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Wie Axolotl sich selbst heilen
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Regeneration

Wie Axolotl sich selbst heilen

17.03.2016 - Der Salamander Axolotl ist ein Regenerationsgenie. Abgetrennte Gliedmaßen wachsen einfach wieder nach. Dresdner Entwicklungsbiologen haben nun das Schlüsselmolekül gefunden, das diesen Prozess in Gang setzt.

Verschiedene Tiere im Tierreich sind in der Lage, ihre Organe bis hin zu vollständigen Gliedmaßen nach Verletzung voll funktionsfähig und ohne Narbenbildung wiederherzustellen. Dazu gehört auch der Querzahnmolch Ambystoma mexicanum (Axolotl). Der Schwanzlurch ist bei der Wirbeltieren der unangefochtene Meister der Gliedmaßen-Regeneration. Menschen können von solchen Selbstheilungskräften bislang nur träumen. Wissenschaftler in der ganzen Welt versuchen seit Langem, die Geheimnisse der Prozesse zu lüften, um auf der Basis dieser Erkenntnisse Therapieansätze für die Regnerative Medizin entwickeln zu können.

Der Entwicklungsbiologin Elly Tanaka ist mit ihrem Team am CRTD nun gelungen, einen entscheidenden molekularen Akteur der Regeneration beim Axolotl dingfest zu machen. Im Rahmen ihrer Forschung gelang es den Dresdner Wissenschaftlern, das MARCKS-like Protein (MLP) zu identifizieren, welches ein Schlüsselmolekül für das Auslösen der Regenerationsprozesse darstellt. Wird das Molekül blockiert, findet auch der Regenerationsprozess nicht statt, wie das Team im Fachjournal Nature berichtet.

Interessanterweise konnte die Existenz des MARCKS-like Proteins auch in Säugetieren nachgewiesen werden, allerdings scheint es hier anders reguliert zu sein. „Während es im Axolotl von den Zellen an deren Umgebung abgegeben wird, verbleibt es beim Menschen innerhalb der Zellen“, sagt Takuji Suguira. Genau deshalb ist es so wichtig, die Signalkette des Proteins zu identifizieren und seinen Wirkmechanismus zu verstehen.

In den kommenden Jahren soll daher untersucht werden, wie und ob das menschliche MARCKS-Molekül auch die Zellteilung beim Menschen anregen kann. Tanaka sieht dieses wissenschaftliche Ergebnis als fundamental für die Forschung an: „Erst das detailierte Entschlüsseln des Regenerationsprozesses im Tiermodell Axolotl erlaubt es uns, grundsätzlich darüber nachzudenken, wie wir Gewebe von Gliedmaßen, zum Beispiel im Falle einer Amputation beim Menschen, entwickeln können.“

© laborwelt.de/pg

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2016-01/wie-axolotl-sich-selbst-heilt.html

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