Nachrichten

Molekül bremst HIV-Erreger aus
Bild vergrößern

Forschung

Molekül bremst HIV-Erreger aus

10.08.2012 - Münchener Forscher haben die Struktur einer HIV-Arznei minimal geändert. Mit großem Effekt: Das Molekül blockiert Angriffspunkte für den Erreger effizienter.

HIV-Viren verschaffen sich über unterschiedliche Rezeptoren den Zugang zu Immunzellen. Beim HIV-1-Virenstamm dienen vor allem die Rezeptoren CCR5 oder CXCR4 als Einfallstore. Mediziner suchen deshalb nach möglichen Medikamenten, die an diese Rezeptoren binden und sie so für HIV-Erreger blockieren und eine Weiterverbreitung verhindern.

Mit einem einfachen molekularen Trick haben die Forscher vom Lehrstuhl für Pharmazeutische Radiochemie und am Institute for Advanced Study der Technischen Universität München sowie dem Helmholtz Zentrum München nun einen interessanten neuen Wirkstoffkandidaten entwickelt, der genau diese Lücke schließen könnte. Ihre Arbeit stellten sie gemeinsam mit italienischen Forschern in der August-Ausgabe der Fachzeitschrift Angewandte Chemie International Edition vor. Die Forscher nutzten das bekannte Arznei-Molekül als Ausgangsbasis. Dann verschoben sie eine Aminosäuren-Seitenkette von einem Kohlenstoff- zu einem benachbarten Stickstoff-Atom. Die Grundstruktur des Moleküls änderte sich so nur geringfügig – seine biologischen Eigenschaften dafür umso mehr: Die Bindungsgruppen des Peptids befinden sich jetzt in einer optimalen Stellung, um an den CXCR4-Rezeptor anzudocken. Damit bindet das Peptid 400- bis 1.500-mal besser an jenen Rezeptor, als andere Verbindungen, die derzeit als Wirkstoffe getestet werden, berichten die Forscher.

„Das Molekül könnte eine wirksame Waffe gegen besonders aggressive HIV-1-Stämme sein. Diese Viren finden wir häufig bei Patienten, die seit langer Zeit HIV-infiziert sind“, so die Virologin Ruth Brack-Werner vom Helmholtz Zentrum München. Mit großer Spannung waren die Forscher nun auf die Ergebnisse der ersten präklinischen und klinischen Tests.

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2012-q3/mit-molekuel-trick-zum-wirk-kick.html

Preisverleihung

22.09.2014 Machen Katzenbisse depressiv? Und warum sind Bananen rutschig? Zehn skurrile Studien räumten bei der Verleihung der Ig-Nobelpreise ab.

Rückenleiden

19.09.2014 Männer mit Rückenschmerzen müssen nicht auf Sex verzichten. Denn bald gibt es den ersten Empfehlungskatalog für schmerzfreie Stellungen.

Evolution

17.09.2014 Im nun entzifferten Gibbon-Genom wurde ein mobiles DNA-Stück entdeckt. Es spielt für die Evolution der Primaten eine bedeutende Rolle.

Psychologie

15.09.2014 Mit Drogen vom Rauchen loskommen? Magic Mushrooms können dabei helfen, das Rauchen aufzugeben – das zeigt nun eine neue Studie.

Forensik

12.09.2014 Ist die wahre Identität von Jack the Ripper endlich aufgeklärt? DNA-Analysen von Spermaflecken aus einem alten Schal liefern neue Indizien.

Epigenetik

10.09.2014 Im Bauchfett gibt es mehr Genveränderungen als in anderen Fettdepots. Dies könnte das Risiko für Diabetes und Adipositas erhöhen.

Synthetische Biologie

08.09.2014 Künstliche Zellen, die sich selbst verformen und bewegen? Münchener Forschern ist es erstmals gelungen, bewegliche Zellen im Labor zu erzeugen.

Brustkrebs

04.09.2014 Nach der Diagnose Brustkrebs lassen sich immer mehr Frauen beide Brüste entfernen. Ihre Überlebenschancen erhöht dies aber nicht, wie eine neue Studie zeigt.

Virologie

03.09.2014 Schon mehr als 800 Menschen haben sich mit dem MERS-Virus infiziert. Die Gefahr einer Ansteckung haben nun Bonner Forscher genau untersucht.

Genetik

01.09.2014 Tibeter können sauerstoffarme Luft ohne Probleme aushalten. Der Grund: Eine Mutation verhindert die Produktion von zu vielen roten Blutkörperchen.

Biotechnologie.tv

Alle Videos

Produkt der Woche

Alle Produkte

Bild der Woche

Alle Bilder