Nachrichten

Bitte einmal extra Koriander!
Bild vergrößern

Genomforschung

Bitte einmal extra Koriander!

17.09.2012 - Ob man Koriander mag oder verabscheut, ist zum Teil genetisch bedingt. Noch wichtiger ist aber, ob Oma mit Koriander gekocht hat.

Etwa 17 Prozent der Europäer können sich mit diesem Kraut nicht anfreuden: Koriander stinke widerlich und schmecke seltsam seifig. 21 Prozent der Ostasiaten sehen das genauso, aber nur 3 beziehungsweise 7 Prozent aus Südostasien und dem mittleren Osten – so eine Studie aus Kanada aus dem Mai diesen Jahres. Nach ersten Zwillingsstudien lag die Vermutung nahe, dass es für den Ekel vor grünem Koriander auch eine genetische Basis geben könne. Nicholas Eriksson und sein Team von der US-amerikanischen Firma 23andMe untersuchten daraufhin das Erbgut von 30.000 Menschen. Beim Vergleich der DNA-Sequenzen von Koriander-Freunden und -Feinden fiel ihnen ein Gen auf, das den Geruchsrezeptor OR6A2 kodiert. Eine Variante dieses Gens führt zu einem Rezeptor, der die seifige Qualität der Aromastoffe des Korianders besonders gut wahrnimmt. Menschen, die zwei Kopien dieser Variante besitzen, ekeln sich eher vor Koriander als jene, die nur eine oder gar keine haben. Die Ergebnisse der Forscher können in der Dokumentensammlung arXiv.org nachgelesen werden.

Zwei andere Studien aus Kanada und den USA haben jeweils noch weitere Geruchs- oder Sensorproteine identifiziert, die für Geruchs- und Geschmackswahrnehmung von Coriandrum sativum mitverantwortlich sind. Wie die Abneigung dem Würzkraut gegenüber vererbt wird, ist somit hinreichend komplex. Nicholas Eriksson hat errechnet, dass der Beitrag der Gene trotzdem nur bei etwa 10 Prozent liegt. Zu einem überwältigenden Ausmaß hängt die persönliche Einstellung zu Koriander also von der Umwelt ab. Die gute Nachricht für Koriander-Hasser lautet daher: Man kann lernen, den Feind zu lieben.

© laborwelt.de/ml

http://www.laborwelt.de/aktuelles/nachrichten/2012-q3/bitte-einmal-extra-koriander.html

Klimaerwärmung

30.05.2016 Steigende Wassertemperatur in den Ozeanen ist keine gute Nachricht für die meisten Meeresbewohner. Aber nicht für den Oktopus. Die achtarmigen Kopffüßer sind unter den Gewinnern der Ozeanerwärmung, zeigen australische Forscher.

Ernährung

25.05.2016 Mehlwurm am Spieß oder Heuschrecken-Gulasch? Das finden viele ekelhaft. Wissenschaftler wollen uns Raupe und Co. schmackhaft machen. Sie setzen auf Aufklärung durch mehr Forschung.

Pubertät

23.05.2016 Warum sind einige Heranwachsende plötzlich so unbeholfen und linkisch? Italienische Forscher fanden heraus, dass das Teenager-Gehirn plötzlichen Wachstumsschüben einfach nicht gewachsen ist. Trost für tollpatschige Teenies: Es geht vorbei.

Mikrobiologie

18.05.2016 Nicht nur Joghurt – auch Tee, Kaffee und Wein sind gut für die Darmflora. Wie ein internationales Forscherteam herausfand, sorgen sie für mehr Vielfalt im Mikrobiom, was gut für unsere Gesundheit ist.

Mikrobiologie

11.05.2016 Komödie oder Horrorfilm? Allein an der Luft in Kinosälen können Max-Planck-Forscher erkennen, ob die gezeigten Filmszenen spannend, lustig oder langweilig sind. Jeder Film hat seinen eigenen Luftcharakter.

Mikrobiologie

11.05.2016 Nicht nur Menschen wollen etwas ganz besonderes sein – manchen Bakterien geht es genauso. In schlechten Zeiten sichern die Individualisten unter den Einzellern sogar das Überleben einer ganzen Gruppe, wie Max-Planck-Forscher herausfanden.

Biomaterialien

09.05.2016 Ob Erdbeeren oder Bananen: Eine Menge Obst bleibt nicht lange frisch. Wissenschaftler haben nun einen essbaren Schutzüberzug aus Seidenproteinen entwickelt, der die Früchte vor dem Verderben schützt.

Tierwelt

02.05.2016 Bei Spinnensex ist man an vieles gewöhnt, dass die Spinnendame ihren Sexualpartner nach dem Akt aufisst, zum Beispiel. Doch der Achtbeinersex hat noch eine Besonderheit: Spinnen betreiben auch Cunnilingus.

Krebs

29.04.2016 Bei Blutkrebs bietet oft eine Stammzelltransplantation die einzige Chance auf Heilung. Das Problem: Das Immunsystem des Empfängers bekämpft die fremden Zellen. Für eine recht ungewöhnliche Idee, dies zu unterbinden, hat die Ärztin Andrea Tüttenberg nun einen Preis abgeräumt.

Nutrigenomik

25.04.2016 Glukose-Fruktose-Sirup ist als billiges Süßungsmittel weltweit auf dem Vormarsch. Allerdings wird er häufig in Verbindung mit Stoffwechselkrankheiten gebracht. Jetzt zeigt eine US-Studie: Fruktose krempelt tatsächlich die Hirnfunktionen gehörig um. Als Gegenmittel kommt eine allseits beliebte Fettsäure ins Spiel.

Bild der Woche

Alle Bilder

ADVERTORIAL



Produkt der Woche

Alle Produkte