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Gericht: Impfgegner muss nicht zahlen
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Wissenschaft

Gericht: Impfgegner muss nicht zahlen

22.02.2016 - 100.000 Euro versprach der Biologe Stefan Lanka demjenigen, der ihm die Existenz von Masern beweist. Ein Mediziner kam der Aufforderung nach – und geht nun doch leer aus. Wegen einer Formalie, so das Gericht.

Keine Sekunde zweifelte das Oberlandesgericht Stuttgart an der Existenz von Masern. Und doch gab es dem notorischen Impfgegner Stefan Lanka recht. An einer Formalie scheiterte  der Versuch des Mediziners David Bardens, die für den Nachweis von Masernviren ausgelobten 100.000 Euro einzuklagen. Denn statt der geforderten Einzelpublikation legte er sechs verschiedene wissenschaftliche Veröffentlichungen vor.

Vor fünf Jahren wettete der Biologe Stefan Lanka im Internet, dass niemand ihm die Existenz von Masernviren beweisen könnte. 100.000 Euro würde er zahlen, wenn „eine wissenschaftliche Publikation vorgelegt wird, in der die Existenz des Masern-Virus nicht nur behauptet, sondern auch bewiesen und darin u.a. dessen Durchmesser bestimmt ist.“ Der Mediziner David Bardens schickte kurzerhand sechs Veröffentlichungen, zusammen mit seiner Kontoverbindung. Als Lanka nicht zahlte, klagte Bardens und erhielt 2015 vor dem Ravensburger Gericht Recht. Doch der Impfgegner ging in die nächste Instanz. Das Oberlandesgericht Stuttgart gab nun Lankas Berufung statt. War doch in der Auslobung (PDF) nur von einer Publikation die Rede. Barden legte jedoch gleich sechs Veröffentlichungen vor, die zusammen die Existenz und das Aussehen des Virus belegten. Für die Stuttgarter Richter ist diese Formalie Grund genug, dass Lanka sein Geld behalten kann. Die Richter betonen mit Blick auf die Presse, dass sie nicht daran zweifeln, dass es das Masernvirus tatsächlich gibt. Lanka habe gewonnen, weil Bardens die formellen Bedingungen der Wette nicht erfüllte.

„Ich bin jetzt natürlich froh und erleichtert,“ sagte Lanka. Für ihn gilt es als „bewiesen, dass es die eine geforderte Publikation so nicht gibt.“ Bardens seinerseits zeigte sich enttäuscht, dass er an so einer „Kleinigkeit“ gescheitert war. Er hatte immer betont, die Prämie für Impfkampagnen spenden zu wollen. Nun muss er die Kosten für beide Verfahren tragen. Wie die Schwäbische Zeitung berichtet, ist es unwahrscheinlich, dass Bardens die richterliche Entscheidung anficht und vor den Bundesgerichtshof zieht. Dem Thema sei bereits genug Aufmerksamkeit geschenkt worden, so Bardens.

© laborwelt.de/um

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2016-01/gericht-impfgegner-muss-nicht-zahlen.html

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