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Fettreiche Kost schadet Nachwuchs
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Ernährung

Fettreiche Kost schadet Nachwuchs

04.02.2016 - Schwangere und stillende Mütter sollten nicht zu viel fettes Essen zu sich nehmen: Die fettreiche Kost könnte die Aktivität bestimmter Gene beim Nachwuchs beeinflussen und so Übergewicht fördern.

Alkohol, Nikotin oder rohes Fleisch sollten für schwangere und stillende Frauen tabu sein. Aber auch zu viel fettreiche Kost könnte die Gesundheit des Nachwuchses nachhaltig beeinflussen. Forscher vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung konnten diesen Effekt nun zumindest an Mäusen nachweisen. Wie das Team um Andreas Pfeiffer im Fachjournal Diabetes berichtet, führte eine fettreiche Ernährung während der Trag- und Stillzeit der Tiere zu einer Veränderung der Aktivität von bestimmten Genen bei den Nachkommen. Dadurch wurde der Fett- und Zuckerstoffwechsel so beeinflusst, dass die Jungtiere später empfänglicher für Übergewicht und Insulinresistenz – einer Vorstufe von Diabetes-Typ-2 – waren. „Die veränderten Genaktivitäten ließen sich dabei zum Teil auf DNA-Methylierungen, also epigenetische Veränderungen zurückführen“, erklärt Andreas Pfeiffer. 

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Kinder von adipösen Müttern ein höheres Risiko für Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen haben. Im Fokus der Potsdamer Wissenschaftler standen daher die epigenetischen Effekte auf die GIP-regulierten Stoffwechselwege, die durch die Ernährung bei Schwangerschaft und Stillzeit ausgelöst werden. GIP – ein Hormon, das der Darm nach der Nahrungsaufnahme freisetzt und die Insulinausschüttung stimuliert – beeinflusst den Stoffwechsel von Fettzellen, die Fettverbrennung in der Skelettmuskulatur und den Aufbau der Körpermasse. Im Tierversuch wurden die Mausmütter in drei Gruppen aufgeteilt und erhielten während der Trag- und Stillzeit unterschiedliche Kost. Gruppe 1 und 2 bekamen fettreiches beziehungsweise normales Futter, während die Mäuse in Gruppe drei – eine Wildtyp-Art mit intaktem GIP-Rezeptor – ebenfalls normale Kost erhielten. Nach dem Abstillen wurden die Tiere zunächst für 22 Wochen mit normaler Kost gefüttert und im Anschluss weitere 20 Wochen lang mit fettreicher Kost.

Das Ergebnis: Die Nachkommen der Mäuse aus Gruppe 1 und 3 nahmen deutlich zu, obwohl sie weniger fraßen als der Nachwuchs in Gruppe 2. Außerdem waren bei ihnen Cholesterin-, Zucker- und Insulinwerte im Blut erhöht, entzündliche Reaktionen im Fettgewebe vermehrt, die Fettzellen vergrößert und die Fettverbrennung in der Muskulatur reduziert. Auch die Aktivität der Gene, die für die Fettverbrennung im Muskel sowie für Entzündungsprozesse im Fettgewebe bedeutend sind, waren verändert. „Unsere Ergebnisse weisen zudem darauf hin, dass GIP auch für die durch das Gehirn gesteuerte Regulation der Energieaufnahme eine Rolle spielt, indem es vermutlich indirekt die Insulinempfindlichkeit des Hypothalamus vermindert“, so Pfeiffer weiter. 

© laborwelt.de/bb

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2016-01/fettreiche-kost-schadet-nachwuchs.html

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