Nachrichten

Nanovehikel: Die Form entscheidet
Bild vergrößern

Medizin

Nanovehikel: Die Form entscheidet

15.10.2012 - Nanoteilchen sind beliebt als Transportmittel für Medikamente. Eine neue, formoptimierte Generation könnte auch die Gentherapie voranbringen.

Egal ob bei Krebs oder bei Erbkrankheiten, die Gentherapie ist ein Hoffnungsträger für die Medizin. Viele Ansätze verlassen sich auf modifizierte Viren, um die korrigierende Erbinformation in die gewünschten Zellen zu schleusen. Oftmals verursachen aber genau diese als Genfähren oder Genvehikel bezeichneten Transportsysteme Probleme. Forscher der Universitäten Johns Hopkins (Baltimore) und Northwestern (Evanston, beide USA) arbeiten daher an einer virenfreien Alternative. Auf der Webseite des Fachblatts Advanced Materials haben sie am 11. Oktober für den DNA-Transfer optimierte Nanoteilchen vorgestellt. Je nach Zusammensetzung nehmen die Teilchen verschiedene Gestalten an. „Wurmförmige Teilchen führen zu 1.600 Mal mehr Genexpression in den Zielzellen als Stäbchen- oder Kugel-Teilchen“, erläutert Studienleiter Hai-Quan Mao die Bedeutung der Form. Nachdem die Partikel zunächst mehr oder weniger zufällig eine dieser Formen annahmen, können die Forscher nun die Gestalt vorhersagen und deren Herstellung derart ändern, dass sie trotz unterschiedlicher „DNA-Ladung“ stets die vorteilhafte Wurmgestalt einnehmen.

Für dieses „Teilchen-Tuning“ bemühten die Laborforscher aus Baltimore das Wissen der Bioinformatiker aus Evanston. Dort, in der Nähe von Chicago, wurden die Computermodelle entwickelt, mit denen man die Form der Partikel vorhersagen kann. Die Berechnungen waren dabei zum Teil so komplex, dass bei einigen von ihnen 96 Prozessoren einen Monat lang parallel beschäftigt waren. Die Nanoteilchen bestehen aus Plasmid-DNA und einer schützenden Polymer-Hülle. Die Kombination der beiden Substanzen wird dann in verschieden stark verdünnte Lösungsmittel getaucht. Die Teilchen ziehen sich dadurch zusammen. Das Ergebnis: Die geschrumpften Partikel sind nun sogar gegen Angriffe des Immunsystems geschützt. Im Körper werden sie in die Nähe der Zielzellen injiziert. Nach dem Eintritt in die Zellen zerfällt die Polymerhülle und die Zelle kann die korrigierende Erbinformation von der freigelassenen DNA ablesen. 

© laborwelt.de/ml

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2012-q4/nanovehikel-die-form-entscheidet.html

Forschung

28.08.2015 Weltweit trauerten Fans von Knut, als der Eisbär 2011 in einen Wassergraben stürzte und ertrank. Die Ursache für seinen Tod blieb lange rätselhaft. Nun ist klar: Knut litt an einer Krankheit, die in ähnlicher Form beim Menschen vorkommt und nun erstmals im Tierreich nachgewiesen wurde.

Immunsystem

26.08.2015 T-Killerzeller haben wie James Bond die "Lizenz zum Töten" von Krankheitserregern. Dafür stellt ihnen das Immunsystem Helfer zur Seite, wie Forscher nun herausfanden.

Rechtsstreit

24.08.2015 Zwei deutschen Labordienstleistern wirft ein französischer Konkurrent vor, sie hätten falsch deklariertes Kälberserum auf den Markt gebracht.

Neurowissenschaft

20.08.2015 Wer Selbstmordgedanken hat, vertraut sich leider selten anderen an. Betroffene erhalten deshalb nicht die Hilfe, die sie brauchen. Wie sich Suizidgedanken künftig mit einem Test vorhersagen lassen könnten, beschreiben nun US-Forscher.

Forschung

19.08.2015 Egal ob als Lebensmittel oder als Zusatz in Kosmetika: Algen sind wahre Alleskönner. Kieler Forscher zeigen nun, dass Algen sogar heilende Kräfte haben: Sie können als Waffe gegen Krebs dienen.

Schlafforschung

17.08.2015 Während des REM-Schlafes bewegen sich unsere geschlossenen Augen hin und her – doch hat das was zu bedeuten? Israelische Forscher wissen nun, was es mit diesen Augenbewegungen auf sich hat.

Pharmazie

14.08.2015 US-Forscher haben Hefezellen gentechnisch so verändert, dass sie Opioide herstellen können. Die Veröffentlichung der Versuche wird teils kritisch gesehen.

Forschung

12.08.2015 Ein geschädigtes Herz kann sich nicht selber heilen – zumindest nicht ein menschliches. Andere Tiere sind darin wahre Selbstheilungskünstler. Warum das beim Menschen nicht funktioniert, zeigen nun deutsche Forscher.

Gesundheit

10.08.2015 Keine Lust mehr auf Nikotin-Kaugummis oder alberne Pflaster? Forscher haben nun ein Enzym entdeckt, welches Nikotin im Blut abbaut – und damit auch das Verlangen nach der nächsten Zigarette.

Neurologie

07.08.2015 Forscher haben einen molekularen Wecker für schlafende Stammzellen im Hirn entdeckt: Wird der Botenstoff Interferon gamma gezielt aktiviert, wachen die Hirnstammzellen auf. Eine mögliche Behandlungsmethode bei Demenz?

Bild der Woche

Alle Bilder

Biotechnologie.tv

Alle Videos



Produkt der Woche

Alle Produkte