Nachrichten

Web-Sucht: Die Gene sind schuld
Bild vergrößern

Psychologie

Web-Sucht: Die Gene sind schuld

30.08.2012 - Eine bestimmte Genvariante verstärkt offenbar das krankhafte Verlangen ständig online zu sein. Vor allem Frauen sind betroffen.

Für das Phänomen Internetsucht gibt es auch eine molekulare Basis. Forscher der Universität Bonn und des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim fanden heraus, dass dabei ein bestimmtes Gen eine wichtige Rolle spielt. In der Septemberausgabe des Fachblatts Journal of Addiction Medicine erläutern sie, dass es sich um einen für das Belohnungssystem des Gehirns wichtigen Rezeptor handelt. Der sogenannte nikotinerge Acetylcholinrezeptor bindet den körpereigenen Botenstoff Acetylcholin – aber auch Nikotin. Somit basieren Nikotinabhängigkeit und Internetsucht wahrscheinlich auf ähnlichen molekularen Mechanismen. Der gefundene  Sequenz-Unterschied zwischen Internetsüchtigen und Otto-Normal-Surfern (ein SNP) betrifft das Gen CHRNA4, das für einen Baustein dieses Rezeptors kodiert. „Diese Genvariante tritt bei Probanden mit problematischem Internetverhalten gehäuft auf“, erklärt Christian Montag, Erstautor der Publikation.  

Die Bonner Forscher beobachteten insgesamt 843 Menschen über mehrere Jahre. Die Beziehung zum Netz der Netze wurde über Fragebögen festgestellt. Das Ergebnis: 132 der Befragten zeigten ein Verhalten, das die Wissenschaftler als kritisch einstuften. Der Vergleich des Erbguts der beiden Gruppen förderte dann den Unterschied im Gen CHRNA4 zutage. Mutationen in diesem Gen können Auswirkungen auf eine große Bandbreite von Verhaltensweisen haben. Neben Suchtverhalten betrifft dies auch Auswirkungen auf Gefühle und Erkenntnisse. Innerhalb der Problemgruppe tritt die gefundene Variante übrigens besonders häufig bei Frauen auf. Für Montag ein rätselhafter Befund, da den Befragungen zufolge eher Männer als Frauen zu Internetabhängigkeit neigen: „Möglicherweise haben wir mit unserem Verfahren eine spezielle Untergruppe der Online-Sucht adressiert, die eher Frauen betrifft.“ Der Psychologe spekuliert, dass das zum Beispiel die Nutzung von sozialen Netzwerken sein könnte.

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2012-q3/web-sucht-die-gene-sind-schuld.html

Personalie

20.05.2015 Die Suche nach einem Chef für das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) geht weiter: Der Wiener Genetiker Josef Penninger hat sich überraschend gegen den Top-Job in Berlin entschieden.

Genetik

18.05.2015 Der eine gähnt noch, während der andere schon seit Stunden bei der Arbeit sitzt. Ob man Frühaufsteher oder Morgenmuffel ist, könnten bis zu 80 Gene entscheiden – das zeigen nun britische Forscher.

Unfruchtbarkeit

11.05.2015 Laut französischen Forschern konnte erstmals erfolgreich menschliches Sperma im Reagenzglas gezüchtet werden. Dank einer neuen Technik sollen sich Vorläuferzellen aus Hoden in funktionstüchtige Spermien entwickelt haben.

Forschung

06.05.2015 Früher war alles anders, so heißt es. Das gilt sogar für Schampus, wie nun eine Analyse ergab: Der aus einem Schiffswrack geborgene 1840er Champagner war süßer uns süffiger als der Tropfen von heute.

Forschung

04.05.2015 Wegen angeblicher Tierquälerei bei seinen Versuchen mit Primaten steht das Tübinger Max-Planck-Institut schon seit längerer Zeit unter Beschuss. Nun will Direktor Logothetis die Forschung an den Affen einstellen.

Sexismus-Debatte

30.04.2015 Ein unsachliches und offen sexistisches Gutachten zu einer wissenschaftlichen Arbeit bringt die Netzgemeinde auf die Palme. Eine Beschwerde der beiden Autorinnen beim Journal wurde drei Wochen lang ignoriert.

Immunologie

29.04.2015 Darmbakterien spielen bei Krankheiten wie Morbus Crohn eine wichtige Rolle. Münchner Forscher haben nun erstmals belegt, dass ein bakterielles Ungleichgewicht Ursache Krankheit ist.

Materialwissenschaft

27.04.2015 3D-Druck? Ist doch von gestern! Aus Australien kommt 4D-Druck: gedruckte 3D-Objekte, die ihre Form verändern können.

Genschere

24.04.2015 Nun haben sich die Gerüchte doch bewahrheitet: Chinesische Forscher haben erstmals das Erbgut menschlicher Embryonen verändert.

Biotechnologie.tv

Alle Videos


Beständige Etiketten für jede Laborprobe

Laborproben sind sehr rauen Bedingungen ausgesetzt. Die Wissenschaftler von Brady haben Kennzeichnungsetiketten entwickelt, die sich optimal für die rauen Bedingungen eignen. Laboretiketten für Kryoproben, Fläschchen, Objektträger, …

Laden Sie den neuen Leitfaden für die Probenkennzeichnung herunter!


Produkt der Woche

Alle Produkte

Bild der Woche

Alle Bilder