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Kuschelhormon lindert Schmerzen
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Medizinische Forschung

Kuschelhormon lindert Schmerzen

09.03.2016 - Das Kuschelhormon Oxytocin sorgt bekannterweise für Liebe und Vertrauen. Jetzt fanden Forscher heraus: der neuronale Glücksbote kann sogar Schmerzen lindern.

Nur wenige Moleküle im Gehirn reichen aus, um unsere Stimmung zu verändern. Gefühle wie Liebe und Vertrauen werden bekannterweise dem Botenstoff Oxytocin zugeschrieben, der umgangssprachlich auch als Kuschelhormon bezeichnet wird. Diese Neurotransmitter, die ausschließlich im Zwischenhirn – konkret im Hypothalamus– gebildet werden, gelangen über die Hirnanhangsdrüse ins Blut und damit in unseren Körper. Vor allem beim Geburtsvorgang und der Bindung von Mutter und Kind spielt das Hormon eine wichtige Rolle. Doch die Moleküle können noch mehr. Ein internationales Team von Forschern um den Heidelberger Max-Planck-Wissenschaftler Peter Seeburg fand heraus, dass Oxytocin auch eine schmerzstillende Wirkung hat. Die Studie ist soeben im Fachjournal Neuron erschienen. „Wir konnten einen neuen Aspekt der Wirkung von Oxytocin nachweisen und haben zudem eine neue Subpopulation an kleinen Oxytocin-produzierenden Neuronen entdeckt“, sagt Seeburg.

Bekannt war, dass diese Oxytocin-produzierenden Nervenzellen nicht nur mit dem Hirnstamm, sondern auch dem Rückenmark verbunden sind. Warum das so ist, war bisher unbekannt. Der Studie zufolge wird die Oxytocin-Freigabe nicht nur über das Blut, sondern auch über das Rückenmarkt reguliert und von nur einigen wenigen Molekülen gesteuert. "Eine Gruppe des kleinen Zelltyps von etwa 30 Zellen sendet seine Nervenenden zu den großen Neuronen, wodurch Oxytocin über die Hirnanhangsdrüse ins Blut abgegeben als auch zum Rückenmark, wo Oxytocin als Neurotransmitter dient, um Nervenzellen zu hemmen", erklärt Seeburg.

Mit Hilfe der Optogenetik konnten die Forscher die Gruppe der kleinen Zellen bei Ratten gezielt mit Licht stimulieren und dazu bringen, über beide Wege mehr Oxytocin auszuschütten. Das Ergebnis: Jene Tiere, die danach einen erhöhten Oxytocin-Spiegel im Blut hatten, waren weniger schmerzempfindlich und reagierten weniger auf Berührung eines entzündeten Fußes. Eine Hemmung der Oxytocinwirkung erhöhte dagegen das Schmerzempfinden der Tiere. Die Forscher sind überzeugt, dass diese Zellpopulation auch im menschlichen Gehirn zu finden ist, auch wenn das schwieriger nachzuweisen ist. Dieses Wissen könnte jedoch schon jetzt die Basis für die Entwicklung neuer Schmerztherapien sein.

© laborwelt.de/bb

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2016-01/kuschelhormon-lindert-schmerzen.html

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