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Vorstoß für freies Forschungsportal
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Open Access

Vorstoß für freies Forschungsportal

20.07.2012 - Nach der britischen Regierung plant jetzt auch die EU-Kommission, Forschungsergebnisse frei zugänglich zu machen. Die Kosten tragen die Autoren.

Wenn der Steuerzahler die Forschung finanziert, soll er sie auch nutzen können. Dieser Argumentation folgt die Europäische Kommission mit ihrer Empfehlung, wissenschaftliche Publikationen im Rahmen öffentlich geförderter Forschung als Open Access-Veröffentlichungen frei zugänglich zu machen. Nach dem Willen der Kommission sollen bis 2016 etwa 60 Prozent der Resultate öffentlich geförderter Forschung kostenlos nutzbar sein. Die EU schließt sich damit der britischen Open-Access-Initiative von Mitte Juni an. Nach dem Willen des Wissenschaftsministers David Willets und einer von der Soziologieprofessorin Janet Finch geleiteten Arbeitsgruppe sollen Forschungsergebnisse generell öffentlich zugänglich gemacht werden, die Bearbeitungskosten von 2.000 Pfund pro Publikation sollen ab 2014 die Autoren tragen.

Hintergrund der Open Access-Initiative ist die in wissenschaftlichen Verlagen inzwischen weit verbreitete Praxis,  hohe Preise  für Fachzeitschriften zu verlangen, deren Inhalt aus öffentlich geförderter Forschung stammt und unentgeltlich von Wissenschaftlern geprüft und aufbereitet wurde. Nach einem Wissenschaftler-Boykott des holländischen Verlags Elsevier sprach der britische Guardian vom „akademischen Frühling“.

"Die Steuerzahler sollten nicht zweimal für Forschungsergebnisse zahlen müssen, und sie müssen problemlos auf Rohdaten zugreifen können", sagte Neelie Kroes, die zuständige EU-Kommissarin für die Digitale Agenda. Das EU-Modell sieht zwei Wege vor, die den Wissenschaftlern die Wahl zwischen konventioneller Publikation oder einer Veröffentlichung abseits etablierter Verlagsstrukturen lassen. In Großbritannien setzt man hingegen auf den Aufbau eines neuen Forschungsportals mit Peer-Review-Verfahren und Diskussionstools. Für dessen Aufbau hat sich Wissenschaftsminister Willets bereits unentgeltliche Hilfe gesichert: Als Regierungsberater fungiert Wikipedia-Gründer Jimmy Wales.

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