Nachrichten

Ruhende T-Zellen haben HIV-Schutz
Bild vergrößern

Infektionskrankheiten

Ruhende T-Zellen haben HIV-Schutz

27.09.2012 - Heidelberger Virologen haben die natürliche HIV-Schutzvorrichtung von ruhenden T-Helferzellen aufgeklärt: Ein bestimmtes Protein schützt sie.

HI-Viren befallen bevorzugt die verdeckten Ermittler unseres Immunsystems, die T-Helferzellen. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg um Oliver Fackler und Oliver Keppler haben herausgefunden, warum ein solcher HIV-Angriff bei ruhenden T-Zellen nicht zur Vermehrung des tückischen Virus führt, eine Infektion bereits aktivierten Zellen hingegen schon. In ihrer Mitte September zunächst online publizierten Studie auf Nature Medicine. erläutern sie, dass ein Molekül mit dem Namen SAMHD1 eine Schlüsselfunktion hat. SAMHD1 ist eine Art Putzteufel. In der ruhenden Zelle baut es die gerade nicht benötigten Bausteine für die Erbgutvervielfältigung einfach ab. „Damit fehlt den HI-Viren vermutlich ebenfalls das Material, um ihre Erbinformation in eine für die Zelle brauchbare Version umzuschreiben und vervielfältigen zu lassen“, erklärt Fackler.

Als Retroviren injizieren HI-Viren nach dem Andocken ihre Einzelstrang-RNA in die Zelle, die zunächst in DNA umgeschrieben werden muss. Erst die DNA kann in das Wirtsgenom eingebaut und dort aktiv werden. SAMHD1 verhindert wahrscheinlich genau jenes Umschreiben. In einem Experiment legten die Forscher die Herstellung dieses Proteins in ruhenden T-Helferzellen lahm. Das Ergebnis: Jetzt konnten sich auch hier HI-Viren vermehren. In unveränderten, aktivierten T-Helferzellen ist zwar ebenfalls SAMHD1 vorhanden, allerdings werden dort ständig Unmengen neuer Erbgut-Bausteine produziert, so dass immer ein paar für das Virus abfallen. Das Virenerbgut kann somit in eine lesbare Version umgeschrieben werden, was die ungezügelte Vermehrung des Virus in dieser befallenen Zelle ermöglicht (siehe Foto). Fackler und Keppler hoffen, dass mit dem neu erworbenen Wissen in Zukunft bessere Strategien gegen die AIDS-Krankheit entwickelt werden können.

© laborwelt.de/ml

DNA-Barcoding

30.07.2014 Es war ein Mammutprojekt: Ein deutsches Forscherteam hat charakteristische DNA-Abschnitte aller in der Nordsee lebender Tiere gesammelt. Ihre Datenbank umfasst nun mehr als 500 Arten.

Zellbiologie

28.07.2014 Im Wettlauf zur Eizelle schwimmen Spermien in kleinen Gruppen. US-Forscher haben nun gezeigt: 6er-Teams reisen am effektivsten.

Genetik

24.07.2014 Warum sind manche Nationen glücklicher als andere? Je dänischer das Genom, desto fröhlicher – so die verblüffende Antwort von britischen Forschern.

Aids-Forschung

23.07.2014 Gemischte Gefühle beim Aids-Kongress: Gleich mehrere Wissenschaftler vermelden Forschungserfolge. Doch der MH17-Absturz sorgt auch für Trauer unter den Aids-Forschern.

Genetik

21.07.2014 Sind es die Gene, die dicke Freundschaften zusammenhalten? Das Erbgut ist bei guten Freunden ähnlich, so US-Wissenschaftler.

Forschung

17.07.2014 Wie kommt das Aroma in die Schokolade? Saarbrücker Forscher fanden heraus, wie Mikroben das typische Aroma in der Süßware bestimmen.

Diabetes

16.07.2014 Diabetiker aufgepasst! Googles Kontaktlinse zur Blutzuckermessung soll nun ihren Feinschliff von Novartis-Tochter Alcon bekommen.

Medizin

14.07.2014 Im Blut des „Mississippi-Mädchens“ wurden erneut Spuren von HI-Viren gefunden. Bisher galt das Kind als nahezu geheilt.

Medizin

10.07.2014 Headbanging kann zu Blutungen im Hirn führen. Das wurde nun erstmals von deutschen Ärzten attestiert.

Epigenetik

09.07.2014 Wer dick ist, muss nicht auch krank sein. Ob Übergewichtige fit bleiben oder Folgeleiden entwickeln, beeinflusst das Enzym HO-1.

Fundstücke

Alle Videos

Aktuelle News auf Transkript.de

Produkt der Woche

Alle Produkte

Bild der Woche

Alle Bilder