Nachrichten

Nature-Titel für Hallenser
Bild vergrößern

Forschung

Nature-Titel für Hallenser

05.10.2012 - Pflanzen und Tiere sind einander ähnlicher als gedacht. Diese Erkenntnis aus Halle war den Nature-Machern eine Titelgeschichte wert.

Obwohl viele Forscher davon träumen, ist es nur wenigen vergönnt, ihre Ergebnisse auf dem Titelblatt eines der bekanntesten Wissenschaftsmagazine der Welt zu sehen. Von der Oktober-Ausgabe einer dieser Zeitschriften, der Nature, grüßt eine aus Pflanzen nachgebildete Sanduhr (siehe Bild). Die Sanduhr und insbesondere die dazugehörige Titelblatt-würdige Wissenschaftspublikation haben ihren Ursprung in Sachsen-Anhalt. Ivo Große von der Universität Halle-Wittenberg und Marcel Quint vom Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB) haben am Beispiel der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) nachgewiesen, dass es auch bei der Individualentwicklung von Pflanzen einen sogenannten Flaschenhals, sowie Fülle und Vielfalt davor und danach gibt. Eine solche Engstelle war bisher nur bei Tieren bekannt. Dort gilt das Sanduhrmodell sowohl für den Formenreichtum als auch auf molekularer Ebene für die Genexpression. „Befruchtete Eizellen können selbst zwischen nah verwandten Arten sehr unterschiedlich aussehen. Dann werden die sich entwickelnden Embryonen immer ähnlicher, bis sie irgendwann fast ununterscheidbar sind“, erläutert Große das Modell. Nach dieser Engstelle entfaltet sich dann wieder ein extrem breites Spektrum an unterschiedlichsten Bauplänen und Formen.

Was zuerst bei der Formenvielfalt entdeckt wurde, hat auch auf molekularer Ebene seine Entsprechung: Bei Zebrafisch und Taufliege konnte mit Hilfe von Genexpressionsstudien gezeigt werden, dass in der Flaschenhalsperiode viele entwicklungsgeschichtlich junge Gene herunterreguliert werden. Danach werden dann neben den alten auch wieder junge Gene abgelesen. Große und Quint haben genau dieses Phänomen nun ebenfalls bei Pflanzen nachgewiesen. Einen großen Unterschied gibt es allerdings zwischen Tier und Pflanze: Bei allem was grünt und blüht wurde jetzt zwar auch die Sanduhr auf molekularer Ebene nachgewiesen, eine morphologische Entsprechung wurde indes noch nicht gefunden. Daher konzentrieren sich die Hallenser nun intensiv auf das Formenstudium der Embryonalentwicklung der Pflanzen. Ihre Vermutung: Es gibt auch bei Pflanzen einen Zeitrahmen, in dem sich Jungpflanzen verschiedener Arten einander ähneln.

© laborwelt.de/ml

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2012-q4/nature-titel-fuer-hallenser.html

Materialwissenschaft

27.04.2015 3D-Druck? Ist doch von gestern! Aus Australien kommt 4D-Druck: gedruckte 3D-Objekte, die ihre Form verändern können.

Genschere

24.04.2015 Nun haben sich die Gerüchte doch bewahrheitet: Chinesische Forscher haben erstmals das Erbgut menschlicher Embryonen verändert.

Infektionsforschung

22.04.2015 Mit einem Trick ist es Forschern gelungen, Salmonellen als effektive Waffen gegen Krebs einzusetzen. Die optimierten Salmonellen schaden zwar dem Tumor aber nicht dem erkrankten Tier.

Neurowissenschaft

20.04.2015 Von einer Sucht in die nächste: Nikotinabhängige Ratten verfallen schneller dem Alkohol als Ratten, die Nikotin nicht ausgesetzt waren.

Kardiologie

15.04.2015 Ein Stechen in der Brust muss kein Herzinfarkt sein. Klarheit bietet hier

ein neuer Blutschnelltest, den Hamburger Herzforscher entwickelt haben.

Gesundheit

13.04.2015 Eine beginnende Glatze ist für viele Männer zum Haareraufen. Und es könnte sein, dass sie damit alles richtig machen: Denn das Auszupfen von Haaren kurbelt den Haarwuchs an – wie nun kalifornische Forscher zeigen konnten.

Ernährung

10.04.2015 Sind FDH, Kohlsuppe & Co. bald vergessen? US-Forscher haben spezielle Bakterien entwickelt, die den Hunger unterdrücken und so beim Abnehmen helfen könnten.

Neurobiologie

08.04.2015 Düfte wirken betörend oder abstoßend. Welche Rolle dabei Synapsen im Gehirn spielen, haben Forscher nun erstmals mit Hilfe moderner Lichtmikroskopie bei Fruchtfliegen beobachtet.

Evolution

07.04.2015 Weiße Haut ist ursprünglich europäisch? Weit gefehlt! Neue Forschung belegt, dass die Gene für helle Haut erst relativ spät aus dem Osten nach Europa kamen und sich hier in Rekordzeit verbreiteten.

Mikroben

02.04.2015 Schluss mit dem Mythos vom keimfreien Pipi: Auch der Urin von völlig gesunden Menschen enthält Bakterien.

Biotechnologie.tv

Alle Videos


Benötigen Sie Etiketten, auf die Sie sich verlassen können?

Laborproben sind sehr rauen Bedingungen ausgesetzt. Sie werden in Gefrierschränken und Flüssigstickstoff aufbewahrt, mit aggressiven Chemikalien behandelt, und ihre Behälter werden in Heißwasserbädern erhitzt. Die Wissenschaftler von Brady haben Kennzeichnungsetiketten entwickelt, die sich optimal für diese rauen Bedingungen eignen. ...mehr


Produkt der Woche

Alle Produkte

Bild der Woche

Alle Bilder