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Krebsstammzellen aus dem Labor
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Krebsstammzellen aus dem Labor

21.09.2012 - Japanische Forscher haben erstmals Krebsstammzellen in der Petrischale erzeugt. Nun wollen sie die Ursachen von Metastasen aufspüren.

Nach der Bildung von Metastasen wird die Bekämpfung einer Krebserkrankung äußerst schwierig. Sogenannte Krebsstammzellen werden häufig für das Entstehen von Metastasen verantwortlich gemacht. Allerdings weiß die Forschung noch relativ wenig über diesen Zelltyp. Dank einem in PLoS One veröffentlichten Fachartikel könnte sich das aber bald ändern. Am 20. September verkündete die Okoyama-Universität in einer Pressemitteilung, dass es ihren Forschern um Ling Cheng und Masaharu Seno gelungen sei, Krebsstammzellen in Zellkulturgefäßen zu züchten. Ausgangspunkt waren induzierte pluripotente Mausstammzellen (miPSC). Die Forscher versorgten diese Alleskönner mit Kulturmedien, die neben den notwendigen Nährstoffen noch Signalsubstanzen verschiedener Mauskrebszelllinien enthielten. In diesen als konditioniert bezeichneten Medien entwickelte sich nach einiger Zeit ein proliferierender Zelltyp, der sich nicht zu Spezialzellen ausdifferenzierte. Injizierten Cheng und Seno diese Zellen in Mäuse, entwickelten sich Tumore. Die Krebsforscher glauben daher, dass es sich tatsächlich um Krebsstammzellen (CSC) handelt.

Da die Injektion anderer Krebszelltypen nicht zu neuen Tumoren führt, wird den Krebsstammzellen als tumorigenen (Tumor-bildenden) Zellen die größte Bedeutung sowohl für die Metastastenbildung als auch die Rückkehr eines Tumors nach einer scheinbar erfolgreichen Behandlung zugemessen. Mit dem neuen in vitro-Modell der Japaner können sich Krebsforscher nun auf die Suche nach jenen Signalwegen begeben, die aus normalen Stammzellen Krebsstammzellen machen. Gelingt die Blockade eines solchen Weges, könnte die Fähigkeit eines Krebsherdes zur Metastasenbildung in Zukunft verringert werden.

© laborwelt.de/ml

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