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Empathisch dank Glückshormon
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Forschung

Empathisch dank Glückshormon

03.08.2012 - Mit einer Extraportion des Hormons Oxytocin fällt es Menschen offenbar leichter, die Gefühle im Gesicht des Gegenübers zu lesen.

Eine norwegische Forschergruppe an der Universität Oslo hat die Wirkung des Hormon Oxytocin mit einem einfachen Test überprüft. 40 Studenten durchliefen zwei Testrunden, bei denen ihnen Fotografien von glücklichen, traurigen oder neutral blickenden Menschen gezeigt wurden. Vorher bekamen die Probanden eine Dosis Nasenspray verabreicht – einmal eine reine Salzwasser-Lösung, das andere Mal eine mit Oxytocin versetzte Flüssigkeit. „Wir haben herausgefunden, dass Oxytocin die Wahrnehmung für Emotionen stärkt“, berichtet Siri Leknes vom Institut für Psychologie. „Ärgerliche Gesichtsausdrücke wurden als noch verärgerter wahrgenommen, fröhliche Gesichter als noch fröhlicher.“ Das Überraschende: Ausgerechnet jene Testteilnehmer die in der Salzwasser-Runde am schlechtesten abschnitten, profitierten am meisten vom Hormonkick. Sie verbesserten ihre Leistung am stärksten. Aus sozialen Analphabeten wurden so echte Frauenversteher.

Die Forschung hat einen ernsten Hintergrund. Leknes hofft, das Peptidhormon bei vielen psychisch Kranken als Begleitmedikament einsetzen zu können: „Oxytocin ist kein Allheilmittel gegen psychische Krankheiten. Aber es kann den Menschen helfen, die Signale aus ihrer Umgebung richtig zu deuten.“ Bei vielen psychischen Störungen und auch beim Drogenentzug haben die Betroffenen Probleme, die Gefühle ihres jeweiligen Gegenübers richtig zu interpretieren. Die Osloer Forscher wollen nun in weiteren Studien prüfen, ob Oxytocin beim Drogenentzug eingesetzt werden kann. „Sollten unsere Annahmen korrekt sein, könnten wir möglicherweise eine einfache Behandlung entwickeln“, so Leknes. „Das würde Jenen viel bedeuten, die Probleme damit haben, soziale Reize richtig zu entschlüsseln.“

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