Nachrichten

Die Reifeprüfung
Bild vergrößern

Forschung

Die Reifeprüfung

07.08.2012 - Ethylen lässt grüne Tomaten erröten, Paprikaschoten bleiben von dem Pflanzenhormon unbeeindruckt. Potsdamer Forscher suchen nach dem Grund für dieses Phänomen.

Tomaten und Bananen sind im Gemüsehandel kein Problem: Sie werden grün geerntet, man kann sie so über lange Stecken transportieren und dann vor Ort durch Ethylenbegasung nachreifen lassen. Paprika und Chilischoten hingegen müssen reif geerntet und schnell verzehrt werden. Um herauszufinden, warum Früchte mancher Nachtschattengewächse nicht nachreifen, haben Forscher am Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam die Genexpressionslevel in Tomaten und Habanero-Chilischoten verglichen. Die Messungen erfolgten vor und nach dem sogenannten Breaker Point. Das ist genau der Tag, an dem der Reifeprozess durch einen Farbumschwung sichtbar wird. Ihre Ergebnisse veröffentlichten das Forscherteam um Alisdair Fernie Wissenschaftler in der August-Ausgabe des Fachjournals Plant Physiology.

Die Pflanzenphysiologen konnten zeigen, dass Tomaten am Breaker Point eine große Menge Ethylen freisetzen. An der Synthese des Pflanzenhormons sind unter anderem die beiden Enzyme ACC-Synthase und ACC-Oxydase beteiligt, die während des Reifeprozesses vermehrt gebildet werden und ihrerseits den Ethylenspiegel in der Frucht erhöhen. Der setzt dann eine Signalkaskade in Gang: Grüne Chloroplasten werden zu farbigen Chromoplasten, die harten Zellwandbestandteile werden abgebaut, der Nährstoffgehalt ändert sich und die Pflanze bildet Zucker. Zum Erstaunen der Forscher findet die gleiche Signalkaskade auch bei Chili und Paprika statt. Jedoch wird diese nicht durch Ethylen ausgelöst. Lediglich Gene weiter abwärts in der Ethylen-Signalkette sind aktiv. „Die Gene für den Abbau der pflanzlichen Zellwand oder die Carotenoid-Biosynthese wurden während des normalen Reifeprozesses an der Pflanze sowohl bei Tomate als auch bei Paprika vermehrt gebildet“, erklärt Fernie.

Der gasförmige Wuchsstoff Ethylen aktiviert bei Tomaten und Bananen seine eigene Produktion, sobald die Pflanze von außen mit Ethylen in Berührung kommt. Kenner legen deshalb unreife Früchte gerne neben Äpfel: Das Obst gilt als ausgezeichnete Ethylenquelle.

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2012-q3/die-reifepruefung.html

Reproduktionsbiologie

28.01.2015 Die künstliche Befruchtung hat so manch kinderlosem Paar zum Nachwuchs verholfen. Auch für bedrohte Tierarten könnte das die Rettung sein. Aus Spermien eines toten Löwen konnten Forscher nun erstmals Embryonen erzeugen.

Contract Research

26.01.2015 Der Skandal um Studienfälschungen einer indischen Firma weitet sich aus. 1250 Arzneien hat die europäische Arzneimittelbehörde unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Europaweit sollen 750 Medikamente zurückgerufen werden.

Optogenetik

23.01.2015 Männer mit trägen Spermien sind unfruchtbar. Doch Bonner Forscher konnten nun müde Samenzellen wieder auf Touren bringen – die Spermien wurden mit Licht aktiviert.

Krebs

21.01.2015 Zitronen und Orangen sind pure Fitmacher. Ein Stoff aus dem ätherischen Öl von Zitrusfrüchten kann sogar Krebszellen am Wachstum hindern – wie nun Bochumer Forscher zeigen.

Schlafforschung

19.01.2015 Ein Schlückchen Wein und man kann gut schlafen? Forscher behaupten das Gegenteil: Alkoholische Getränke vor dem Schlafengehen sorgen für unruhigen Schlaf.

Übergewicht

16.01.2015 Fettleibige Menschen setzen ihr Leben aufs Spiel – so die einhellige Meinung. Doch Faulenzen ist für die Gesundheit noch viel schlimmer, wie nun eine neue Studie zeigt. Bewegungsmangel ist für doppelt so viele Todesfälle verantwortlich wie Übergewicht.

Neurobiologie

14.01.2015 Egal wie lange eine Biene zur Nahrungssuche kreuz und quer herumfliegt: Beim nächsten Mal steuert sie zielgenau den Ort an, an dem sie mit Nektar belohnt wurde. Wie das Gedächtnis von Bienen genau funktioniert, haben nun deutsche Forscher untersucht.

Sexualität

12.01.2015 Orgasmus unter Beobachtung und das als Teil einer Studie – etwas Unerotischeres kann man sich schwer vorstellen. Doch französische Forscher wollten hinter das Geheimnis der weiblichen Ejakulation kommen und fanden heraus: Das Ejakulat ist Urin.

Medizin

09.01.2015 Mächtige Waffe gegen Krankheitserreger: Im Erdreich haben Forscher ein neues Antibiotikum für den Kampf gegen multiresistente Bakterien gefunden.

Krebsimmuntherapie

07.01.2015 Das Biotech-Start-up Riboxx ist kurz davor mit seiner Crowdfunding-Kampagne die unglaubliche Marke von einer Million Euro zu knacken. Mit dem Geld sollen klinische Studien für eine Krebsarznei finanziert werden.

Kreidezeit

Alle Videos

Produkt der Woche

Alle Produkte

Bild der Woche

Alle Bilder