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Restauriert: Der richtige Riecher
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Gentherapie

Restauriert: Der richtige Riecher

04.09.2012 - Erfolg für die Gentherapie: Forscher haben Mäusen ohne angeborenen Geruchssinn das Riechen beigebracht. Auch Humanmediziner horchen auf.

Kongenitale Anosmie – so lautet der medizinische Fachbegriff für genetische Störungen, die zum Verlust des Geruchssinns von Geburt an führen. Im Mausmodell konnten US-Forscher der Universität von Michigan in Ann Arbor zeigen, dass solche Störungen repariert werden können. Mit Hilfe der Gentherapie statten sie Mäuse mit der Fähigkeit zu riechen aus (Nature Medicine, Vorabveröffentlichung vom 2. September). Ihre Experimente führten sie an Nagern mit einem Defekt im Gen Ift88 durch. Wie auch viele andere Gendefekte führt dieser zu einer Ziliopathie, einer durch defekte Zilien verursachten Krankheit. Zilien sind feine, bewegliche Zellfortsätze. Manchmal werden sie auch als Wimpern oder Flimmerhärchen bezeichnet.

Defekte im Ift88-Gen sind beim Menschen tödlich. Daher ist der Ift88-Erfolg für humane Gentherapien nicht direkt von Belang. Dass es aber grundsätzlich möglich ist, in zilienlosen Zellen durch Hinzufügen eines fehlerfreien Gens wieder solche Wimpern hervorzubringen, macht den Forschern um Teamleiter Jeffrey Martens Hoffnung. Jetzt wollen sie andere, auch für den Menschen relevante Zilien-Krankheiten kurieren.

Erstautor Jeremy McIntyre erklärt, was nach dem Einbringen des Gens in den Riechneuronen passierte: „Das Wiederherstellen des korrekten Proteins führte zu neuem Zilienwachstum. Schon allein das Vorhandensein dieser neuer Zilien reichte aus, um die Geruchsstoffe wahrzunehmen.“ Die hinzugewonnene Lebensqualität äußerte sich auch in einem neu erwachten Appetit der Mäuse: Zwei Wochen nach der 3-Tage-Behandlung hatten sie schon 60% mehr auf den Rippen.

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