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Geld sammeln für Papageien-Genom
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Forschung

Geld sammeln für Papageien-Genom

01.10.2012 - Die Bewohner der Karibikinsel Puerto Rico haben die Sequenzierung des Genoms einer Papageien-Art finanziert, die vom Aussterben bedroht ist.

Auf dem Gebiet der USA gibt es nur noch eine überlebende Papageien-Art, die Puerto-Rico-Amazone. Die Bewohner der Karibikinsel scheinen auf den krächzenden, grünen Gesellen stolz zu sein und kämpfen gegen sein Aussterben. Die Gemeinden der Insel haben gemeinsam mit Mitarbeitern und Studenten der lokalen Universität in Mayagüez in den vergangenen Jahren das Geld für die erfolgreiche Sequenzierung des Genoms dieser Papageien-Art aufgebracht. Neben direkten Spenden wurde auch Geld zum Beispiel über Kunstprojekte und Modenschauen eingeworben. Am 28. September wurden in der Fachzeitschrift Gigascience die ersten Ergebnisse veröffentlicht: Bisher sind etwa 76% des 1,58 Gb großen Genoms ausgelesen. Die ersten Vergleiche mit anderen Vogelgenomen zeigen, dass Amazona vittata eine Übereinstimmung von 84,5% mit Zebrafinken und 82,7% mit dem Haushuhn hat. Die Puerto-Rico-Amazone ist der erste große Amazonenpapagei, dessen Genom untersucht wird.

Das Puerto Rico Parrot Genome Project ist nicht nur für Evolutionsbiologen von Interesse. Taras Oleksyk ist einer der Organisatoren. Er hofft, auch das Bewusstsein der Inselbewohner für Arten- und Naturschutz geschärft zu haben: „Das Einbeziehen von lokalen Gemeinschaften könnte einer der Schlüsselstrategien für Arterhaltungsmaßnamen werden.“ Von dieser Papageienart gibt es nur noch etwa 40 Exemplare. Vor allem die Zerstörung des Lebensraums zur Gewinnung von Ackerland brachte die Art an den Rand der Auslöschung. Der Tropensturm Hugo setzte 1989 dem Bestand ebenfalls kräftig zu. Auch wenn die Veröffentlichung des Genoms keinen direkten Nutzen für den Arterhalt hat, durch das Projekt hat sich der Papagei im Kopf der Inselbewohner als Maskottchen etabliert. Und lieb gewonnenen Freunden hilft man bekanntlich besonders gern.

© laborwelt.de/ml

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