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Schwanzlose Kuh, besondere Milch
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Forschung

Schwanzlose Kuh, besondere Milch

04.10.2012 - Ein in Neuseeland geborenes Kalb gibt Milch, der dank Gentechnik ein
allergenes Eiweiß fehlt. Warum das Kalb keinen Schwanz hat, weiß niemand.

Kann man bald einen Vanillemilchshake direkt aus dem Euter zapfen? Bisher waren das nur Hirngespinste von Werbestrategen. Nichtsdestotrotz sind solche „funktionalisierten“ Naturprodukte aber auf dem Vormarsch. So ist neuseeländischen Forschern von der Universität Waikato in Hamilton jetzt ein Erfolg bei Kühen gelungen. Wie sie am 1. Oktober im Fachmagazin Proceedings der US-amerikanischen Gesellschaft für Naturwissenschaften berichten, fehlt in der Milch der von ihnen gentechnisch veränderten Kuh ein Allergie-auslösendes Protein. Gegen dieses sogenannte β-Laktoglobulin (BLG) – welches in humaner Milch nicht vorkommt – sind zwei bis drei Prozent der Säuglinge allergisch. Bisherige Methoden, mit denen BLG später aus der Milch entfernt wird, sind kompliziert und wenig effizient. Daher glauben die Forscher an einen nachhaltigen Erfolg ihrer Gentech-Kuh. Darüber hinaus änderte sich auch die Zusammensetzung der Milch allgemein: Sie enthält jetzt doppelt so viel Kaseine. Diese nicht allergenen Eiweiße sind für die Quark- und Käseherstellung wichtig.

Der Ansatz der Neuseeländer beruht auf RNA-Interferenz. Dabei wird nicht das Gen für BLG selbst zerstört, sondern die von diesem Gen abgelesene Matrize für die Proteinproduktion, die Boten-RNA (mRNA). Dabei sind es von den Forschern ins Erbgut geschleuste Mikro-RNAs (miRNAs) die den Abbauprozess spezifisch für die gewünschte mRNA einleiten. Das Ergebnis: In der Milch kommt kein BLG-Eiweiß mehr vor. Zu Beginn der Studie wurden 10 verschiedene miRNA-Moleküle einzeln oder in Kombination in Zellkulturen getestet. Eine besonders effiziente Tandem-Kombination verringerte bei Mäusen den BLG-Gehalt in der Milch um 96 Prozent. Genau diese miRNA-Kombination fruchtete auch bei dem Kalb. Eigentlich wurden gentechnisch veränderte Embryonen in fünf Mutterkühe eingepflanzt, doch gebar nur eine davon ein Kalb. Sieben Monate später produzierte dieses dann Milch, die wie gewünscht BLG-frei war. Trotz aller Freude müssen die Forscher wegen einer Missbildung – das Kalb hat keinen Schwanz – aber auch Kritik entkräften: „Das ist eine Laune der Natur. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass dies mit dem Einschleusen der fremden Gene zusammenhängt.“

© laborwelt.de/ml

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2012-q4/schwanzlose-kuh-besondere-milch.html

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