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Ferngesteuert durch Sex-Peptid
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Verhaltensforschung

Ferngesteuert durch Sex-Peptid

14.09.2012 - Im Sperma von Fliegen gibt es ein Molekül, das die Genaktivität und das Verhalten von Weibchen im Sinne der Männchen steuert.

Weibliche Fliegen sind nach der Paarung anders drauf als davor. Ursache für diese Verhaltensänderung könnte ein bestimmtes Protein in der Samenflüssigkeit der Männchen sein. Die Forscher um Tracey Chapman von der Universität East Anglia in Norwich (UK) konnten zeigen, dass sich die Genaktivität bei den Weibchen nach der Paarung grundlegend ändert. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse am 12. September in den Proceedings der Royal Society B „Wir haben signifikante Veränderungen der Aktivität von Genen beobachtet, die mit der Entwicklung der Eier, der Immunität, der Nahrungsaufnahme, dem Verhalten und sogar der Phototransduktion – also dem Sehen – in Verbindung gebracht werden“, erklärt Chapman. Dabei scheint ein kleines Sperma-Molekül mit dem einleuchtenden Namen sex peptide (SP) eine große Wirkung zu haben. Denn nach dem Liebesspiel mit von den Forschern genetisch veränderten Fliegen, die jenes Protein nicht herstellen können, bleiben die mRNA-Profile der Gewebe der Weibchen unverändert.

Chapman ist Professorin für Evolutionsgenetik und interessiert sich daher besonders für die Auswirkungen auf das Verhalten der Weibchen. So kümmern sich die Drosophila-Damen nach der Paarung um eine reichliche und gesunde Ernährung. Nach der erfolgreichen Eiablage investieren sie viel Zeit in die Aufzucht der Kinder. Außerdem zeigen sie wenig Interesse für eine neue Liaison. Viele diese Verhaltensänderungen könnten eher im Sinne des begattenden Männchens (seinen Kindern geht es gut) als im ureigenen Interesse des Weibchens (sie verausgabt sich über Gebühr) sein, vermuten die Forscher. Sie sprechen von einem „sexuellen Konflikt“.

So richtig interessant könnte die Entdeckung der englischen Forscher werden, wenn sie auch auf andere Organismen übertragbar ist. Eine Voraussetzung sei dabei natürlich immer der Transfer des Samens und damit des „Sex-Peptids“ direkt in den Körper des Weibchens. Die Autoren der Studie versteigen sich sogar zu der Vermutung, dass so ein Molekül mitsamt seinen Auswirkungen auf Physiologie und Verhalten der Weibchen auch beim Menschen vorkommt. 

© laborwelt.de/ml

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