Nachrichten

Heißhunger auf Plastik
Bild vergrößern

Evolution

Heißhunger auf Plastik

14.03.2016 - Tonnenweise Plastik landet jedes Jahr in der Umwelt. Nicht ohne Folgen: Ein japanisches Forscherteam fand nun ein Bakterium, bei dem PET ganz oben auf der Speisekarte steht.

Auch wenn die meisten Babys mit Vorliebe auf Plastikspielzeug herumkauen: Verdauen kann der Mensch das Erdölprodukt nicht. Doch die riesigen Mengen an Plastikmüll, die jedes Jahr in Meeren, Flüssen und Böden landen, haben nun einen Abnehmer gefunden. Ein Bakterium der neu entdeckten Spezies Ideonella sakaiensis hat offenbar die Fähigkeit entwickelt, Plastik zu metabolisieren. Wie japanische Wissenschaftler um Shosuke Yoshida vom Kyoto Institute of Technology im Fachjournal Science berichten, stellen die Bakterien zwei Enzyme her, die ihnen erlauben, Polyethylenterephthalat – kurz PET – zu verstoffwechseln. 

Normalerweise baut sich PET in der Umwelt nur sehr langsam ab. Doch Yoshida und sein Team gingen von der Annahme aus, dass Einzeller das Talent zum Kunststoffverdauen entwickeln könnten. An Orten mit einem großen Angebot an PET würde die natürliche Auslese diese Spezies begünstigen. Die Forscher sammelten 250 Proben ausgerechnet in der Nähe einer Recyclinganlage für PET-Flaschen. Und tatsächlich: Sie stießen auf das bislang unbekannte Bakterium Ideonella sakaiensis, das sich mit Vorliebe von PET ernährt. Sie beobachteten, dass die Bakterien bei 30°C nur sechs Wochen brauchten, um einen dünnen Plastikfilm fast komplett zu zersetzen. 

Weiter Untersuchungen brachten den genauen Mechanismus ans Licht. Ideonella sakaiensis braucht nur zwei Enzyme, um an die wertvollen Kohlenstoffe im PET zu gelangen. Die Enzyme ISF6_4831 und ISF6_0224 bauen aufeinander auf und zersetzen das PET in die für die Umwelt unbedenklichen Grundbausteine Terephthalsäure und Ethylenglykol. Wie genau die Bakterien diese hoch spezialisierte Fähigkeit entwickelten, ist noch nicht klar. Die Forscher hoffen jetzt, dass sie einen wichtigen Beitrag gegen die wachsende Umweltverschmutzung durch Plastikmüll leisten können, zum Beispiel durch wirksameres Recycling von Kunststoffabfällen.

© laborwelt.de/um

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2016-01/bakterien-mit-heisshunger-auf-plastik.html

27.07.2016 Brutzeln meine Würstchen gerade über Esche oder über Tropenholz? Welche Holzart in der Grillkohle steckt, ist beim Kauf oft nicht erkennbar. Nun gibt es eine Technik, die diesem Versteckspiel ein Ende bereitet.

Psychologie

20.07.2016 Freunde finden ist nicht leicht. Bei Mäusen wird die Kontaktaufnahme mit Fremden von einem Botenstoff im Hirn gesteuert, der auch für die Stressbewältigung verantwortlich ist, wie Max-Planck-Forscher herausfanden.

Hygiene

18.07.2016 Kinder werden oft ermahnt, nicht an den Nägeln zu kauen oder am Daumen zu lutschen. Die schlechten Angewohnheiten könnten aber unerwartete Vorteile mit sich bringen: Forscher zeigen, dass sie das Risiko für Allergien mindern.

Infektionen

13.07.2016 HIV-Patienten mit geschwächtem Immunsystem sind für den Klinikkeim MRSA besonders anfällig. Helmholtz-Forscher suchen nun einen Wirkstoff, der beide Erreger blockiert.

Biomimetik

12.07.2016 Männliche Distelschildkäfer sind außergewöhnlich gut bestückt. Kieler Forscher haben die Käferpenisse nun untersucht, um Mikroinjektionssysteme für die Medizintechnik zu entwickeln.

Paläontologie

05.07.2016 Durch 45.000 Jahre alte Knochen aus einer Höhle in Belgien will ein internationales Forscherteam beweisen, dass bei Neandertalern in Nordeuropa auch ihresgleichen auf dem Speiseplan stand.

Biologie

01.07.2016 Unangenehme Erinnerungen fast wie auf Knopfdruck löschen: Zumindest im Tiermodell ist ein deutsch-belgisches Forscherteam dem Ziel nahe gekommen.

Gentechnik

30.06.2016 Beifuß war bisher die einzige Quelle für Artemisinin, ein wichtiger Bestandteil von Malariamedikamenten. Jetzt rüsteten Max-Planck-Forscher Tabakpflanzen so auf, dass sie die Vorstufe Artemisininsäure produzieren – billig und in großen Mengen.

Biochemie

27.06.2016 Krebserkrankungen sind im Normalfall nicht von Organismus zu Organismus übertragbar. Zu den wenigen Ausnahmen kommt nun eine weitere hinzu: Bei Muscheln fanden internationale Forscher einen Krebs, der sich über Ansteckung verbreitet – sogar über Artengrenzen hinweg.

Chemie

22.06.2016 Um Weinsorten zu unterscheiden, braucht es eine feine Zunge und Jahre der Erfahrung, so heißt es. Doch Heidelberger Forscher haben nun einen Sensor entwickelt, der Weißweine anhand eines chemischen Fingerabdrucks mittels Fluoreszenz erkennt.

Bild der Woche

Alle Bilder

ADVERTORIAL



Produkt der Woche

Alle Produkte