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Mit DNA-Check zum perfekten Bier
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Züchtung

Mit DNA-Check zum perfekten Bier

23.03.2016 - Gute Aussichten für Bierliebhaber: Mit einer Hopfen-Genkarte wollen Forscher die Eigenschaften der deutschen Hopfenarten entschlüsseln und so die Zucht der wichtigsten Bierzutat umkrempeln. Auf diese Weise könnten Züchter schneller auf Klimaveränderungen und Geschmackstrends reagieren.

Ob Dunkel- oder Hellbier, ob mit Grapefruit oder Karamell-Geschmack: Etwa 7.000 Biersorten gibt es weltweit. Und jährlich drängen neue ungewöhnliche Sorten auf den Markt. Vor allem die Craft-Bier-Szene bereichert den Biermarkt mit neuen Geschmacksrichtungen. Zahlen belegen: Beim Konsum der „kühlen Blonden“ rangieren die deutschen Biertrinker mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 107 Liter (2014) in Europa auf Platz zwei hinter Tschechien. Und hinsichtlich der bundesweiten Anbaufläche für Hopfen ist das Land mit einem weltweiten Anteil von 36 Prozent sogar Marktführer. Doch die Spitzenposition scheint gefährdet. Denn Deutschland hat mit den USA Konkurrenz bekommen. Der Grund: Die amerikanische Hopfenwirtschaft hat seit Jahren in neue Pflanzungen und Forschung investiert und ist damit in der Lage, schneller und gezielter auf wechselnde Geschmackstrends zu reagieren. Nun wollen deutsche Forscher nachlegen.

„Die jüngsten Zahlen zeigen, dass Deutschland bereits 2015 als weltweit größtes Hopfenanbauland von den USA eingeholt wurde“, erklärt Michael Helmut Hagemann von der Universität Hohenheim. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Hüll/Freising, dem Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie in Tübingen, der Hopfenpflanzer in Tettnang und der Hopfenverwertungsgenossenschaft will Hagemann Deutschland durch Präzisionszucht auf Kurs halten und fit für die Konkurrenz machen.

Das Ziel der Forscher: die Entwicklung neuer Verfahren, um Hopfen präziser und schneller züchten zu können. Denn bis eine neue Sorte im Kessel der deutschen Bierbrauer landet, kann es mitunter zwölf Jahre dauern. „Das zeigt, wie aufwendig und vor allem kostenintensiv die Züchtung langjähriger Pflanzen ist.“ Ob der Hopfen geschmacklich perfekt ist, kann außerdem erst bei der Ernte – also nach vielen Jahren festgestellt werden. „Bisher müssen sich deutsche Hopfenzüchter ausschließlich auf ihren langjährigen Erfahrungsschatz und Intuition verlassen. Junge Hopfenpflanzen werden vom Züchter vor allem nach äußeren Eigenschaften wie Aussehen, Wuchs und den ersten Dolden ausgewählt“, erklärt Hagemann.

Mit einer Genkarte der deutschen Hopfenarten will das Forscherteam die Grundlage für die Präzisionszüchtung legen und damit auch den veränderten Marktanforderungen der Craft-Bier-Szene gerecht werden. Den Grundstock für das Forschungsprojekts bilden rund 1.000 Hopfen-Sämlinge, die bereits im Gewächshaus der Universität Hohenheim auskeimen. Das Erbgut der 1.000 Nachkommen liefert den Wissenschaftler die Grundlage für die Erstellung einer Genkarte. Sie erlaubt es, bestimmte Merkmale wie Schädlingsresistenz, mehr Ertrag oder bestimmte Aromen mit entsprechenden Erbgut-Abschnitten in Zusammenhang zu bringen. Sind solche Genorte erst einmal bekannt, können bereits junge Hopfenpflanzen per DNA-Check überprüft werden, ob sie interessante Merkmale von ihren Eltern geerbt haben. Im Ergebnis hoffen die Hopfenforscher auf neue Sorten, die an Klimaveränderungen angepasst sind, Resistenzen gegenüber Schädlingen aufweisen und damit zukünftig weniger Pflanzenschutzmitteln benötigen. Zugleich sollen die Pflanzen auch den neuen Marktanforderungen der sogenannten Craft-Bier-Szene entgegenkommen. Die Erstellung der Hopfen-Genkarte soll im Mai starten und bis 2017 abgeschlossen sein.

© laborwelt.de/bb

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2016-01/mit-dna-check-zum-perfekten-bier.html

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