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DNA-Check bei Kindertumoren
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Krebsforschung

DNA-Check bei Kindertumoren

31.07.2012 - Mit einer groß angelegten Genom-Analyse konnte ein deutscher Forscherverbund erste Schwachstellen in kindlichen Hirntumoren aufspüren.

Seit 2010 untersucht der internationale Forschungsverbund PedBrain Tumor systematisch alle Erbgutveränderungen bestimmter kindlicher Hirntumore. Das Ziel: Angriffspunkte aufdecken, um neue Medikamente zu entwickeln und bewährte Arzneien zielgerichteter einsetzen zu können und so die Behandlung der krebskranken Kinder zu verbessern. Am häufigsten treten bei ihnen sogenannte Medulloblastome oder pilozytische Astrozytome auf. Jeweils 300 dieser Tumortypen wollen die Wissenschaftler des vom Deutschen Krebsforschungszentrum koordinierten Verbundes unter die Lupe nehmen. Bereits nach 125 Erbgut-Analysen von Medulloblastomen können die Forscher im Fachjorunal Nature vielversprechende Ergebnisse präsentieren:

„Wir sehen bereits jetzt, dass das Erbgut der Medulloblastome von Patient zu Patient große Unterschiede aufweist“, sagt Peter Lichter, einer der Verbundkoordinatoren. „Aber es haben sich auch einige besonders häufige und charakteristische Erbgutveränderungen herauskristallisiert, die wegweisend für die Entwicklung neuer Diagnose- und Behandlungsmethoden sein können.“ Viele der sehr bösartig verlaufenden Medulloblastome besitzen statt des normalen doppelten einen vierfachen Chromosomensatz. „Es ist nicht erwiesen, dass die überzähligen Chromosomen den Krebs auslösen. Aber sie treten mit Sicherheit sehr früh im Verlauf der Krebsentstehung auf“, erläutert Lichter. Gemeinsam mit der Firma Bayer Healthcare entwickelt das DKFZ nun einen Wirkstoff, der gezielt das Wachstum von Zellen bremst, die mehr als zwei Chromosomensätze haben.

Auch auf epigenetischer Ebene treten bei den Krebserkrankungen charakteristische Veränderungen auf. Diese könnten künftig gezielt genutzt werden, um maßgeschneiderte Therapien zu entwerfen. „Bei der genetischen Komplexität und Heterogenität dieses Tumors spricht vieles dafür, in Zukunft bei jedem betroffenen Kind das Tumorerbgut zu analysieren, um die aussichtsreichste Therapie zu identifizieren“, fordert daher Lichter.

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