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Neue Schilddrüse aus Stammzellen
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Regenerative Medizin

Neue Schilddrüse aus Stammzellen

12.10.2012 - Forscher haben bei Mäusen aus Stammzellen funktionierende Schilddrüsen gezüchtet. Dabei war allerdings auch ein Quentchen Glück im Spiel.

Auf dem Weg zu einem Organersatzteillager aus Stammzellen haben Forscher der Freien Universität in Brüssel die nächste Wegmarke erreicht. Sie züchteten aus embryonalen Stammzellen Schilddrüsen, die – transplantiert in Mäuse mit verminderter Schilddrüsenfunktion – die wichtigsten Aufgaben des natürlichen Organs übernahmen. Dazu gehören unter anderem die Aufnahme von Jod und die Produktion von Schilddrüsenhormonen. Die Arbeit des belgischen Teams um Sabine Costagliola wurde am 10. Oktober in Nature veröffentlicht. Die Forscher versuchen nun, diesen Erfolg beim Menschen zu wiederholen. Statt auf embryonale Stammzellen wollen sie aus ethischen Gründen hier allerdings auf induzierte pluripotente Stammzellen (iPSCs) als Ausgangsmaterial zurückgreifen. Für die Entdeckung der iPS-Zellen wurde erst vor wenigen Tagen der Nobelpreis für Medizin vergeben.

Bei der Züchtung der künstlichen Schilddrüse hatten die Forscher das Glück des Tüchtigen. Eigentlich wollten Costagliola und ihr Team zunächst nur Schilddrüsenzellen, sogenannte Thyreozyten, herstellen. Dafür mussten sie die embryonalen Mäusestammzellen leicht genetisch verändern. Das Einbringen von nur zwei Genen, NKX2-1 und PAX8, reichte für die Verwandlung aus. Allerdings stellten diese Zellen noch keine Schilddrüsenhormone her. Daher stimulierten die Forscher die Zellen mit einem normalerweise in der Hirnanhangsdrüse gebildeten Hormon namens Thyreotropin (Schilddrüsen-stimulierendes Hormon, TSH). Zur Überraschung aller formten sich aus den losen Zellhaufen dreidimensionale Follikelstrukturen, die intaktem Schilddrüsengewebe täuschend ähnlich sahen und auch dessen Funktion besaßen. Die Transplantation dieser Follikel in Mäuse war dann nur der nächste logische Schritt. 

© laborwelt.de/ml

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