Nachrichten

Jedes Spermium ist einmalig
Bild vergrößern

Genetik

Jedes Spermium ist einmalig

24.07.2012 - US-Forscher haben das Spermien-Genom eines Mannes entziffert. Demnach ist jede Samenzelle genetisch einzigartig, aber oft fehlerhaft.

Unter dem Mikroskop sehen Spermien alle gleich aus - nur dass sich einige von ihnen vielleicht etwas schneller als ihre schwimmenden Kollegen fortbewegen. Genetisch unterscheiden sich Spermien jedoch deutlich voneinander. Das konnten nun Forscher der Stanford University (Kalifornien) zeigen. Die Genom-Analyse von 91 Samenzellen eines Mannes ergab, dass das Erbgut der einzelnen Spermien im Vergleich zu dem normaler Körperzellen durchschnittlich an 23 Stellen voneinander abweicht. Die Forscher um Jianbin Wang veröffentlichten ihre Ergebnisse am 20. Juli in der Fachzeitschrift Cell.

Der Spender der  untersuchten Samenzellen ist ein 40-jähriger Europäer, dessen Genom bereits zuvor gründlich analysiert worden war. Das Spermiogramm des Vaters gesunder Kinder zeigte keinerlei Auffälligkeiten. Die genetische Untersuchung förderte nun aber nicht nur die genetische Vielfältigkeit seiner Samenzellen zu Tage, sondern auch, dass viele der Spermien Fehler aufwiesen. So fehlten in zwei der 91 Samenzellen je ein Chromosom und zwei Spermien trugen ein X- und ein Y-Chromosom beziehungsweise sogar zwei Y-Chromosomen in sich. Zudem konnten die Wissenschaftler zwischen 25 bis 36 Genmutationen in der Spermien-DNA feststellen.

Die Forscher setzten für ihre Analysen auf eine neue Technologie: Die Spermien-Probe wurde durch Pumpen und winzige Schläuche in verschiedenen Reaktionskammern eines Apparates so verteilt, dass in jede Kammer nur genau ein Spermium gelangt. Dessen Genom wurde dann anschließend automatisch isoliert und sequenziert. Die Methode sei auch dazu geeignet, Körperzellen oder Krebszellen individuell genetisch zu analysieren, so die Wissenschaftler.

Die Forscher vermuten, dass die genetischen Unterschiede zwischen den Spermien die Zeugungsfähigkeit beeinflussen. Weitere Analysen könnten zudem künftig dazu beitragen, Infertilitätsprobleme besser zu verstehen und zu behandeln. Die Methode der Wissenschaftler eignet sich jedoch nicht für eine gezielte Selektion von Spermien für eine In-vitro-Fertilisation (IVF). Für die Sequenzierung der Spemien-DNA müssen die einzelnen Spermien zerstört werden und sind so unbrauchbar. 

laborwelt.de/al

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2012-q3/jedes-spermium-ist-einmalig.html

Materialwissenschaft

27.04.2015 3D-Druck? Ist doch von gestern! Aus Australien kommt 4D-Druck: gedruckte 3D-Objekte, die ihre Form verändern können.

CRISPR-Cas9

24.04.2015 Nun haben sich die Gerüchte doch bewahrheitet: Chinesische Forscher haben erstmals das Erbgut menschlicher Embryonen verändert.

Infektionsforschung

22.04.2015 Mit einem Trick ist es Forschern gelungen, Salmonellen als effektive Waffen gegen Krebs einzusetzen. Die optimierten Salmonellen schaden zwar dem Tumor aber nicht dem erkrankten Tier.

Neurowissenschaft

20.04.2015 Von einer Sucht in die nächste: Nikotinabhängige Ratten verfallen schneller dem Alkohol als Ratten, die Nikotin nicht ausgesetzt waren.

Kardiologie

15.04.2015 Ein Stechen in der Brust muss kein Herzinfarkt sein. Klarheit bietet hier

ein neuer Blutschnelltest, den Hamburger Herzforscher entwickelt haben.

Gesundheit

13.04.2015 Eine beginnende Glatze ist für viele Männer zum Haareraufen. Und es könnte sein, dass sie damit alles richtig machen: Denn das Auszupfen von Haaren kurbelt den Haarwuchs an – wie nun kalifornische Forscher zeigen konnten.

Ernährung

10.04.2015 Sind FDH, Kohlsuppe & Co. bald vergessen? US-Forscher haben spezielle Bakterien entwickelt, die den Hunger unterdrücken und so beim Abnehmen helfen könnten.

Neurobiologie

08.04.2015 Düfte wirken betörend oder abstoßend. Welche Rolle dabei Synapsen im Gehirn spielen, haben Forscher nun erstmals mit Hilfe moderner Lichtmikroskopie bei Fruchtfliegen beobachtet.

Evolution

07.04.2015 Weiße Haut ist ursprünglich europäisch? Weit gefehlt! Neue Forschung belegt, dass die Gene für helle Haut erst relativ spät aus dem Osten nach Europa kamen und sich hier in Rekordzeit verbreiteten.

Mikroben

02.04.2015 Schluss mit dem Mythos vom keimfreien Pipi: Auch der Urin von völlig gesunden Menschen enthält Bakterien.

Biotechnologie.tv

Alle Videos


Benötigen Sie Etiketten, auf die Sie sich verlassen können?

Laborproben sind sehr rauen Bedingungen ausgesetzt. Sie werden in Gefrierschränken und Flüssigstickstoff aufbewahrt, mit aggressiven Chemikalien behandelt, und ihre Behälter werden in Heißwasserbädern erhitzt. Die Wissenschaftler von Brady haben Kennzeichnungsetiketten entwickelt, die sich optimal für diese rauen Bedingungen eignen. ...mehr


Produkt der Woche

Alle Produkte

Bild der Woche

Alle Bilder