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HIV-Test aus dem Supermarkt
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Diagnostik

HIV-Test aus dem Supermarkt

05.07.2012 - Die USA haben den ersten freiverkäuflichen HIV-Test für zu Hause zugelassen. Ab Oktober soll „OraQuick In-home“ in die Supermärkte kommen.

Cola, Wodka und Luftschlangen – die nötigen Utensilien für eine gelungene Party findet man in jedem Supermarkt. Wer auch noch für die Party nach der Party auf Nummer sicher gehen will, der legt noch schnell eine Packung Kondome mit in den Warenkorb. Aber auch alle, die ausnahmsweise einmal nicht ganz so safen Sex hatten, werden bald in den Regalen fündig: Ab Oktober ist in den USA ein HIV-Test im Supermarkt zu finden. Am 3. Juli genehmigte die US-Gesundheitsbehörde FDA die erweiterte Vermarktung von OraQuick In-home, der im Gesundheitsbereich bereits seit 2002 eingesetzt wird. Der Test der Firma Orasure Technologies Inc. soll weniger als 60 US-Dollar kosten und bei allen großen Einzelhändlern im Sortiment stehen. Für OraQuick wird eine Speichelprobe benötigt. Bereits nach 20 bis 40 Minuten steht das Ergebnis fest.

Allerdings weist der Antikörper-basierte Test auch eine relativ hohe Fehlerrate auf. So werden nur etwa 92% der HIV-Erkrankungen erkannt, das heißt jedes 12. Negativ-Ergebnis ist falsch. Bei Verdacht auf eine Infektion sollte somit unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, der auf bessere Tests zurückgreifen kann. Nichtsdestotrotz wird die Zulassung positiv bewertet. Tom Donohue von der HIV/AIDS-Sensibilisierungsgruppe Who’s Positive schreibt in seinem Blog: „Dieser Test wird jeden Menschen selbstbestimmt in die Lage versetzen zu bestimmen, ob er oder sie HIV-positiv ist oder nicht.“

Der US-Markt für frei verkäufliche HIV-Tests soll laut Orasure 500 Millionen Dollar groß sein. OraQuick könnte im kommenden Jahr bei einem Erfolg bei den Kunden um die 20 Millionen Dollar Umsatz generieren. Daher verwundert es kaum, dass die Aktie momentan so hoch bewertet wird wie seit fünf Jahren nicht mehr. Über eine Vermarktung in Europa ist noch nichts bekannt. 

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