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Review-Schwindel aufgeflogen
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Review-Schwindel aufgeflogen

28.08.2012 - Mit gefälschten Identitäten hat sich ein koreanischer Forscher zum Prüfer seiner Publikationen gemacht. Jedoch unterlief ihm ein törichter Fehler.

Das Fluchen über die unbarmherzigen Gutachter gehört zu den geliebt-gehassten Beschäftigungen unter Wissenschaftlern. Der Koreaner Hyung-In Moon von der Dong-A Universität in Busan hat eine fragwürdige Strategie entwickelt, zu gefälligen Reviews zu gelangen: Er begutachtete sich einfach selbst. Mittlerweile ist er allerdings aufgeflogen, berichtete der Blog Retraction Watch am 24. August.

Eingereichte Publikationen mit Forschungsergebnissen und den dazugehörigen Schlussfolgerungen werden in einem sogenannten Peer-review-Verfahren von anderen Experten begutachtet. Manchmal steht nach den Gutachten die Ablehnung der Publikation, sehr oft werden zeitaufwändige Zusatzexperimente verlangt. Moon schlug als Gutachter für seine eingereichten Publikation den Fachzeitschriften entweder erfundene Personen vor oder auch durchaus existierende Wissenschaftler, die er allerdings mit gefälschten E-Mailadressen und Kontaktdaten versah. Den Bearbeitern bei den Zeitschriften fiel der Trick zunächst nicht auf, sie sandten Moons Paper also quasi zum ihm selbst zurück.

Das System Moon wurde vom Editor der Fachzeitschrift Enzyme Inhibition and Medicinal Chemistry, Claudiu Supuran, enttarnt. Ihm fiel auf, dass fast alle Gutachten schon innerhalb von 24 Stunden nach dem Versenden des Manuskripts fertig in seinem Posteingang auftauchten – auffällig schnell für normalerweise dauerüberlastete Forscher. Er kontaktierte daraufhin Moon, der sogleich seine Praktiken zugab. Bis jetzt zog der Herausgeber Informa Healthcare eine Publikation in Pharmaceutical Biology und drei in International Journal of Food Sciences and Nutrition zurück. Sehr wahrscheinlich werden noch weitere Veröffentlichungen folgen. Informa Healthcare entschuldigte sich für die unzureichende Überprüfung der Gutachter und versprach, das gesamte Peer-review-Verfahren des Verlags auf den Prüfstand zu stellen.

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