Nachrichten

Koffein: Wo die gute Droge wirkt
Bild vergrößern

Gehirnforschung

Koffein: Wo die gute Droge wirkt

22.10.2012 - Koffein steigert die Leistung des Gehirns ohne abhängig zu machen. Jetzt haben Forscher aus Jülich die dafür entscheidende Hirnregion ermittelt.

Koffein wirkt. Ob im Energiedrink für die nächtliche Party oder im Kaffee für den Start in den Bürotag – die weit verbreitete psychoaktive Substanz ist aus dem Leben vieler nicht wegzudenken. Dabei ist der Stoff nicht nur ein Muntermacher par excellence, sondern schützt zum Beispiel auch vor einer Alzheimer- oder Parkinson-Erkrankung. Wissenschaftler vom Forschungszentrum Jülich haben herausgefunden, wo genau im Gehirn Koffein an Nervenzellen andockt. Die in der November-Ausgabe des Journal of Nuclear Medicine erscheinende Studie zeigt anhand von Aufnahmen aus dem Positronenemissionstomografen (PET): Koffein wirkt vor allem im Großhirn und dort insbesondere im Assoziationskortex. Diese Region der Gehirnrinde ist für komplexe, kognitive Bewertungsprozesse zuständig und verknüpft dafür viele unterschiedliche Informationen. Bereits zwei bis drei Tassen Kaffee reichten den Forschern zufolge aus, um die Hälfte aller möglichen Andockstellen in dieser Gehirnregion mit Koffeinmolekülen zu besetzen. Aufgrund der Blockade können diese Zellen nicht mehr gehemmt werden, sie bleiben daher aktiv und halten den Assoziationskortex und damit den gesamten Kaffeetrinker wach.

Insgesamt wurden fünfzehn Probanden per PET-Scan untersucht. Zunächst bekamen sie eine Substanz (18F-CPFPX) verabreicht, die die Koffein-Andockstellen – sogenannte A1-Adenosinrezeptoren – belegt und sie so im Scan sichtbar macht. Dann wurde Koffein in die Venen injiziert. Die Menge entsprach dabei in etwa der von zwei bis vier Tassen Kaffee. Der Effekt: Koffein verdrängt die Markierungssubstanz von den Andockstellen der Nervenzellen, das Markierungs-Signal schwindet Stück für Stück. Da Koffein eine biologische Halbwertszeit von nur fünf Stunden hat, erobert die Markierungssubstanz mit der Zeit die Andockstellen wieder zurück. Für eine konstant aufgeweckte Leistung sollte dem Körper also stetig neues Koffein zugeführt werden. Ein Glück, dass Koffein eine „gute”, also nicht süchtig machende Droge ist!

© laborwelt.de/ml

Alternsforschung

24.04.2014 Das Blut einer mit 115 Jahren verstorbenen Frau wurde nun analysiert. Die Auswertung verrät Neues über das Limit der Lebenserwartung.

Infektionen

23.04.2014 Neue Waffe gegen Masern? Als Tablette verabreicht konnte ein neuer Wirkstoff die Vermehrung von Masernviren stoppen – sogar mit Langzeitschutz.

Neurologie

22.04.2014 Werden die neuronalen Ursachen für Depressionen verstärkt, klingen die Symptome ab. Diese paradoxe Entdeckung haben US-Neurologen gemacht.

Infektionskrankheiten

17.04.2014 Ein Hochsicherheitslabor in Paris vermisst mehr als 2.000 Proben, die Teile des gefährlichen SARS-Virus enthalten.

Mikroskopie

16.04.2014 Welcher Teil der Nervenzellen spielt beim Lernen die Hauptrolle? Ein neues, extrem hochauflösendem Fluoreszenz-Mikroskopieverfahren liefert die Antwort.

Virologie

14.04.2014 Für den Nachweis von Masernviren lobte ein Impfgegner 100.000 Euro aus. Nun duellieren sich die Wettpartner vor Gericht.

Genetik

10.04.2014 Starb der „King of Rock ’n’ Roll“ an einer erblichen Herzkrankheit? Ein britischer TV-Sender stellt diese Diagnose auf Basis eines DNA-Tests.

Pflanzenbiologie

09.04.2014 Die bunten Blüten des Rhododendrons sind nicht nur schön. Forscher konnten nun darin auch heilsame Substanzen für ein neues Antibiotikum finden.

iGEM-Wettbewerb

07.04.2014 Zum 10-jährigen Jubiläum überrascht der Studentenwettbewerb iGEM mit vielen Neuerungen. Dieses Jahr gibt es eine Rekordbeteiligung aus Deutschland.

Anthropologie

03.04.2014 Europäer haben mehr Gene für den Fettstoffwechsel vom Neandertaler geerbt als Asiaten. Das brachte Überlebensvorteile, folgern deutsche Forscher.

Video

Alle Videos

Aktuelle News auf Transkript.de

Produkt der Woche

Alle Produkte

Bild der Woche

Alle Bilder