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DNA-Bücherei auf der Fingerspitze
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Informationstechnologie

DNA-Bücherei auf der Fingerspitze

21.08.2012 - So viel Information wurde noch nie zuvor künstlich mit DNA kodiert: Ein US-Team hat Milliarden Kopien eines Buches in ein Gramm Erbgut gepackt.

George Church erforscht, wie DNA als Datenspeicher genutzt werden kann. Außerdem verfasst er Bücher wie das demnächst erscheinende Regenesis: How Synthetic Biology Will Reinvent Nature and Ourselves. Für eben dieses Buch hat sich Church eine äußerst clevere Marketing-Kampagne ausgedacht: Bevor es im Oktober in Papierform veröffentlicht wird, hat er bereits jetzt eine DNA-Edition vorgestellt. Da ein wissenschaftlicher Aufsatz über dieses „DNA-Buch“ vergangene Woche im renommierten Blatt Science erschienen ist, kann sich Church (samt Buch) der Aufmerksamkeit der gesamten Medienbranche sicher sein. Und die Publikation kann sich durchaus sehen lassen. Church und sein Team von der Harvard Medical School in Boston (USA) haben nämlich einen neuen Rekord für die Informationsdichte von DNA-Datenspeichern aufgestellt. Mit 700 Terabyte (TB) in einem Gramm DNA pulverisierte er die bestehende Marke um den Faktor Tausend.  

Die 700 TB entsprechen dem Inhalt von etwa 70 Milliarden digitalisierten Kopien des besagten Buches. Die Presseabteilung der Harvard Medical School rechnet vor, dass diese Auflage von 70 Milliarden Exemplaren ungefähr dem Dreifachen der Gesamtauflagen der 100 wichtigsten Bücher aller Zeiten entspräche. Da die DNA Informationen sehr dicht speichern kann, passt diese Rekordmenge sogar auf eine Fingerspitze. Der Blog Extremetech hat daraufhin überschlagen, wie viele derzeit auf dem Markt befindlichen Festplatten (á 3 TB) zum Speichern dieser Datenmenge nötig wären: 233. Zusammen wiegen diese 151 kg. Für einen einzigen Finger wäre das ganz schön schwer.  

Wie bei konventionellen digitalen Speichermedien basieren auch DNA-Speicher auf Binärwerten. Dabei stehen T-G-Paare für „1“ und A-C-Paare für „0“.

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