Nachrichten

UK erlaubt Gen-Chirurgie an Embryonen
Bild vergrößern

Genome Editing

UK erlaubt Gen-Chirurgie an Embryonen

27.01.2016 - Grünes Licht für Keimbahn-Experimente: Erstmals wird britischen Forschern erlaubt, gezielt das Erbgut von menschlichen Embryonen zu verändern. Dazu nutzen sie die Präzisions-Genschere CRISPR/Cas9.

Erst vor ein paar Jahren entdeckten Wissenschaftler ein neues molekularbiologisches Werkzeug: die Genschere CRISPR/Cas9. Mit der revolutionären Technik lässt sich genetisches Material bearbeiten und so die Funktion von Genen untersuchen – und dies preiswert, schnell und mit relativ einfachen Mitteln. Die Entdeckung hat in den letzten Jahren eine neue Diskussion um Möglichkeiten, Grenzen und Ethik entfacht. Insbesondere Eingriffe in die Keimbahn wurden bislang nicht genehmigt. Nun hat erstmals eine staatliche Behörde die Erlaubnis für solche Forschungsarbeiten erteilt: Wissenschaftler am britischen Francis Crick-Institut dürfen nun Genversuche an menschlichen Embryonen durchführen. Die Forscher wollen an bis zu sieben Tage alten Embryonen untersuchen, welche Gene die Weiterentwicklung von befruchteten Eizellen beeinflussen.

Forschungsleiterin Kathy Niakan vom Crick-Institut hatte den Antrag bei der Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA) eingereicht. Zum Einsatz kommen dabei jene Embryonen, die bei In-vitro-Fertilisationsbehandlungen übrig blieben, so das Institut. Crick-Direktor Paul Nurse freute sich über den Bescheid: “Ich bin hocherfreut dass die HFEA Dr. Niakan’s Antrag zugestimmt hat.” Er hofft, dass die Forschungsergebnisse helfen werden, die Erfolgschancen bei einer künstlichen Befruchtung zu verbessern.

Ob die Resonanz überall so positiv sein wird, ist zu bezweifeln. Erst im Dezember hatte ein zwölfköpfiges Expertenkommittee auf dem Global Summit for Human Gene Editing die Grundlagenforschung zwar verteidigt, aber auch wichtige Einwände gegen die Forschung an Embryonen vorgebracht. “Es wäre unverantwortlich, die klinische Anwendung von genetischen Veränderungen der Keimbahn voranzutreiben, solange nicht alle sicherheits- und wirksamkeitsrelevanten Bedenken ausgeräumt sind [...] und es einen breiten gesellschaftlichen Konsens über ihre Angemessenheit gibt,” so ihre Stellungnahme. Gerade von einem solchen Konsens scheinen die meisten Länder noch weit entfernt. Während einige Menschen die Möglichkeiten der Genmodifizierung ausloten wollen, warnen andere vor dem Designerbabys der Zukunft. Die Diskussion wurde im April 2015 noch befeuert, als ein chinesisches Forscherteam  als erstes an menschlichen Embryonen experimentierte, wenn auch mit wenig Erfolg. Nun bleibt abzuwarten, ob auch andere Länder mit Genversuchen am embryonalen Erbgut beginnen werden.

© laborwelt.de/um

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2016-01/uk-erlaubt-gen-chirurgie-an-embryos.html

Ernährung

25.05.2016 Mehlwurm am Spieß oder Heuschrecken-Gulasch? Das finden viele ekelhaft. Wissenschaftler wollen uns Raupe und Co. schmackhaft machen. Sie setzen auf Aufklärung durch mehr Forschung.

Pubertät

23.05.2016 Warum sind einige Heranwachsende plötzlich so unbeholfen und linkisch? Italienische Forscher fanden heraus, dass das Teenager-Gehirn plötzlichen Wachstumsschüben einfach nicht gewachsen ist. Trost für tollpatschige Teenies: Es geht vorbei.

Mikrobiologie

18.05.2016 Nicht nur Joghurt – auch Tee, Kaffee und Wein sind gut für die Darmflora. Wie ein internationales Forscherteam herausfand, sorgen sie für mehr Vielfalt im Mikrobiom, was gut für unsere Gesundheit ist.

Mikrobiologie

11.05.2016 Komödie oder Horrorfilm? Allein an der Luft in Kinosälen können Max-Planck-Forscher erkennen, ob die gezeigten Filmszenen spannend, lustig oder langweilig sind. Jeder Film hat seinen eigenen Luftcharakter.

Mikrobiologie

11.05.2016 Nicht nur Menschen wollen etwas ganz besonderes sein – manchen Bakterien geht es genauso. In schlechten Zeiten sichern die Individualisten unter den Einzellern sogar das Überleben einer ganzen Gruppe, wie Max-Planck-Forscher herausfanden.

Biomaterialien

09.05.2016 Ob Erdbeeren oder Bananen: Eine Menge Obst bleibt nicht lange frisch. Wissenschaftler haben nun einen essbaren Schutzüberzug aus Seidenproteinen entwickelt, der die Früchte vor dem Verderben schützt.

Tierwelt

02.05.2016 Bei Spinnensex ist man an vieles gewöhnt, dass die Spinnendame ihren Sexualpartner nach dem Akt aufisst, zum Beispiel. Doch der Achtbeinersex hat noch eine Besonderheit: Spinnen betreiben auch Cunnilingus.

Krebs

29.04.2016 Bei Blutkrebs bietet oft eine Stammzelltransplantation die einzige Chance auf Heilung. Das Problem: Das Immunsystem des Empfängers bekämpft die fremden Zellen. Für eine recht ungewöhnliche Idee, dies zu unterbinden, hat die Ärztin Andrea Tüttenberg nun einen Preis abgeräumt.

Nutrigenomik

25.04.2016 Glukose-Fruktose-Sirup ist als billiges Süßungsmittel weltweit auf dem Vormarsch. Allerdings wird er häufig in Verbindung mit Stoffwechselkrankheiten gebracht. Jetzt zeigt eine US-Studie: Fruktose krempelt tatsächlich die Hirnfunktionen gehörig um. Als Gegenmittel kommt eine allseits beliebte Fettsäure ins Spiel.

Genomanalytik

20.04.2016 Wer ist glücklich? Zum großen Teil sind es Umweltfaktoren, die Menschen zufrieden machen. Doch ein bisschen Glück ist in den Genen verankert – dies stellte sich nun in einer internationalen Langzeitstudie heraus.

Bild der Woche

Alle Bilder

ADVERTORIAL



Produkt der Woche

Alle Produkte