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Verpackungen enthalten heimliche Dickmacher
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Chemie

Verpackungen enthalten heimliche Dickmacher

20.01.2016 - Nicht nur Süßes macht dick. Weichmacher von Wurst-und Käseverpackungen können den Hormonhaushalt durcheinander bringen und so Übergewicht verursachen.

Fakt ist: Bonbons, Schokolade und Chips sind Kalorienbomben und machen dick. Ein weiterer, gefährlicher Dickmacher schleicht sich jedoch über die Hintertür in unseren Körper und lässt die Pfunde ansteigen. Bei diesen hinterhältigen Dickmachern handelt es sich um Phthalate, die in zahlreichen Kunststoffverpackungen als Weichmacher verwendet werden. Diese Moleküle können aus dem Kunststoff austreten und über die Nahrung oder über die Haut ins Blut gelangen. Besonders gut werden die Weichmacher von fetthaltigen Nahrungsmitteln aufgenommen wie zum Beispiel Käse oder Wurst. Den Stoffwechselweg der Phthalate als Dickmacher konnten nun Forscher vom Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Kooperation mit dem Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) Adipositas Erkrankungen der Universität und des Universitätsklinikums Leipzig  aufdecken. 

Die Ergebnisse der nun im Fachjournal PLoS ONE erschienenen  Studie zeigen, wo Phthalate in den Stoffwechsel eingreifen und wie sie den Weg für eine Gewichtszunahme ebnen können. Im Tierversuch legten vor allem weibliche Mäuse, denen Phthalat DEHP ins Trinkwasser gegeben wurde, deutlich an Gewicht zu. Die Forscher kommen daher zu dem Schluss: Phthalate beeinflussen offensichtlich ganz massiv den Hormonhaushalt und führen bereits bei geringer Konzentration zur Gewichtszunahme.  

Bei der Charakterisierung der Stoffwechselprodukte im Blut der Mäuse stellten die Forscher feine Zunahmen des Anteils ungesättigter Fettsäuren im Blut und einen gestörten Glukosestoffwechsel fest. Daneben war auch die Zusammensetzung von im Blut befindlichen Rezeptoren bei den Tieren verändert, die für den Gesamtstoffwechsel wichtig sind und zu einer Umstellung des Stoffwechsels führen können. „Einige Stoffwechselprodukte, die vom Fettgewebe gebildet werden sind unter anderem auch als Botenstoffe aktiv und steuern Funktionen in anderen Organen“, erläutert Martin von Bergen, Leiter des Departments Molekulare Systembiologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).  Von Bergen und sein Team werden den Einfluss der  Phthalate weiter untersuchen, um stickhaltige Ergebnisse den für die Risikobewertung von Chemikalien zuständigen Behörden vorlegen zu können, sowohl auf deutscher als auch europäischer Ebene.

© laborwelt.de/bb

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2016-01/verpackungen-sind-heimliche-dickmacher.html

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