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Grapefruit macht Arznei wirksamer
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Forschung

Grapefruit macht Arznei wirksamer

09.08.2012 - Krebspatienten können bis zu zwei Drittel der Medikamentendosis sparen, wenn sie täglich ein Glas Grapefruitsaft trinken.

Sauer und bitter – Grapefruitsaft ist nicht jedermanns Geschmack, enthält aber wie andere Zitrussäfte auch eine gute Portion Vitamin C und andere Antioxidantien. US-Forscher konnten nun zeigen, dass Grapefruitsaft aber auch noch eine weitere, erstaunliche Eigenschaft besitzt: Krebspatienten, die täglich ein Glas tranken, konnten die Dosis des Medikaments Sirolimus um zwei Drittel verringern. Die Wirksamkeit der Therapie wurde dadurch nicht beeinträchtigt. Sirolimus wird schon länger zur Dämpfung des Immunsystems bei Transplantationen eingesetzt, kann nach neuesten Erkenntnissen aber auch gegen Krebstumore wirken. Die Wissenschaftler von der University of Chicago veröffentlichten ihre Ergebnisse am 07. August im Fachjournal Clinical Cancer Research.

Schon länger ist bekannt, dass der Saft von Pampelmusen oder Grapefruit die Wirksamkeit von Medikamenten beeinflussen kann – allerdings oft mit negativem Effekt. Der Stoff Naringenin, der den Früchten ihre Bitterkeit verleiht, kann verschiedene Stoffwechselwege hemmen. Das Forscherteam um Ezra Cohen konnte nun aber zeigen, dass der Saft auch positiv wirken kann. Die Wissenschaftler untersuchten in einer klinischen Studie die Wirksamkeit von Sirolimus  an 138 Krebspatienten. Die Forscher teilten die Patienten in drei Gruppen ein: Eine bekam nur die Arznei, eine zusätzlich 0,2 ml Grapefruitsaft und eine dritte Gruppe Sirolimus und Ketoconazol. Sowohl der Grapefruitsaft und auch Ketoconazol – ein Wirkstoff, der bei Menschen mit Immundefekten eingesetzt wird – hemmen Enzyme im Darm, die Medikamente normalerweise abbauen. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass bei der zweiten und dritten Gruppe das Medikament länger im Körper verblieb und eine geringere Dosis die gleiche Wirkung erzielte. Bei der Grapefruit-Gruppe wurde eine bis zu 350 Prozent höhere Dosis von Sirolimus im Blut gemessen. Dieser Effekt war bei Ketoconazol sogar noch stärker. Der Grapefruitsaft habe aber den Vorteil, dass er weder giftig noch teuer ist und keine Nebenwirkungen zu beobachten waren, so die Forscher. Die jetzt festgestellte Wirkung des Zitrussaftes könnte künftig dazu beitragen, die Dosis von Sirolimus und verwandter Mittel künftig zu senken.  

laborwelt.de/al

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2012-q3/grapefruit-macht-arznei-wirksamer.html

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