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Wie Erreger den Wirt wechseln
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Epidemie-Forschung

Wie Erreger den Wirt wechseln

29.08.2012 - Ein internationales Team hat an Primaten erforscht, warum Krankheitserreger von einer Art zu einer anderen überspringen.

Infektionskrankheiten können schnell die Artgrenze überwinden und somit auch zu einer Gefahr für den Menschen werden. Die besten Beispiele hierfür sind das HI-Virus, welches seinen Ursprung vermutlich bei Affen nahm. Ein Forscherteam wollte daher wissen, welche Faktoren für eine erfolgreiche Übertragung von Parasiten oder Viren entscheidend sind. Die Wissenschaftler aus Irland (Trinity College Dublin), den USA (Harvard Universität Boston) und Deutschland (Georg-August-Universität Göttingen) haben am 23. August ihre Studie im Fachjournal Ecology Letters veröffentlicht. Darin konzentrierten sie sich auf Infektionen bei Menschen, Menschenaffen, Altwelt- und Neuweltaffen und griffen für ihre Arbeit auf eine Datenbank zu Primatenkrankheiten zurück. Das überraschendste Ergebnis ihrer Analyse: Der Platz im Stammbaum der Evolution allein reicht nicht aus, die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Art zu Art zu erklären.

Menschen teilen sich viele Krankheitserreger mit Schimpansen und Gorillas. Dies ist bei den ebenfalls nah mit dem Menschen verwandten Orang-Utans nicht der Fall, während Menschen mit Makaken, Lemuren oder Pavianen wieder mehr Erreger gemein haben. Die Forscher erklären dies damit, dass das Lebensumfeld und die geographische Verbreitung ebenfalls eine Rolle spielen. Orang-Utans sind selten und leben auf Bäumen, Geschwänzte Altweltaffen und Lemuren gibt es hingegen in weitaus größerer Zahl. Außerdem leben sie wie Menschen auf dem Boden. Für die Epidemie-Forschung ist das eine wichtige Erkenntnis: In Zukunft sollten somit auch die Infektionskrankheiten von zwar entfernt verwandten, aber ständig mit Menschen in Kontakt stehenden Tierarten aufmerksam beobachtet werden. 

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