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Urmenschen geben Rätsel auf
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Urmenschen geben Rätsel auf

03.09.2012 - Genaue Genom-Analysen des Denisova-Mädchens deuten auf eine geringe genetische Vielfalt dieser Urmenschen hin.

Der Fund eines Fingerknochenfragments eines Mädchens (siehe Bild) wurde zur Sensation, als seine DNA 2008 einen neuen Urmenschen offenbarte: den Denisova-Menschen. Paläogenetiker vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie aus Leipzig haben nun das Erbgut von Denisovanern, Neandertalern und unseren Vorfahren, den Homines sapientes, verglichen. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Science schreiben sie, dass die genetische Vielfalt der Denisova-Population erstaunlich gering war. Erstautor Matthias Meyer erläutert: „Für den größten Teil des Genoms können wir die Unterschiede zwischen den beiden Chromosomensätzen bestimmen, die das Denisova-Mädchen von ihrer Mutter beziehungsweise ihrem Vater geerbt hat.“ Inzucht in der Eltern- und Großelterngeneration konnten die Forscher ausschließen. Wahrscheinlicher ist, dass es sich – ähnlich wie es bei den Neandertalern vermutet wird – nur um eine kleine Population handelt. Für den Blogger John Hawkes ist das allerdings ein Rätsel: Immerhin waren Denisova-Menschen geographisch gesehen viel weiter verbreitet als Neandertaler. Es ist sogar wahrscheinlich, dass Denisovaner auch in subtropischen und tropischen Regionen gelebt haben, wo günstige Umweltbedingungen die Entwicklung größerer Populationen möglich machen. Hawkes spekuliert, dass der Denisova-Fund eine Besonderheit ist und die Denisovaner eigentlich einen durchaus variantenreichen Genpool hatten.

Die Leipziger Forscher katalogisierten auch die Unterschiede der Gensequenzen der drei Menschen-Typen. Laut Meyer sind von den 100.000 gefundenen Unterschieden nur „etwa 260 heiße Kandidaten“, weil sie in proteinkodierenden Abschnitten liegen. Einige dieser Veränderungen betreffen Gene, die mit der Entwicklung und der Funktion des Nervensystems (insbesondere Synapsenwachstum, Autismus und Schizophrenie) in Verbindung stehen. Andere haben vielmehr Einfluss auf Funktion und Ausprägung von Haut, Augen und Zähnen. Die Hoffnung der Autoren ist nun, dass diese Gene einmal erklären können, warum sich die modernen Menschen mit ihrer komplexen Kultur verbreiten konnten, während archaische Menschen wie die Neandertaler und die Denisovaner nach und nach ausstarben.

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2012-q3/urmenschen-geben-raetsel-auf.html

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