Nachrichten

Innere Uhr bestimmt Bio-Fitness
Bild vergrößern

Chronobiologie

Innere Uhr bestimmt Bio-Fitness

06.01.2016 - Ob wir schlafen oder schaffen bestimmt unsere innere Uhr. Gerät der Taktgeber aus dem Rhythmus, ist die Fitness stark beeinträchtigt.

Wer gewöhnlich am Tage arbeitet, braucht seinen Schlaf in der Nacht, um wieder Energie zu tanken. Grund dafür ist die innere Uhr: Sie bestimmt unseren Biorhythmus nachhaltig, regelt wann wir schlafen oder wachen, wie aktiv wir sind und ob wir essen. In der Regel orientiert sich dieser innere Wecker am 24-Stunden-Tag und tickt selbst dann noch weiter, wenn sich die Lichtverhältnisse ändern und die Sonne untergeht. Genmutationen können die innere Uhr so stark stören, dass sie nicht mehr mit dem Tag-/Nacht-Zyklus synchronisiert werden kann. Auch bei Mäusen gibt es eine solche Mutation namens tau, die eine Veränderung des Tagesrhythmus bewirkt: Bei diesen Mäusen ist der Tag ungefähr um zwei Stunden kürzer. Doch was geschieht genau, wenn die innere Uhr aus dem Rhythmus gerät?

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen und Radolfzell sind nun zusammen mit Kollegen aus den USA, Großbritannien und den Niederlanden dieser Frage nachgegangen. Sie untersuchten die biologische Fitness von Mäusen bei abweichendem Tagesrhythmus. Wie das Team im Fachjournal  PNAS berichtet, wurden die Tiere dafür über ein Jahr in einer großen Außenanlage gehalten, wo sie ihren natürlichen Raubfeinden ausgesetzt waren. Die insgesamt 238 Mäuse wurden in sechs Gruppen aufgeteilt, wobei jede Gruppe zu gleichen Teilen aus Mäusen ohne Gen-Mutation, Mäusen mit einer Kopie der Mutation und Mäusen mit zwei Kopien der Mutation bestand. Auch wurde den Tieren ein Transponder implantiert, um deren Besuche an den Futterstationen und damit den Aktivitätsrhythmus zu erfassen.

Das Ergebnis: Bei Mäusen mit Genmutationen veränderte sich der Aktivitätsrhytmus eindeutig. „Unsere Ergebnisse zeigen erstmals die grundlegende Bedeutung der zirkadianen Uhr für die Fitness von Individuen“, fasst Michaela Hau, Leiterin der Studie zusammen. Mäuse ohne die Mutation lebten danach länger und zeugten mehr Nachkommen als ihre Artgenossen, deren Rhythmus durch die Mutation verändert war. Darüber hinaus nahm sogar die Häufigkeit des Gendefekts im Laufe des 14 monatigen Experiments um über die Hälfte ab. Während zum Beginn der Studie 50 Prozent der Versuchstiere eine genetische Veränderung aufwiesen, waren es am Ende der Studie nur mehr 20 Prozent. Die Forscher sehen diese Entwicklung als ein Zeichen, dass sich Mäuse mit tau-Mutation in der Natur nicht durchsetzen können und ausselektiert werden. 

© laborwelt.de/bb

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2016-01/innere-uhr-bestimmt-bio-fitness.html

27.07.2016 Brutzeln meine Würstchen gerade über Esche oder über Tropenholz? Welche Holzart in der Grillkohle steckt, ist beim Kauf oft nicht erkennbar. Nun gibt es eine Technik, die diesem Versteckspiel ein Ende bereitet.

Psychologie

20.07.2016 Freunde finden ist nicht leicht. Bei Mäusen wird die Kontaktaufnahme mit Fremden von einem Botenstoff im Hirn gesteuert, der auch für die Stressbewältigung verantwortlich ist, wie Max-Planck-Forscher herausfanden.

Hygiene

18.07.2016 Kinder werden oft ermahnt, nicht an den Nägeln zu kauen oder am Daumen zu lutschen. Die schlechten Angewohnheiten könnten aber unerwartete Vorteile mit sich bringen: Forscher zeigen, dass sie das Risiko für Allergien mindern.

Infektionen

13.07.2016 HIV-Patienten mit geschwächtem Immunsystem sind für den Klinikkeim MRSA besonders anfällig. Helmholtz-Forscher suchen nun einen Wirkstoff, der beide Erreger blockiert.

Biomimetik

12.07.2016 Männliche Distelschildkäfer sind außergewöhnlich gut bestückt. Kieler Forscher haben die Käferpenisse nun untersucht, um Mikroinjektionssysteme für die Medizintechnik zu entwickeln.

Paläontologie

05.07.2016 Durch 45.000 Jahre alte Knochen aus einer Höhle in Belgien will ein internationales Forscherteam beweisen, dass bei Neandertalern in Nordeuropa auch ihresgleichen auf dem Speiseplan stand.

Biologie

01.07.2016 Unangenehme Erinnerungen fast wie auf Knopfdruck löschen: Zumindest im Tiermodell ist ein deutsch-belgisches Forscherteam dem Ziel nahe gekommen.

Gentechnik

30.06.2016 Beifuß war bisher die einzige Quelle für Artemisinin, ein wichtiger Bestandteil von Malariamedikamenten. Jetzt rüsteten Max-Planck-Forscher Tabakpflanzen so auf, dass sie die Vorstufe Artemisininsäure produzieren – billig und in großen Mengen.

Biochemie

27.06.2016 Krebserkrankungen sind im Normalfall nicht von Organismus zu Organismus übertragbar. Zu den wenigen Ausnahmen kommt nun eine weitere hinzu: Bei Muscheln fanden internationale Forscher einen Krebs, der sich über Ansteckung verbreitet – sogar über Artengrenzen hinweg.

Chemie

22.06.2016 Um Weinsorten zu unterscheiden, braucht es eine feine Zunge und Jahre der Erfahrung, so heißt es. Doch Heidelberger Forscher haben nun einen Sensor entwickelt, der Weißweine anhand eines chemischen Fingerabdrucks mittels Fluoreszenz erkennt.

Bild der Woche

Alle Bilder

ADVERTORIAL



Produkt der Woche

Alle Produkte