Nachrichten

Zelle: Fünflinge bei Platzmangel
Bild vergrößern

Krebsforschung

Zelle: Fünflinge bei Platzmangel

12.07.2012 - Auch Zellen können sich eingeengt fühlen, sagen US-Forscher. Gesunde Zellen sterben, bei Krebszellen hingegen spielt die Zellteilung verrückt.

Krebszellen haben es bei Zellteilungen eiliger als gesunde Zellen. Dabei wird oftmals auch das Erbgut nicht gleichmäßig auf die Tochterzellen verteilt. Dino di Carlo und seine Kollegen von der Henry Samueli School of Engineering and Applied Science in Los Angeles (USA) haben jetzt gezeigt, dass Platznot bei Krebszellen ausreicht, um unregelmäßige Zellteilungen auszulösen. Die Forscher beobachteten, wie sich Zellen in drei, vier oder gar fünf Tochterzellen teilten. Außerdem wiesen die eingeengten HeLa-Krebszellen häufiger Anomalien bei der Zellteilung auf, starben öfter ab und produzierten häufiger unterschiedlich große Tochterzellen als Krebszellen ohne „Klaustrophobie“. Die Wissenschaft habe sich bisher vor allem mit der Biochemie der Krebszellen beschäftigt, weiß di Carlo: „Erst jetzt beginnt man zu verstehen, dass auch mechanische Kräfte allein das Verhalten von Zellen beeinflussen können.“ In ihrer Ende Juni im Magazin PLoS One erschienenen Studie spekulieren die Forscher auch über die Ursache der ungewöhnlichen Zellteilungsmuster. So könnte bei eingequetschten Zellen die Mikrotubuli-Funktion gestört sein. Statt systematisch zu zwei Enden der Zelle gezogen zu werden, könnten die Chromosomen wild in alle Richtungen verteilt und somit drei oder mehr Tochterzellen gebildet werden.

Bisher wurden Krebszellen in vitro vor allem in weitläufigen Petrischalen untersucht. Das von den US-Bioingenieuren entwickelte 3D-Kultivierungssystem ahmt hingegen die beengten Verhältnisse eines realen Tumors nach. Gesunde Zellen teilen sich bei ungenügend Platz übrigens überhaupt nicht. Sie sterben einfach ab. Spielt Platznot also eine Rolle bei der Tumorentwicklung? Oder verstärkt sie „nur“ das Wachstum bereits existenter Krebszellen? Di Carlo ist sich jedenfalls sicher, dass das räumliche Wohlbefinden einer Zelle eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung eines normalen Teilungszyklus spielt.

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2012-q3/zelle-fuenflinge-bei-platzmangel.html

Neurowissenschaft

28.05.2015 Das menschliche Gehirn ist auf Höchstleistung getrimmt. An Billiarden Synapsen werden jede Sekunde chemische Signale übertragen. Wie das neuronale Meisterstück gelingt, ohne dabei epileptische Anfälle zu erzeugen, haben Berliner Forscher nun herausgefunden.

Publikationen

27.05.2015 2014 sorgte eine Science-Studie für Aufsehen: Konservative wurden aufgeschlossener gegenüber der Homo-Ehe, sobald sie Schwule kennengelernt hatten. Doch nun kommt heraus: Die gesammelten Daten sind vermutlich frei erfunden.

Genetik

26.05.2015 Von der blutsaugenden Femme fatale zum harmlosen Mückenmännchen: US-amerikanische Wissenschaftler haben einen Genschalter gefunden, mit dem sich das Geschlecht von Mücken wechseln lässt.

Personalie

20.05.2015 Die Suche nach einem Chef für das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) geht weiter: Der Wiener Genetiker Josef Penninger hat sich überraschend gegen den Top-Job in Berlin entschieden.

Genetik

18.05.2015 Der eine gähnt noch, während der andere schon seit Stunden bei der Arbeit sitzt. Ob man Frühaufsteher oder Morgenmuffel ist, könnten bis zu 80 Gene entscheiden – das zeigen nun britische Forscher.

Unfruchtbarkeit

11.05.2015 Laut französischen Forschern konnte erstmals erfolgreich menschliches Sperma im Reagenzglas gezüchtet werden. Dank einer neuen Technik sollen sich Vorläuferzellen aus Hoden in funktionstüchtige Spermien entwickelt haben.

Forschung

06.05.2015 Früher war alles anders, so heißt es. Das gilt sogar für Schampus, wie nun eine Analyse ergab: Der aus einem Schiffswrack geborgene 1840er Champagner war süßer uns süffiger als der Tropfen von heute.

Forschung

04.05.2015 Wegen angeblicher Tierquälerei bei seinen Versuchen mit Primaten steht das Tübinger Max-Planck-Institut schon seit längerer Zeit unter Beschuss. Nun will Direktor Logothetis die Forschung an den Affen einstellen.

Sexismus-Debatte

30.04.2015 Ein unsachliches und offen sexistisches Gutachten zu einer wissenschaftlichen Arbeit bringt die Netzgemeinde auf die Palme. Eine Beschwerde der beiden Autorinnen beim Journal wurde drei Wochen lang ignoriert.

Biotechnologie.tv

Alle Videos


Beständige Etiketten für jede Laborprobe

Laborproben sind sehr rauen Bedingungen ausgesetzt. Die Wissenschaftler von Brady haben Kennzeichnungsetiketten entwickelt, die sich optimal für die rauen Bedingungen eignen. Laboretiketten für Kryoproben, Fläschchen, Objektträger, …

Laden Sie den neuen Leitfaden für die Probenkennzeichnung herunter!


Produkt der Woche

Alle Produkte

Bild der Woche

Alle Bilder