfer anstecken wie kaum ein anderes Pathogen – und man kann innerhalb von 24 Stunden an Cholera sterben. Überall wo sauberes Trinkwasser nur begrenzt zur Verfügung steht und sanitäre Anlagen ebenfalls knapp sind, herrschen gute Bedingungen für die Cholera.

http://www.scilogs.de/fischblog

Die Cholera ist eine der gefährlichsten Seuchen überhaupt. Wenn der Erreger Vibrio cholerae irgendwo in der Wasserversorgung auftaucht, kann er binnen extrem kurzer Zeit so viele Opfer anstecken wie kaum ein anderes Pathogen – und man kann innerhalb von 24 Stunden an Cholera sterben. Überall wo sauberes Trinkwasser nur begrenzt zur Verfügung steht und sanitäre Anlagen ebenfalls knapp sind, herrschen gute Bedingungen für die Cholera.

Haiti, eines der ärmsten Länder der Welt, ist so ein Land. Kaum ein anderer Staat hat gemessen an seiner Einwohnerzahl so viele Cholera-Fälle. 27000 waren es allein dieses Jahr bisher, und nach den Zerstörungen durch den Hurrican Matthew kamen schon angeblich 1000 weitere Infizierte dazu.

Der Witz ist: Vor dem 21. Jahrhundert gab es mindestens 150 Jahre lang keine Cholera in Haiti. Sie wurde erst vor ein paar Jahren eingeschleppt, und zwar im Jahr 2010 von UN-Blauhelmen, nachdem bei einem schweren Erdbeben auf der Insel etwa 150000 Menschen gestorben waren (kein Tippfehler. Hundertfünfzigtausend) und 1,5 Millionen ihr Obdach verloren. Die Friedenstruppen haben, was in einer solchen Situation schon völlig unverantwortlich ist, sich schlicht nicht an irgendeine Form von hygienischen Mindeststandards gehalten: Es gab zu wenig Toiletten, Seife und Desinfektionsmittel in dem Camp. Die Abwässer wurden einfach in die Landschaft entsorgt, praktisch am Ufer von Haitis wichtigstem Fluss, dem Artibonite.

Die UN-Blauhelme brachten die Cholera

Das völlig Unfassbare daran ist, dass die UN-Soldaten ausgerechnet aus Nepal stammten, wo zu jener Zeit gerade die Cholera grassierte. Was da am Camp des Nepalesischen Batallions passierte, war irgendwo zwischen Worst Case und Bioterror. Jedenfalls sind ziemlich schnell immer mehr Menschen entlang des Artibonite krank geworden. Der Rest ist Geschichte. Mangel an Geld und Ausrüstung dürften die Situation herbeigeführt haben, und vor allem, dass anscheinend niemand einen blassen Schimmer hatte, worauf es in einem Katastrophengebiet ankommt.

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BioInfoWelten

In meinem letzten Beitrag habe ich über CRISPR/Cas9 geschrieben und die Möglichkeit, in Zukunft unser Erbgut verändern zu können. Ich sehe die vielen Chancen, die uns diese neue Technologie besonders in der Medizin bietet. Und ich sehe gleichzeitig die Gefahren, die vor allem durch unser eigenes Unwissen bestehen. Denn wir sind noch weit davon entfernt alles zu verstehen, was in unserem Erbgut geschrieben steht.

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In meinem letzten Beitrag habe ich über CRISPR/Cas9 geschrieben und die Möglichkeit, in Zukunft unser Erbgut verändern zu können. Ich sehe die vielen Chancen, die uns diese neue Technologie besonders in der Medizin bietet. Und ich sehe gleichzeitig die Gefahren, die vor allem durch unser eigenes Unwissen bestehen. Denn wir sind noch weit davon entfernt alles zu verstehen, was in unserem Erbgut geschrieben steht.

2001 hatten wir zum ersten Mal die komplette Sequenz des menschlichen Genoms vor uns liegen. “Das Humangenom ist entschlüsselt” hieß es damals. Wie unwahr. Wir hatten die einzelnen Zeichen entschlüsselt — ja. Nur lag vor uns ein Text über hundert Bände (zu je tausend Seiten) in einer Sprache, die wir kaum verstanden.

Seit dem haben wir viel gelernt. Heute verstehen wir einen Großteil der grundlegenden Wörter dieser Sprache: die Gene. Stellen wir uns ein Land vor, in dem man “Genomisch” spricht, wir könnten uns vermutlich ganz gut verständigen. Aber sind wir auch “verhandlungssicher”? Würden wir Wortspiele verstehen? Den Subtext einer Aussage? Leider nein. Auf dieser Ebene haben wir noch viel zu lernen…

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