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Auf in den Kampf, Killerzelle!
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Immunologie

Auf in den Kampf, Killerzelle!

13.02.2017 - Der Bürokollege schnieft, der Nebenmann in der S-Bahn hustet ohne Unterlass? Im Winter hätten Erkältungsviren noch leichteres Spiel – wären da nicht die Killerzellen, die sich den Krankheitserregern entgegenstellen. Wie diese Zellen blitzschnell ein Heer rekrutieren, fanden nun Bonner Forscher heraus.

Der Name sagt alles: Killerzellen wollen nur eins – Eindringlinge finden und zerstören. Forscher aus Japan, den USA, Italien und Deutschland unter der Federführung von Bonner Wissenschaftlern berichten im Fachjournal Immunity, was passiert, damit es zu einer möglichst effektiven Vermehrung der Killerzellen kommt. 

Killerzellen, oder auch zytotoxische T-Zellen, verhalten sich die meiste Zeit friedlich. Erst wenn dendritische Zellen ihnen Fremdmoleküle präsentieren, werden sie aktiv. Dendritische Zellen laufen rund um die Uhr Patrouille, immer auf der Suche nach Molekülen, die im Körper nichts zu suchen haben. Finden sie so eins, präsentieren sie das Fremdmolekül auf ihrer Oberfläche und warten auf eine Killerzelle. Nicht jede Killerzelle springt jedoch auf jedes Molekül an – jede einzelne ist auf einen bestimmten Stoff spezialisiert. Sobald die Killerzelle allerdings anspringt, geht es schnell: Innerhalb kürzester Zeit steht ein ganzes Heer an Spezialkräften bereit, um gegen den Virus anzukämpfen. 

Anders als bisher angenommen, reicht der Kontakt mit der dendritischen Zelle aber nicht aus, um dieses Heer aufzustellen, so die Forscher. „Wir konnten zeigen, dass die Killerzelle zunächst eine Art Mitarbeiterstab zusammenstellt, indem sie gezielt andere Zelltypen herbei ordert“, beschreibt Studienleiter Wolfgang Kastenmüller vom Institut für Experimentelle Immunologie der Universität Bonn. Mithilfe eines speziellen Mikroskops konnte das Team um Kastenmüller zeigen: Nach dem Kontakt mit dem Fremdstoff beordert die Killerzelle über eine Art chemischen Hilferuf bestimmte Spezialzellen der Körperabwehr zu sich. Diese Helfer setzen verschiedene Immunprozesse in Gang, die auch die Killerzelle vollständig aktivieren. Nun kann sie beginnen, sich rapide zu teilen. Außerdem differenziert sich die entstehende Armee: Einige Zellen werden zu besonders schlagkräftigen, aber kurzlebigen Killern. Andere dagegen werden etwa zu Gedächtniszellen, die im Falle einer erneuten Infektion schneller aktiviert werden können. „Die Killerzelle schafft sich also zunächst eine ganz spezifische Mikroumgebung“, betont Kastenmüller. „Diese ist für eine koordinierte und schlagkräftige Immunabwehr essentiell.“ 

Die Wissenschaftler hoffen, dass sie durch ihre Grundlagenarbeit dazu beitragen können, Impfungen gegen Viren oder Tumore zu verbessern.

© laborwelt.de/um

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2017/auf-in-den-kampf-killerzelle.html

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