Nachrichten

Muttermilch liefert Waffe gegen Keime
Bild vergrößern

Antibiotika

Muttermilch liefert Waffe gegen Keime

25.01.2016 - Scharfe Geschütze für Babys: Muttermilch macht gefährlichen Mikroorganismen den Garaus. Britische Forscher kupferten den antibakteriellen Wirkmechanismus nun ab und bastelten ein künstliches Virus, das Bakterien mit nur einer Berührung töten soll.

Muttermilch ist ein wahres Wunder. Sie liefert alle Nährstoffe, die Neugeborene in den ersten Lebensmonaten brauchen. Außerdem schützt sie die Kleinsten vor Infektionskrankheiten – dank des Proteins Lactoferrin, das wirksam Bakterien, Pilze und sogar Viren vernichtet. 

Forscher des britischen National Physical Laboratory und dem University College London fanden heraus, dass die antimikrobielle Wirkung auf ein winziges Fragment zurückzuführen ist. Dieses Bruchstück ist weniger als einen Nanometer groß und besteht aus sechs Aminosäuren. Wie die Wissenschaftler im Fachjournal Chemical Science berichten, schufen sie aus diesem Fragment nanoskalige Bausteine, die sich selbst zu Bakterien-bekämpfenden, virusartigen Peptidkapseln zusammenfügen.

Diese Kapseln erkennen Bakterien und binden sie. Sie können sich auch im Handumdrehen umbauen und die Membrane der Bakterien angreifen. „Die Kapseln verhielten sich wie Geschosse und durchlöcherten die Membrane schnell und wirkungsvoll“, beschrieb Hasan Alkassem, einer der Autoren. Um die synthetischen Viren bei ihrer Arbeit beobachten zu können, mussten die Chemiker ein Hochgeschwindigkeits-Rasterkraftmikroskop entwickeln. „Die Herausforderung war dabei nicht nur, die Kapseln zu sehen, sondern auch, sie bei ihrem Angriff auf die Bakterienmembran beobachten zu können“, so Alkassem. 

Dabei waren die Forscher verblüfft, dass die künstlichen Viren nur Bakterien angriffen – bei gesunden menschlichen Zellen verhielten sie sich wie normale Viren. Sie „infizierten“ die Zellen und nutzten sie, um sich selbst zu vervielfachen. Die Wissenschaftler hoffen nun, dass sich die Ergebnisse einsetzen lassen, um virusähnliche Gerüste mit verschiedenen Eigenschaften zu entwickeln. Vor allem multiresistente Keime stehen dabei im Fokus der Forschung. Jason Crain, Forschungsleiter am National Physical Laboratory, sagt: „Die Studie zeigt, wie wirkungsvoll Physik, Ingenieurswesen und innovative Messmethoden verknüpft werden können, um neue Lösungsstrategien für das Problem [der antimikrobiellen Resistenzen] zu entwickeln.“

© laborwelt.de/um

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2016-01/muttermilch-liefert-waffe-gegen-keime.html

Gentechnik

30.06.2016 Beifuß war bisher die einzige Quelle für Artemisinin, ein wichtiger Bestandteil von Malariamedikamenten. Jetzt rüsteten Max-Planck-Forscher Tabakpflanzen so auf, dass sie die Vorstufe Artemisininsäure produzieren – billig und in großen Mengen.

Biochemie

27.06.2016 Krebserkrankungen sind im Normalfall nicht von Organismus zu Organismus übertragbar. Zu den wenigen Ausnahmen kommt nun eine weitere hinzu: Bei Muscheln fanden internationale Forscher einen Krebs, der sich über Ansteckung verbreitet – sogar über Artengrenzen hinweg.

Chemie

22.06.2016 Um Weinsorten zu unterscheiden, braucht es eine feine Zunge und Jahre der Erfahrung, so heißt es. Doch Heidelberger Forscher haben nun einen Sensor entwickelt, der Weißweine anhand eines chemischen Fingerabdrucks mittels Fluoreszenz erkennt.

Klimawandel

20.06.2016 Das erste Säugetier ist dem Klimawandel zum Opfer gefallen. Australische Forscher erklärten die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte für ausgestorben. Die Nager waren nur auf einer einzigen Insel des Great Barrier Reef zuhause.

Fotosynthese

15.06.2016 Krebsrot nach dem Sonnenbaden - das kann weh tun. Aber nicht nur Menschen, auch Pflanzen müssen sich vor Sonnenbrand schützen. Die Grünalge C.reinhardtii tut das mit einem speziellen Protein, wie Forscher herausfanden.

Psychologie

13.06.2016 Die meisten glauben, sie wären glücklicher, hätten sie nur mehr Geld. Die wirklich glücklichen Menschen jedoch wünschen sich nur eins: mehr Zeit. Das fanden kalifornische Forscher heraus.

Psychiatrie

08.06.2016 Ärger zu Hause oder im Büro zehrt an den Nerven und beeinflusst enorm die Leistung. Verantwortlich dafür ist das Hormon CRH, dass bei sozialem Stress aktiv wird, wie Max-Planck-Forscher erstmals zeigen konnten.

Ökologie

06.06.2016 Die Weltmeere sind voller Plastik. Das hat einen gewaltigen Einfluss auf das Leben von Fischen. Diejenigen von ihnen, die mit Plastikkost aufwachsen, legen merkwürdige Verhaltensweisen an den Tag – und sterben schnell.

Epigenetik

01.06.2016 Kinder, die in Armut aufwachsen, leiden später häufiger an Depressionen, wie US-Forscher jetzt beweisen konnten. Die Veränderungen im Gehirn können danach sogar das Erbgut verändern, so dass die Krankheit möglicherweise weiter vererbt wird.

Klimaerwärmung

30.05.2016 Steigende Wassertemperatur in den Ozeanen ist keine gute Nachricht für die meisten Meeresbewohner. Aber nicht für den Oktopus. Die achtarmigen Kopffüßer sind unter den Gewinnern der Ozeanerwärmung, zeigen australische Forscher.

Bild der Woche

Alle Bilder

ADVERTORIAL



Produkt der Woche

Alle Produkte