Nachrichten

Fukushima: Erste Mutante entdeckt
Bild vergrößern

Forschung

Fukushima: Erste Mutante entdeckt

15.08.2012 - Nach der Atomkatastrophe von Fukushima zeigen sich weitere gravierenden Folgen: Mutationen sorgen für Missbildungen bei Schmetterlingen.

Missgebildete Beine, verkümmerte Flügel und verformte Antennen – diese und weitere Veränderungen haben japanische Forscher nach dem Reaktorunglück im März 2011 an Schmetterlingen aus dem Katastrophengebiet beobachtet. Die Wissenschaftler der Ryukyu-Universität in Okinawa hatten bereits im Mai 2011 damit begonnen, die noch im Larvenstadium befindlichen Individuen der Bläulingsart Zizeeria maha einzusammeln. Ihre Ausbeute: 144 Exemplare aus zehn Regionen. Bläulinge sind in Japan weit verbreitet und eigneten sich als Indikator-Organismen. Schmetterlinge sind relativ anfällig für Veränderungen ihrer Umwelt und reagieren schnell darauf.  

Die Ergebnisse der Japaner sind alarmierend: In der dritten Generation stieg der Anteil der Tiere mit Missbildungen auf rund 34%, nachdem schon in der zweiten Generation der Anteil missgebildeter Tiere bei 18% lag. Und das, obwohl nur die Großelterngeneration der atomaren Strahlung des Kernkraftwerkes ausgesetzt war und ihre Nachkommen im Labor großgezogen wurden. Noch gravierender zeigten sich die Auswirkungen bei einer zweiten Sammelaktion rund sechs Monate nach der Katastrophe. Diesmal gingen den Forschern 238 Exemplare des Schmetterlings ins Netz. Wieder zogen die Wissenschaftler die nächste Generation im Labor heran. Wieder fanden sie gravierende Fehlbildungen, jetzt sogar bei rund 59% der Bläulinge.

Die Ergebnisse ließen keinen Zweifel daran, dass die radioaktive Strahlung das Erbgut der Insekten nachhaltig geschädigt habe, folgern die Forscher in ihrer Studie. Gleichzeitig sprechen sie jedoch eine Warnung gegen voreilige Schlüsse aus. Die Ergebnisse seien nicht einfach auf andere Tierarten oder gar den Menschen übertragbar. Um weitere Auswirkungen des Reaktorunglücks zu untersuchen, wollen die Forscher zusätzliche Studien mit anderen Tierarten durchführen.

Epigenetik

31.07.2014 Schwangere sollten nicht rauchen - das ist allgemein bekannt. Eine Studie zeigt jetzt: Rauchen kann sogar die Baby-DNA beeinflussen.

DNA-Barcoding

30.07.2014 Es war ein Mammutprojekt: Ein deutsches Forscherteam hat charakteristische DNA-Abschnitte aller in der Nordsee lebender Tiere gesammelt. Ihre Datenbank umfasst nun mehr als 500 Arten.

Zellbiologie

28.07.2014 Im Wettlauf zur Eizelle schwimmen Spermien in kleinen Gruppen. US-Forscher haben nun gezeigt: 6er-Teams reisen am effektivsten.

Genetik

24.07.2014 Warum sind manche Nationen glücklicher als andere? Je dänischer das Genom, desto fröhlicher – so die verblüffende Antwort von britischen Forschern.

Aids-Forschung

23.07.2014 Gemischte Gefühle beim Aids-Kongress: Gleich mehrere Wissenschaftler vermelden Forschungserfolge. Doch der MH17-Absturz sorgt auch für Trauer unter den Aids-Forschern.

Genetik

21.07.2014 Sind es die Gene, die dicke Freundschaften zusammenhalten? Das Erbgut ist bei guten Freunden ähnlich, so US-Wissenschaftler.

Forschung

17.07.2014 Wie kommt das Aroma in die Schokolade? Saarbrücker Forscher fanden heraus, wie Mikroben das typische Aroma in der Süßware bestimmen.

Diabetes

16.07.2014 Diabetiker aufgepasst! Googles Kontaktlinse zur Blutzuckermessung soll nun ihren Feinschliff von Novartis-Tochter Alcon bekommen.

Medizin

14.07.2014 Im Blut des „Mississippi-Mädchens“ wurden erneut Spuren von HI-Viren gefunden. Bisher galt das Kind als nahezu geheilt.

Medizin

10.07.2014 Headbanging kann zu Blutungen im Hirn führen. Das wurde nun erstmals von deutschen Ärzten attestiert.

Fundstücke

Alle Videos

Aktuelle News auf Transkript.de

Produkt der Woche

Alle Produkte

Bild der Woche

Alle Bilder