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Gentherapie als Verjüngungskur
18.05.2012 - 20 Jahre länger leben? Mäuseleben wurden jetzt dank Gentherapie um bis zu 24% verlängert. Auch beim Menschen ist dieser Ansatz denkbar.
Einmal eine Injektion mit einem „Methusalem-Gen“ und fast 20 Jahre Lebenszeit gewinnen? Was wie Science Fiction klingt, ist in einem spanischen Labor Realität geworden – allerdings vorerst nur bei Mäusen. Zum ersten Mal ist es gelungen, die Lebenspanne eines Säugetiers mit Hilfe der Gentherapie zu verlängern. Injizierten die Forscher aus Madrid und Barcelona 2 Jahre alten Mäusen ein bestimmtes Genkonstrukt, verlängerte sich deren Leben im Durchschnitt um 13 Prozent. Bei jungen Mäusen (1 Jahr alt) war der Effekt mit 24 Prozent sogar noch stärker. Auf den Menschen umgerechnet entspräche das bei einer 1980 geborenen Frau einer Verlängerung ihrer Lebenserwartung von 76,2 Jahre auf 94,5 Jahre. Auch die Gesundheit im Alter verbesserte sich nach der Gentherapie: Krankheiten wie Osteoporose oder Insulinresistenz traten bei den Mäusen deutlich später auf. In ihrem Forschungsaufsatz in EMBO Molecular Medicine vom 15. Mai zeigen die Jungbrunnen-Forscher außerdem, dass die Mäuse im Gegensatz zu den Erwartungen vieler Kollegen keine Tumore entwickeln.
Bei dem eingesetzten „Methusalem-Gen“ handelt es sich um das Telomerase-Gen. Das Protein Telomerase verlängert die Enden der Chromosomen, die sogenannten Telomere. Bei jeder Zellteilung werden diese schützenden Enden etwas kürzer. Sind sie nach vielen Zellteilungen zu stark verkürzt, stirbt die Zelle. In Stammzellen und Krebszellen ist aber besagtes Telomerase-Gen aktiv. Durch das steige Reparieren der Telomere werden jene Zellen quasi unsterblich. In allen anderen erwachsenen Körperzellen gibt es hingegen keine Telomerasen. Daher tickt in ihnen der Telomer-Countdown. Normalerweise. Durch die systemische Injektion des Telomerase-Gens konnte dieser Countdown nun erfolgreich verlangsamt und eine Verjüngungskur eingeleitet werden.











