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Punktmutation gegen Alzheimer
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Medizin

Punktmutation gegen Alzheimer

17.07.2012 - Etwa ein halbes Prozent aller Isländer ist genetisch vor Alzheimer geschützt. Dafür sorgt offenbar eine Punktmutation im APP-Gen.

Dreimal im Jahr werden isländische Senioren im Altersheim von Wissenschaftlern besucht. Die Forscher beobachten dort, wie stark sich verschiedene Demenzerkrankungen wie zum Beispiel Alzheimer entwickeln. Da von einem Großteil der isländischen Bevölkerung auch die Genomsequenzen bekannt sind, konnten Kari Stefansson und sein Team von der Firma Decode Genetics die Krankengeschichte und die Gendaten miteinander abgleichen. Nach einem ersten Experiment mit den Daten von knapp 2.000 Personen wurden sie auf eine Adenin-zu-Thymin-Punktmutation im Gen für das Amyloid-Vorläuferprotein (APP) aufmerksam. Menschen, die diese Genvariante besitzen, haben gegenüber dem Rest der Bevölkerung eine fünfmal so hohe Chance, das 85. Lebensjahr ohne Anzeichen einer Alzheimererkrankung zu erreichen. Die Schutzfunktion einer APP-Mutation ist zweifelsohne eine Überraschung, denn alle bisher gefundenen, natürlich auftretenden Mutationen haben entweder keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf oder fördern ihn. Bei einer darauf folgenden Untersuchung unter 70.000 Isländern stellten die Forscher fest, dass diese Mutation mit einer Prävalenz von 0,5% relativ selten vorkommt. Der entsprechende Forschungsaufsatz wurde am 11. Juli auf der Internetseite des Fachmagazins Nature veröffentlicht.

Die für Morbus Alzheimer typischen Ablagerungen, die sogenannten Plaques, bestehen aus beta-Amyloiden. Diese entstehen durch den enzymatischen Abbau des Amyloid-Vorläuferproteins (APP). Die Decode-Forscher konnten mit Hilfe von in vitro-Experimenten zeigen, dass die besagte APP-Punktmutation im fertigen Protein dessen enzymatische Spaltung behindert. Letztendlich steht so 40% weniger beta-Amyloid für den Aufbau von Plaques zur Verfügung. Das Abbau-Enzym mit dem Namen BACE1 ist und bleibt daher eine der wichtigsten Angriffspunkte für Therapien.

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