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HIV-Schere wirkt bei Mäusen
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AIDS-Forschung

HIV-Schere wirkt bei Mäusen

30.09.2013 - Deutschen Forschern ist ein Erfolg bei der Heilung von HIV-Infektionen gelungen: Ihre Genschere funktioniert bei Mäusen.

Verfügbare HIV-Behandlungen beschränken sich darauf, die Ausbreitung und Aktivität der Viren niedrig zu halten. Eine Möglichkeit, das Virus komplett abzuschütteln, gibt es derzeit noch nicht. Am 26. September haben nun Forscher aus Dresden und Hamburg immerhin einen Achtungserfolg vermeldet. Seit mehr als sechs Jahren arbeiten sie an einer Genschere, die zielgerichtet die DNA des HI-Virus erkennt und aus dem Wirtsgenom herausschneidet. Jetzt berichtet das Team von der TU Dresden und dem Hamburger Heinrich-Pette-Institut (HPI), Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, im Fachjournal PLoS One, dass diese Schere – die Tre-Rekombinase – zum ersten Mal mit Erfolg auch bei einem lebenden Organismus eingesetzt wurde. Mäuse mit einem humanisierten Immunsystem wurden mit bestimmten Immunzellen ausgestattet, die die DNA-Information für die Genschere besaßen. Dann wurden die Tiere mit einer HIV-Variante infiziert. Wie erhofft, waren die mit der Genscheren-DNA versehenen Mäuse besser geschützt: Die Viruslast ging zurück, bei den Tieren ohne die Tre-Rekombinase blieb sie stabil oder stieg sogar.

Die Ursprünge der neuartigen AIDS-Therapie liegen einige Jahre zurück. Joachim Hauber, Ilona Hauber, Frank Buchholz und Indrani Sarkar veränderten 2007 ein bestimmtes Enzym – die Genschere Cre-Rekombinase – derart, dass sie spezifisch die DNA des HI-Virus erkennt (Science). Das schließlich nach 169 Mutationsschritten vorliegende Enzym tauften sie Tre-Rekombinase. Zunächst konnten die beiden Teams aus den Elbestädten nachweisen, dass das Schneide-Enzym in Zellkulturen funktioniert. Die nun vorliegende Studie beweist: Die neue Genschere verrichtet ihre Arbeit auch im Tiermodell. Der Dresdner Frank Buchholz streicht dabei besonders einen wichtigen Aspekt heraus: „Unsere Ergebnisse sind besonders erfreulich, da das technisch komplexe Einbringen der Tre-Rekombinase in Zellen und deren hohe antivirale Aktivität ohne jegliche unerwünschte Nebenwirkungen gezeigt werden konnte.“ Buchholz hofft, dass die Tre-Rekombinase in „absehbarer Zukunft“ Bestandteil einer Therapie zur Heilung von HIV-Infektionen sein kann.

Der Fischblog hat im Frühjahr von der Heilung eines HIV-infizierten Babys berichtet.

© laborwelt.de/ml

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2013-03/hiv-schere-wirkt-bei-maeusen.html

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