Nachrichten

Anden-Gene gegen Arsen
Bild vergrößern

Medizin

Anden-Gene gegen Arsen

18.10.2012 - Indianerherz kennt keinen Schmerz: Forscher haben festgestellt, dass südamerikanische Eingeborene auch gegen Arsen gefeit sind.

Marterpfahl, Sonnentanz und ein entbehrungsreiches Leben: Indianern wird allgemein nachgesagt, besonders hart im Nehmen zu sein. Forscher in den Anden können der Legende jetzt ein weiteres Kapitel hinzufügen: Sie haben ein Eingeborenenvolk entdeckt, das sich offenbar seit Generationen von arsenverseuchtem Wasser ernährt. Während ähnlich verunreinigtes Wasser in Bangladesh hohe Kindersterblichkeit, Diabetes, Herzkrankheiten und Krebs nach sich zieht, haben die eingeborenen Dorfbewohner von Atacameno im argentinischen San Antonio de los Cobres ihre Gene dem Gift angepasst.  Sie haben eine Genvariante ausgeprägt, die das Gift im Körper schneller verarbeitet und ausscheidet, statt es im Gewebe einzulagern. Zudem produziert der Arsenstoffwechsel der Andenindianer weniger giftige Nebenprodukte.

Derartige Gene waren bisher nur von Bakterien und Pflanzen bekannt, die in entsprechend belasteten Gegenden wachsen. „Zu Menschen gibt es bisher keine Forschungen“, sagt Karin Broberg von der schwedischen Universität Lund, die die Studie mit zwei Kollegen aus Uppsala durchführte. Bekannt ist nur, dass viele Gene, die den Umgang mit Giftstoffen im Körper regeln, in verschiedenen Varianten vorliegen und damit ihre Träger an verschiedene Umweltbedingungen anpassen. Gut möglich, dass die Anden-Indianer deshalb so besonders auf das Gift eingestellt sind, mit dem in Europa zur gleichen Zeit gerne Adelsfamilien dezimiert wurden. In den Anden sind die Indios das giftige Wasser gewohnt, Arsen kommt dort natürlich in den Felsen vor und wurde durch Bergbau seit präkolonialer Zeit ins Trinkwasser befördert.

Ein erstes Gen-Mapping zeigte, dass neben den besonders resistenten argentinischen Dorfbewohnern auch die Hälfte der peruanischen Eingeborenen und immerhin rund 14 Prozent der Indios und Mestizen in Kolumbien und Mexiko die Genvariante für effektiven Arsenstoffwechsel in sich tragen. Ein sehr altes Erbe: In Chile fanden die Forscher Arsenrückstände in den Haaren und den inneren Organen von 7000 Jahre alten Mumien. 

© laborwelt.de/ck

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2012-q4/anden-gene-gegen-arsen.html

Forschung

18.12.2014 Welche Meldung hat 2014 am meisten für Furore gesorgt? Mit dabei im Laborwelt-Ranking der meistgelesenen Artikel: Idiotische Männer, Bier, Steaks und eine vermeintliche HIV-Wunderwaffe.

Forschung

17.12.2014 Sie sind Meister der Selbstheilung und noch dazu transparent: Zebrafische. Wie Blutgefäße bei einer amputierten Schwanzflosse in nur 24 Stunden nachwachsen, konnten nun Max-Planck-Forscher beobachten.

Forschung

15.12.2014 Schonmal in einem Einkaufswagen eine steile Straße hinabgerollt? Dann sind Sie bestimmt ein Mann! Woher wir das wissen? Ganz einfach: Männer machen häufiger als Frauen dumme Sachen mit tödlichem Ausgang – das zeigt eine neue Studie.

Forschung

12.12.2014 Ein Forscher narrte nun zwei Journals, indem er ihnen ein unsinniges Paper unterjubelte. Hauptautorin der frei erfundenen Veröffentlichung ist Maggie Simpson.

Forschung

10.12.2014 In der Nase von Schnarchern schlummern heilende Kräfte: Mit Stammzellen aus der Nase konnten Biomediziner Ratten von Parkinson kurieren.

Forschung

08.12.2014 Eine indische Firma steht im Verdacht, unzählige Studienergebnisse gefälscht zu haben. Allein in Deutschland könnten mehr als 100 Zulassungen von Medikamenten unrechtmäßig erteilt worden sein.

Forschung

05.12.2014 Tabakqualm ist nicht gesund – das ist hinlänglich bekannt. Dass rauchende Männer aber auch ihre Y-Chromosomen aufs Spiel setzen, zeigt nun eine Studie aus Schweden.

Genetik

03.12.2014 Gemeinsam sind wir stark! Das Sprichwort trifft nicht nur auf Menschen zu. Auch Gene brauchen Zweisamkeit zum Überleben, wie Berliner Forscher herausfanden.

Regulation

01.12.2014 Kurz nach einer Grippeimpfung sind in Italien drei Menschen gestorben. Nach weiteren Komplikationen hat die italienische Arzneimittelbehörde nun zwei Chargen des Impfstoffes Fluad vorsorglich vom Markt genommen.

Forschung

27.11.2014 Forscher haben Erbgut an die Außenwand einer Rakete geheftet. Ihren ersten Weltraumflug haben die unsichtbaren Passagiere bestens überstanden.

Whitepaper

Biotechnologie.tv

Alle Videos

Produkt der Woche

Alle Produkte

Bild der Woche

Alle Bilder