Nachrichten

Männerduft stresst Mäuse
Bild vergrößern

Labor

Männerduft stresst Mäuse

02.05.2014 - Der Duft von Männern setzt Mäuse unter Stress und wirkt dadurch schmerzlindernd. Das könnte Studienergebnisse verfälschen, schließen kanadische Forscher.

Irgendetwas scheint faul zu sein, dachten die Studenten von Jeffrey Mogil bei ihren Versuchen. Denn ihre Labormäuse hatten nicht das, was sie eigentlich haben müssten: Schmerzen. In neurologischen Versuchen testeten die Jungwissenschaftler die Reaktion der Tiere auf die Injektion eines Entzündungsmittels. „Wir dachten, vielleicht ist etwas mit der Substanz nicht in Ordnung“, erzählt Studienleiter Mogil. Die wahre Ursache der Unempfindlichkeit ist wesentlich profaner, wie die Forscher nun herausfanden: Die Versuche wurden von männlichen Studenten durchgeführt. Der Männerduft setzte die Nager unter Stress. So alarmiert fühlten sie weniger Schmerz. Über ihre erstaunlichen Ergebnisse berichteten Neurowissenschaftler im Fachjournal Nature Methods am 28. April.

In einer neuen Studie wiederholten die Wissenschaftler die Schmerzversuche. Eine Videokamera erfasste die Mimik der Tiere. Auf einer Grimassenskala („grimace scale“) kann so der Grad der Schmerzempfindung gemessen werden. Dieses Mal sollte jedoch der Experimentator nach der Injektion neben dem Käfig sitzen bleiben und ein Buch lesen. Die Ergebnisse waren verblüffend: Bei der Anwesenheit eines Mannes fühlten die Tiere weniger Schmerz als wenn eine Frau die Experimente durchführte.

Verantwortlich dafür ist das Aroma des Mannes. Selbst ein getragenes Shirt reiche aus, um den Effekt auszulösen. „Es ist erstaunlich, dass ein so robust messbarer Effekt für viele Jahrzehnte übersehen wurde“, so Mogil. „Es handelt sich um eine urtümliche Antwort des Körpers“, vermutet der Biologe. „Riechst du ein einzelnes Männchen in deiner Nähe, besteht die Chance, dass er jagt oder sein Revier verteidigt.“ Die Erkenntnisse der Forscher könnten eine Erklärung sein, warum manche Ergebnisse von Tierversuchen nicht reproduzierbar sind. Müssen nun tausende Studien wiederholt werden? Mogil entwarnt: „Es ist ein Störfaktor, aber kein fataler. Es ist jedenfalls etwas, das künftig im Methodenteil von Studien vermerkt werden könnte.“

 © laborwelt.de/bs

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2014-02/maennerduft-stresst-maeuse.html

27.07.2016 Brutzeln meine Würstchen gerade über Esche oder über Tropenholz? Welche Holzart in der Grillkohle steckt, ist beim Kauf oft nicht erkennbar. Nun gibt es eine Technik, die diesem Versteckspiel ein Ende bereitet.

Psychologie

20.07.2016 Freunde finden ist nicht leicht. Bei Mäusen wird die Kontaktaufnahme mit Fremden von einem Botenstoff im Hirn gesteuert, der auch für die Stressbewältigung verantwortlich ist, wie Max-Planck-Forscher herausfanden.

Hygiene

18.07.2016 Kinder werden oft ermahnt, nicht an den Nägeln zu kauen oder am Daumen zu lutschen. Die schlechten Angewohnheiten könnten aber unerwartete Vorteile mit sich bringen: Forscher zeigen, dass sie das Risiko für Allergien mindern.

Infektionen

13.07.2016 HIV-Patienten mit geschwächtem Immunsystem sind für den Klinikkeim MRSA besonders anfällig. Helmholtz-Forscher suchen nun einen Wirkstoff, der beide Erreger blockiert.

Biomimetik

12.07.2016 Männliche Distelschildkäfer sind außergewöhnlich gut bestückt. Kieler Forscher haben die Käferpenisse nun untersucht, um Mikroinjektionssysteme für die Medizintechnik zu entwickeln.

Paläontologie

05.07.2016 Durch 45.000 Jahre alte Knochen aus einer Höhle in Belgien will ein internationales Forscherteam beweisen, dass bei Neandertalern in Nordeuropa auch ihresgleichen auf dem Speiseplan stand.

Biologie

01.07.2016 Unangenehme Erinnerungen fast wie auf Knopfdruck löschen: Zumindest im Tiermodell ist ein deutsch-belgisches Forscherteam dem Ziel nahe gekommen.

Gentechnik

30.06.2016 Beifuß war bisher die einzige Quelle für Artemisinin, ein wichtiger Bestandteil von Malariamedikamenten. Jetzt rüsteten Max-Planck-Forscher Tabakpflanzen so auf, dass sie die Vorstufe Artemisininsäure produzieren – billig und in großen Mengen.

Biochemie

27.06.2016 Krebserkrankungen sind im Normalfall nicht von Organismus zu Organismus übertragbar. Zu den wenigen Ausnahmen kommt nun eine weitere hinzu: Bei Muscheln fanden internationale Forscher einen Krebs, der sich über Ansteckung verbreitet – sogar über Artengrenzen hinweg.

Chemie

22.06.2016 Um Weinsorten zu unterscheiden, braucht es eine feine Zunge und Jahre der Erfahrung, so heißt es. Doch Heidelberger Forscher haben nun einen Sensor entwickelt, der Weißweine anhand eines chemischen Fingerabdrucks mittels Fluoreszenz erkennt.

Bild der Woche

Alle Bilder

ADVERTORIAL



Produkt der Woche

Alle Produkte