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Hormon dämpft Lust auf Süßes
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Stoffwechsel

Hormon dämpft Lust auf Süßes

04.01.2016 - So manche Naschkatze nimmt sich zum neuen Jahr vor, weniger Süßes zu essen. Forscher aus Iowa und Texas glauben, ein Hormon der Leber kann dabei helfen – es unterdrückt die Lust auf zuckrige Speisen.

Das Verlangen nach süßen Speisen wird anscheinend maßgeblich von einem bestimmten Hormon aus der Leber gesteuert. Gleich zwei Studien stellten nun im Mausmodell den Zusammenhang zwischen dem Leberhormon Fibroblasten-Wachstumsfaktor 21 (FGF21) und der Aufnahme von Zucker her. FGF21 wird freigesetzt, wenn Kohlenhydrate aufgenommen werden. Mäuse mit hohem Pegel verschmähten die sonst heißgeliebte, zuckrige Kost, während Mäuse ohne FGF21 besonders viel davon aßen. Beide Studien wurden im Fachjournal Cell Matabolism veröffentlicht.

Die Forscher der Universität von Iowa (Studie) veränderten die Mäuse genetisch, so dass deren Leber entweder gar kein FGF21 oder ein 500-faches der normalen Menge ausschüttete. Die Mäuse, die kein FGF21 herstellten, aßen deutlich mehr vom süßen Futter. Die Mäuse, die zu viel von dem Hormon hatten, aßen sieben Mal weniger Zucker. „Das ist das erste uns bekannte von der Leber hergestellte Hormon, das speziell die Zuckeraufnahme reguliert,“ kommentierte Hauptautor Matthew Potthoff vom UI Carver College of Medicine.

Die in der gleichen Ausgabe erschienene texanische Studie bestätigt diese Ergebnisse. Die Forscher um den Molekularbiologen Steven Kliewer und den Pharmakologen David Mangelsdorf untersuchten jedoch außerdem den Zusammenhang zu Alkoholkonsum. Hier ergab sich ein ähnliches Bild: Mäuse mit hohem FGF21-Spiegel mieden den Alkohol genau wie den Zucker. Kliewer und Mangelsdorf zeigten darüber hinaus, dass das Hormon über Belohnungsprozesse im Gehirn wirken. Sie nutzten dabei, dass FGF21 nur zusammen mit dem Co-Rezeptor β-Klotho wirkt. Erhöhten sie den FGF21-Pegel in Mäusen, die β-Klotho im zentralen Nervensystem nicht herstellen konnten, blieb der Appetit auf Zucker normal hoch.

„Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass FGF21-Gabe die Nahrungsvorlieben beeinflussen kann,“ so Kliewer. „Unter Umständen kann das Hormon sogar zur Behandlung von Alkoholismus eingesetzt werden.“ Dafür müsse nun vor allem herausgefunden werden, ob sich die Muster auf Menschen übertragen lassen.

© laborwelt.de/um

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2016-01/hormon-daempft-lust-auf-suesses.html

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